Was sind das für welche?

Xangod, (vor 4468 Tagen)

Hier in Hann. Münden geht es jetzt auch richtig los. Ein wirklich schöne Mischung bunter Pilze, ich kann gar nicht alles aufzählen. Ich habe mich richtig geärgert, meine Knipse vergessen zu haben. Jede Menge verschiedene Täublinge und Milchlinge. Leider keine Boleten, nur Körnchenröhrlinge und Ziegenlippen. Und für das Sonntagsessen mehr als genug Pfifferlinge und Frauentäublinge, obwohl unter denen die Nacktschnecken ein regelrechtes Massaker angerichtet haben.

Mit zwei Pilzen konnte ich so gar nichts anfangen:
Zwei Embryos von bläulichen Schleierlingen. Mit Cortinarien kenne ich mich gar nicht aus. Gefunden in einem jungen Eichenwäldchen, sauer bis neutral.

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Hier dachte ich zuerst von oben an einen kleinen Filzröhrling, bis mir von unten die knallgelben Lamellen entgegenstrahlten. Gefunden unter Birke, Rotbuche, Lärche und Kiefer. Sauer.

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Re: Was sind das für welche?

Birgit, (vor 4468 Tagen) @ Xangod

Hallo Jens,

zu den SChleierlingen kann ich leider nix sagen.

Hier dachte ich zuerst von oben an einen kleinen Filzröhrling, bis mir von
unten die knallgelben Lamellen entgegenstrahlten. Gefunden unter Birke,
Rotbuche, Lärche und Kiefer. Sauer.

Aber das ist doch ein sehr schöner Fund. Das ist das Goldblatt (Phylloporus pelletieri), theoretisch essbar, aber als Seltenheit zu schonen. Die Lamellen zeigen am Grund starke Querverbindungen (Anastomosen). Man nimmt (besser wahrscheinlich nahm an), dass diese Art auf Grund ihrer besonderen Lamellen ein Bindeglied zwischen Lamellenpilzen und Röhrenpilzen darstellt. Nahm an, habe ich geschrieben, weil möglicherweise die neuesten genetischen Erkenntnisse inzwischen etwas anderes erzählen, sehr wahrsceinlich hat der Pilz inzwischen auch einen anderen wissenschaftlichen Namen ;-).

Birgit

Re: Was sind das für welche?

Beorn, (vor 4468 Tagen) @ Birgit

Morgen!

Bindeglieder zwischen Röhrlingen und Lammelnpilzen gibt es einige, die wären dann aber eher bei zB. Hygrophorus, Gomphidius usw. zu finden.
Das Goldblatt ist sowohl genetisch als auch morphologisch schlichtweg ein Röhrling, der halt ein lamelliges Hymenophor hat.
Aktuell dürfte die Art daher auch bei Xerocomus eingeordnet sein. ;-)

Ähm... von Schleierlingen habe ich leider auch keine Ahnung.
Nach verbrannten Haaren rochen die nicht zufällig?

LG, Pablo.

Re: Was sind das für welche?

AK_CCM, (vor 4468 Tagen) @ Beorn

Hallo Pablo,

Aktuell dürfte die Art daher auch bei Xerocomus eingeordnet sein. ;-)

die Blätterröhrlinge (Phylloporus) sind auch heute noch eine eigenständige Gattung, deