Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UmUlmHerum, (vor 4547 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern fand ich neben einer kleine RiMu-Spitzmorchel auf lehmig-sandigem Untergrund diese Becherlinge.

Sie wachsen dicht gedrängt bis gesellig, haben außen Haare, der Rand ist lange eingerollt. Max. Breite 9 mm, Höhe 5-6 mm, außen fuchsig hellbraun, innen trocken hell orangebraun.

Im Schnitt auffällig eine orangene Subhymenium-Schicht; 8-sporige, zylindrische Asci (ca. 170 x 13); schlanke Paraphysen; glatte, hyaline Sporen (15 x 9); lange Außenhaare, bräunlich, septiert ohne Schnallen.

Kennt jemand diesen Becherling?

Hier hat es, eingeleitet letzte Nacht durch ein heftiges Gewitter mit Hagel, endlich geregnet: 13 Liter - das ist mehr als in den vergangenen 5 Wochen zusammen.

Viele Grüße - Rika

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Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

GH, (vor 4547 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!
Gestern fand ich neben einer kleine RiMu-Spitzmorchel auf lehmig-sandigem
Untergrund diese Becherlinge.
Sie wachsen dicht gedrängt bis gesellig, haben außen Haare, der Rand ist
lange eingerollt. Max. Breite 9 mm, Höhe 5-6 mm, außen fuchsig hellbraun,
innen trocken hell orangebraun.
Im Schnitt auffällig eine orangene Subhymenium-Schicht; 8-sporige,
zylindrische Asci (ca. 170 x 13); schlanke Paraphysen; glatte, hyaline
Sporen (15 x 9); lange Außenhaare, bräunlich, septiert ohne Schnallen.
Kennt jemand diesen Becherling?
Hier hat es, eingeleitet letzte Nacht durch ein heftiges Gewitter mit Hagel,
endlich geregnet: 13 Liter - das ist mehr als in den vergangenen 5 Wochen
zusammen.
Viele Grüße - Rika

Hallo Rika,

wenn man davon ausgeht, dass Du die Sporen in Wasser mikroskopiert hast, könnte es sich um eine Art aus der Gattung Tricharina handeln (die Sporen in der Gattung haben keine Tropfen). Vielleicht Tr. praecox. Die anderen ähnlichen Gattungen haben Tropfen in den Sporen...
Die Kollektion würde mich sehr interessieren.
Würdest Du mir eine Kollektion zu Untersuchung auflesen?

Liebe Grüße,
Gunnar

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UmUlmHerum, (vor 4547 Tagen) @ GH

Hallo Gunnar,

danke für Deine Rückmeldung! Du kannst gerne welche zugeschickt bekommen, siehe unten.

Deine Annahme war richtig, ich habe zuerst in Wasser mikroskopiert, dann Kresylblau reinlaufen lassen. In den Sporen ist rein nichts. Ich habe erst überlegt, ob sie undurchsichtig sind, habe dann aber sich überschneidende Sporen gefunden, die dies widerlegt haben.

Tricharina habe ich mir gerade ein bisschen im Web angesehen. Dann auf Björn Site T. praecox - sieht makro- wie mikromäßig doch sehr ähnlich aus. Dieses Bild trifft meine Aufsammlung auch sehr gut, leider nur mit "spec." beschriftet. http://www.boletus.hr/uploads/impudicus5%40hotmail.com/Tricharina_sp1.jpg

Die beiden "großen" Apothezien direkt neben dem Morchelstiel hatte ich gestern mitgenommen und teilweise "geschlachtet", dazu noch ein 2 qcm Lehmplättchen mit ca. 20 Apos drauf, manche noch sehr klein, andere schon offen. Ich lagere sie derzeit feucht mit Belüftung. Den Standort habe ich markiert, da sind noch eine Menge - falls nicht jemand drüberlatscht. Nachdem es nun kräftig geregnet hat, werden die Becherchen noch wachsen und reifen.

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Lebend-Versand auf genügend Lehmuntergrund und luftdurchlässug verpackt, klappen könnte. Oder lieber Exsikkate? Wie hättest Du´s denn gerne?

Herzliche Grüße - Rika

Hallo Rika,
wenn man davon ausgeht, dass Du die Sporen in Wasser mikroskopiert hast,
könnte es sich um eine Art aus der Gattung Tricharina handeln (die Sporen
in der Gattung haben keine Tropfen). Vielleicht Tr. praecox. Die anderen
ähnlichen Gattungen haben Tropfen in den Sporen...
Die Kollektion würde mich sehr interessieren.
Würdest Du mir eine Kollektion zu Untersuchung auflesen?
Liebe Grüße,
Gunnar

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

Der Juergen, (vor 4547 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

an Tricharina dachte ich auch, und von den Sporen her, kann fast gar nichts anderes in Frage kommen. Ich finde die Art an älteren Brandstellen:

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Ich habe so meine Schwierigkeiten eine Trennung zwischen Tricharina praecox und Tr. gilva nachzuvollziehen, manchmal findet man auch sehr gelbe Exemplare, oder auch sehr blasse.

Grüßle
Jürgen

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UweL, (vor 4546 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,
praecox hat warzige Sporen, gilva glatte mit leicht abgestutzten Enden. Ansonsten gibt es viel Verwirrung zu gilva; mindestens zwei Taxa, die in der Literatur beide gilva genannt werden, werden aus meiner Sicht darunter subsumiert.
Was die FK-Farbe angeht: praecox kann knallgelbe Fruchtkörper haben.
Die Fruchtkröperfarbe ist bei Tricharina-Taxa (leider) sehr variabel.
Beste Grüße
Uwe

Hallo Rika,
an Tricharina dachte ich auch, und von den Sporen her, kann fast gar nichts
anderes in Frage kommen. Ich finde die Art an älteren Brandstellen:
Ich habe so meine Schwierigkeiten eine Trennung zwischen Tricharina praecox
und Tr. gilva nachzuvollziehen, manchmal findet man auch sehr gelbe
Exemplare, oder auch sehr blasse.
Grüßle
Jürgen

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

Der Juergen, (vor 4542 Tagen) @ UweL

Hallo Uwe,

vielen Dank für Deine Tipps! Ich werde zukünftig mal darauf achten, wenn ich wieder Kollektionen finde.

Grüßle
Jürgen

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UweL, (vor 4546 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo,
wenn die Sporen glatt sind, würde ich auf Tricharina ochroleuca tippen. Der Standort wäre typisch. T. praecox hat feinwarzige Sporen und kommt in der Regel auf Brandstellen vor.
Bitte Sporen in Baumwollblau testen, da in Wasser oft glatt wirkend. Und einen Fruchtkörper nehmen, wo die Sporen wirklich reif sind (an lichtundurchlässiger Sporenhülle zu erkennen); unreife Sporen sind immer glatt.
Wenn noch etwas von der Aufsammlung übrig sein sollte, wäre ich auch an einem Beleg interessiert.
Beste Grüße
Uwe

Hallo miteinander!
Gestern fand ich neben einer kleine RiMu-Spitzmorchel auf lehmig-sandigem
Untergrund diese Becherlinge.
Sie wachsen dicht gedrängt bis gesellig, haben außen Haare, der Rand ist
lange eingerollt. Max. Breite 9 mm, Höhe 5-6 mm, außen fuchsig hellbraun,
innen trocken hell orangebraun.
Im Schnitt auffällig eine orangene Subhymenium-Schicht; 8-sporige,
zylindrische Asci (ca. 170 x 13); schlanke Paraphysen; glatte, hyaline
Sporen (15 x 9); lange Außenhaare, bräunlich, septiert ohne Schnallen.
Kennt jemand diesen Becherling?
Hier hat es, eingeleitet letzte Nacht durch ein heftiges Gewitter mit Hagel,
endlich geregnet: 13 Liter - das ist mehr als in den vergangenen 5 Wochen
zusammen.
Viele Grüße - Rika

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UmUlmHerum, (vor 4545 Tagen) @ UweL

Hallo,
wenn die Sporen glatt sind, würde ich auf Tricharina ochroleuca tippen. Der
Standort wäre typisch. T. praecox hat feinwarzige Sporen und kommt in der
Regel auf Brandstellen vor.
Bitte Sporen in Baumwollblau testen, da in Wasser oft glatt wirkend. Und
einen Fruchtkörper nehmen, wo die Sporen wirklich reif sind (an
lichtundurchlässiger Sporenhülle zu erkennen); unreife Sporen sind immer
glatt.
Wenn noch etwas von der Aufsammlung übrig sein sollte, wäre ich auch an einem
Beleg interessiert.
Beste Grüße
Uwe

Hallo Uwe,
danke für Deine Anregungen und Interesse! Diese Borstlinge scheinen eine wahrhaft haarige Angelegenheit zu sein.

Im "pilzbestimmer" wird T. ochraleuca folgendermaßen beschrieben (ich unterstreiche alles, was m.E. nicht zu meinem Fund passt):

Fruchtkörper:
Apothecien zerstreut, sitzend, mit konkaver Fruchtscheibe, blass, ockergelb, aussen glatt, am Rand mit büscheligen, geraden septierten, spitzen, strohgelben Haaren wimperig besetzt, 3 - 5 mm breit, fleischig wachsartig.

Vorkommen:
Auf moosigen Plätzen in Tannenwäldern.

Sporen:
Schläuche zylindrisch, oben abgerundet, unten stielartig verschmälert, 170 bis 200 µm lang, 14-16 µm breit, achtsporig. Sporen ziemlich elliptisch, stumpf, glatt, einzellig, fast farblos, 16-18 µm lang, 10 µm breit, einreihig liegend. Paraphysen fädig, septiert, oben bis 4 µm verbreitert, gelblich.

Meine haarigen Becher wuchsen auf einem typischen RiMuMo-Standort, einem im letzten Herbst erstmalig gemulchten Supermarkt-Parkplatz. Weder Moos noch schattenspendende Bäume, der lehmig-sandige Boden war durch den Mulch abgedeckt und sogar noch ein wenig feucht.

Ich denke, dass der mikroskopierte Becher schon halbwegs reif war - die vielen freien Sporen siehst Du auf dem einen Mikro-Bild (320x, ungequetscht). Es war das größte Apothezium, direkt neben dem Morchelstiel (2. Standort-Foto). Durchsichtige Sporen hatte ich meiner Erinnerung nach nur im Ascus, bei den Freischwimmer-Sporen kann ich mich nicht an Überschneidungen erinnern. Wenn ich dazukomme, mache ich nochmal ein Präparat.

Wie ist das eigentlich mit der Haltbarkeit von BW-Blau? Wenn ich mein ca. 1,5 Jahre altes zugebe, flockt es aus! Das siehst aus wie im u.a. Foto. Deswegen habe ich jetzt Kresylblau zum Anfärben genommen. Damit sollte man doch auch Sporenornamente sehen können? Oder nicht?

Du kannst gerne auch was von dem Fund haben, schließlich gibt es am Standort > 100 Apos. Schicke mir einfach Deine Adresse per PN. Nachdem Du nun schon der Zweite bist, der sich diesen Fund anschauen möchte - gestattest Du mir die Frage, was Dich an diesen Ascos so besonders interessiert?

Viele Grüße
Rika

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Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

UweL, (vor 4545 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika, ich schreibe Dir eine private Mail.
Beste Grüße
Uwe

Hallo Uwe,
danke für Deine Anregungen und Interesse! Diese Borstlinge scheinen eine
wahrhaft haarige Angelegenheit zu sein.
Im "pilzbestimmer" wird T. ochraleuca folgendermaßen beschrieben
(ich unterstreiche alles, was m.E. nicht zu meinem Fund passt):
Fruchtkörper: Apothecien zerstreut , sitzend, mit konkaver Fruchtscheibe,
blass, ockergelb, aussen glatt , am Rand mit büscheligen, geraden
septierten, spitzen , strohgelben Haaren wimperig besetzt, 3 - 5 mm
breit, fleischig wachsartig.
Vorkommen: Auf moosigen Plätzen in Tannenwäldern.
Sporen: Schläuche zylindrisch, oben abgerundet, unten stielartig
verschmälert, 170 bis 200 µm lang, 14-16 µm breit, achtsporig. Sporen
ziemlich elliptisch, stumpf, glatt, einzellig, fast farblos, 16- 18 µm
lang, 10 µm breit, einreihig liegend. Paraphysen fädig, septiert, oben bis
4 µm verbreitert, gelblich .
Meine haarigen Becher wuchsen auf einem typischen RiMuMo-Standort, einem im
letzten Herbst erstmalig gemulchten Supermarkt-Parkplatz. Weder Moos noch
schattenspendende Bäume, der lehmig-sandige Boden war durch den Mulch
abgedeckt und sogar noch ein wenig feucht.
Ich denke, dass der mikroskopierte Becher schon halbwegs reif war - die
vielen freien Sporen siehst Du auf dem einen Mikro-Bild (320x,
ungequetscht). Es war das größte Apothezium, direkt neben dem Morchelstiel
(2. Standort-Foto). Durchsichtige Sporen hatte ich meiner Erinnerung
nach nur im Ascus, bei den Freischwimmer-Sporen kann ich mich nicht an
Überschneidungen erinnern. Wenn ich dazukomme, mache ich nochmal ein
Präparat.
Wie ist das eigentlich mit der Haltbarkeit von BW-Blau? Wenn ich mein ca. 1,5
Jahre altes zugebe, flockt es aus! Das siehst aus wie im u.a. Foto.
Deswegen habe ich jetzt Kresylblau zum Anfärben genommen. Damit sollte man
doch auch Sporenornamente sehen können? Oder nicht?
Du kannst gerne auch was von dem Fund haben, schließlich gibt es am Standort

100 Apos. Schicke mir einfach Deine Adresse per PN. Nachdem Du nun

schon der Zweite bist, der sich diesen Fund anschauen möchte - gestattest
Du mir die Frage, was Dich an diesen Ascos so besonders interessiert?
Viele Grüße
Rika

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos) Ergänzung

UweL, (vor 4545 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika, wo kommt denn nun dieses Sporenbild her? Das sind sicherlich keine Tricharina-Sporen. Sind das vielleicht 2 Arten einem Ort...
Beste Grüße
Uwe

Hallo Uwe,
danke für Deine Anregungen und Interesse! Diese Borstlinge scheinen eine
wahrhaft haarige Angelegenheit zu sein.
Im "pilzbestimmer" wird T. ochraleuca folgendermaßen beschrieben
(ich unterstreiche alles, was m.E. nicht zu meinem Fund passt):
Fruchtkörper: Apothecien zerstreut , sitzend, mit konkaver Fruchtscheibe,
blass, ockergelb, aussen glatt , am Rand mit büscheligen, geraden
septierten, spitzen , strohgelben Haaren wimperig besetzt, 3 - 5 mm
breit, fleischig wachsartig.
Vorkommen: Auf moosigen Plätzen in Tannenwäldern.
Sporen: Schläuche zylindrisch, oben abgerundet, unten stielartig
verschmälert, 170 bis 200 µm lang, 14-16 µm breit, achtsporig. Sporen
ziemlich elliptisch, stumpf, glatt, einzellig, fast farblos, 16- 18 µm
lang, 10 µm breit, einreihig liegend. Paraphysen fädig, septiert, oben bis
4 µm verbreitert, gelblich .
Meine haarigen Becher wuchsen auf einem typischen RiMuMo-Standort, einem im
letzten Herbst erstmalig gemulchten Supermarkt-Parkplatz. Weder Moos noch
schattenspendende Bäume, der lehmig-sandige Boden war durch den Mulch
abgedeckt und sogar noch ein wenig feucht.
Ich denke, dass der mikroskopierte Becher schon halbwegs reif war - die
vielen freien Sporen siehst Du auf dem einen Mikro-Bild (320x,
ungequetscht). Es war das größte Apothezium, direkt neben dem Morchelstiel
(2. Standort-Foto). Durchsichtige Sporen hatte ich meiner Erinnerung
nach nur im Ascus, bei den Freischwimmer-Sporen kann ich mich nicht an
Überschneidungen erinnern. Wenn ich dazukomme, mache ich nochmal ein
Präparat.
Wie ist das eigentlich mit der Haltbarkeit von BW-Blau? Wenn ich mein ca. 1,5
Jahre altes zugebe, flockt es aus! Das siehst aus wie im u.a. Foto.
Deswegen habe ich jetzt Kresylblau zum Anfärben genommen. Damit sollte man
doch auch Sporenornamente sehen können? Oder nicht?
Du kannst gerne auch was von dem Fund haben, schließlich gibt es am Standort

100 Apos. Schicke mir einfach Deine Adresse per PN. Nachdem Du nun

schon der Zweite bist, der sich diesen Fund anschauen möchte - gestattest
Du mir die Frage, was Dich an diesen Ascos so besonders interessiert?
Viele Grüße
Rika

Re: Ausflocken von Baumwollblau

UmUlmHerum, (vor 4545 Tagen) @ UweL

Hallo Rika, wo kommt denn nun dieses Sporenbild her? Das sind sicherlich
keine Tricharina-Sporen. Sind das vielleicht 2 Arten einem Ort...
Beste Grüße
Uwe

... das sind Sporen von Gyromitra ancilis! Ich habe dieses Bild doch nur eingefügt, um das Ausflocken von meinem Baumwollblau zu zeigen. Seither habe ich die Färberei mit BW-Blau bleiben lassen und verwende Brilliant-Kresyblau.

Kann mir nicht noch jemand was über die Haltbarkeit oder einen anderen Grund für das Ausflocken sagen?

Viele Grüße - Rika

Re: Ausflocken von Baumwollblau

Schnuffel, (vor 4542 Tagen) @ UmUlmHerum

... das sind Sporen von Gyromitra ancilis! Ich habe dieses Bild doch nur eingefügt,
um das Ausflocken von meinem Baumwollblau zu zeigen. Seither habe ich die Färberei
mit BW-Blau bleiben lassen und verwende Brilliant-Kresylblau.
Kann mir nicht noch jemand was über die Haltbarkeit oder einen anderen Grund für
das Ausflocken sagen?

Hallo Rika,

so einfach geht’s nun doch nicht, ein Färbemittel durch ein anderes gleichfarbenes zu ersetzen. Da müssen schon die Färbecharakteristik und als deren Ursache die Struktur der Farbreagenzien einigermaßen übereinstimmen, und das ist bei Deinem Beispiel nicht der Fall. Baumwollblau ist ein Triphenylmethan-Farbstoff mit 3 negativen Ladungen und 1 positiver, d. h. das Molekül ist in der Summe 2-fach negativ geladen. Es färbt offenbar Cellulose sehr gut an, wie an seinem Namen zu erkennen ist. Es wird eingestzt zur Erkennug der Cyanophilie von Sporen, Verbesserung der Sichtbarkeit des Sporenornaments bei Täublingen und operculaten Ascomyceten. Brillantkresylblau hingegen ist ein Phenoxazin-Farbstoff mit 1 positiver Ladung, der zur Feststellung der Metachromasie von Sporen eingesetzt wird. Es ist also zunächst keineswegs zu erwarten, dass Du vergleichbare Ergebnisse erhältst, wenn Du Baumwollblau durch Brillantkresylblau ersetzt.
Wegen der Triphenylmethanstruktur des Baumwollblaus erwarte ich, dass dieses nur eine begrenzte Haltbarkeit besitzt, abhängig von der Lichteinwirkung und der Reinheit des Farbstoffs.
Mit Baumwollblau habe ich selbst keinerlei Erfahrung, da ich dieses noch nie eingesetzt habe. Ich verwende statt dessen seit Jahren Alphazurin A, das eine ähnliche Struktur aufweist und mir damals zugänglich war. Mehrere geprüfte rote Farbstoffe mit ähnlicher Struktur brachten gleiche Ergebnisse, doch wegen des besseren Kontrastes bin ich beim blauen Farbstoff geblieben.
Die Lösung von Alphazurin in Milchsäure ist mindestens 5 Jahre stabil (im braunen Fläschchen und im Dunkeln aufbewahrt).
Beim Einsatz des Alphazurins verzichte ich auf den Erhitzungsschritt. Das ist aber auch mit Baumwollblau möglich, wie Andreas Gminder vor ein paar Jahren im Forum berichtet hat. ( Beitrag 131849 ) Vielleicht muss man nur bei Verwendung von Exsikkaten erhitzen.

Gruß - Schnuffel

Re: Ausflocken von Baumwollblau

UmUlmHerum, (vor 4541 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

vielen Dank für Deine ausführliche und informative Antwort! Dass die beiden Blaus chemisch verschieden sind, war mir schon bewußt, allerdings nicht im Detail, wer was warum kann. Zellwände und Inhalte unreifer Sporen lassen sich mit CRB meist schön/fotogen anfärben - ich wußte aber nicht, ob man damit auch Sporenornamente sichtbar machen kann. Das geht also leider nicht!

Da mein BWB vor einem 1/2 Jahr noch nicht ausgeflockt hat, fragte ich mich und Euch, ob es jetzt hinüber ist?!

Angeblich sollen die blauen Flocken nicht stören, und das Zeug auch noch funktionieren!? Mich stören die Flocken gewaltig - sie lagern sich in Klumpen an den Zellen (Sporen, Parapysen etc.) ab, da kann man u.U. kaum noch was erkennen.

Über das Erwärmen von BW-Blau höre/lese ich verschiedene Ansichten, z.B. dass die Ausflockungen sich damit auflösen würden. Heute habe ich ausfürlich mit Peziza und BWB rumprobiert - verschiedene Konzentrationen, ohne und mit Erwärmen: je mehr BWB, desto mehr blaue Flocken; Erwärmen verändert nix. Viel BWB bringt mehr Farbe in die Strukturen und mehr blaue Klumpen, und wenn ich dann spüle/absauge, sind zwar die blauen Flocken weg, aber die freien Sporen auch... Nicht sehr befriedigend!

Wenn ich nur mal einen Asco mit großen Sporen und unübersehbarenm Sporenornament finden würde, könnte ich ja selber testen, ob mein BWB noch funktioniert...

Viele Grüße - Rika

Hallo Rika,
so einfach geht’s nun doch nicht, ein Färbemittel durch ein anderes
gleichfarbenes zu ersetzen. Da müssen schon die Färbecharakteristik und
als deren Ursache die Struktur der Farbreagenzien einigermaßen
übereinstimmen, und das ist bei Deinem Beispiel nicht der Fall.
Baumwollblau ist ein Triphenylmethan-Farbstoff mit 3 negativen Ladungen
und 1 positiver, d. h. das Molekül ist in der Summe 2-fach negativ
geladen. Es färbt offenbar Cellulose sehr gut an, wie an seinem Namen zu
erkennen ist. Es wird eingestzt zur Erkennug der Cyanophilie von Sporen,
Verbesserung der Sichtbarkeit des Sporenornaments bei Täublingen und
operculaten Ascomyceten. Brillantkresylblau hingegen ist ein
Phenoxazin-Farbstoff mit 1 positiver Ladung, der zur Feststellung der
Metachromasie von Sporen eingesetzt wird. Es ist also zunächst keineswegs
zu erwarten, dass Du vergleichbare Ergebnisse erhältst, wenn Du
Baumwollblau durch Brillantkresylblau ersetzt.
Wegen der Triphenylmethanstruktur des Baumwollblaus erwarte ich, dass dieses
nur eine begrenzte Haltbarkeit besitzt, abhängig von der Lichteinwirkung
und der Reinheit des Farbstoffs.
Mit Baumwollblau habe ich selbst keinerlei Erfahrung, da ich dieses noch nie
eingesetzt habe. Ich verwende statt dessen seit Jahren Alphazurin A, das
eine ähnliche Struktur aufweist und mir damals zugänglich war. Mehrere
geprüfte rote Farbstoffe mit ähnlicher Struktur brachten gleiche
Ergebnisse, doch wegen des besseren Kontrastes bin ich beim blauen
Farbstoff geblieben.
Die Lösung von Alphazurin in Milchsäure ist mindestens 5 Jahre stabil (im
braunen Fläschchen und im Dunkeln aufbewahrt).
Beim Einsatz des Alphazurins verzichte ich auf den Erhitzungsschritt. Das ist
aber auch mit Baumwollblau möglich, wie Andreas Gminder vor ein paar
Jahren im Forum berichtet hat. (
Beitrag 131849
) Vielleicht muss man nur bei Verwendung von Exsikkaten erhitzen.
Gruß - Schnuffel

Re: Ausflocken von Baumwollblau

Der Juergen, (vor 4540 Tagen) @ UmUlmHerum

Hi Rika,

vielleicht sind Deine Mikropräparate nicht "sauber" genug, und das BWB lagert sich an alle möglichen Mini-Partikel an. Um das auszuschließen, könntest du etwas BWB in einen Tropfen (sauberes) Aqua Dest geben und mal mikroskopieren.

Grüßle
Jürgen

Re: Ausflocken von Baumwollblau

UmUlmHerum, (vor 4540 Tagen) @ Der Juergen

Hi Jürgen,

an den Präparaten wird es wohl nicht liegen, sonst hätte Andere, die hypo- bzw. epigäische Pilze mikroskopieren, dieselben Probleme. Ich habe mich eher gefragt, ob es an meiner Reinigung der Objektträger + Deckgläschen liegen könnte - unter heißem Wasser mit viel Geschirrspülmittel mit den Fingern abreiben, dann gründlich unter fließendem Wasser spülen und mit fuselfreiem Leinentuch abtrocknen. Oder hat unser "Hahnenwasser" neuerdings eine andere Zusammensetzung? Das könnte ich mittels Deines Vorschlags mal ausprobieren - falls mein ca. 25 Jahre alter Kanister mit dest. Wasser (für das selten benutzte Dampfbügeleisen) dafür noch tauglich ist!?

Viele Grüße - Rika

Hi Rika,
vielleicht sind Deine Mikropräparate nicht "sauber" genug, und das
BWB lagert sich an alle möglichen Mini-Partikel an. Um das auszuschließen,
könntest du etwas BWB in einen Tropfen (sauberes) Aqua Dest geben und mal
mikroskopieren.
Grüßle
Jürgen

Re: Haariger Becher bei RiMuMo (Fotos)

DirkW, (vor 4545 Tagen) @ UmUlmHerum

sehe ich genauso. das sind eher geopora-sporen ...
hier geht irgendwas durcheinander.

beste grüße

dirk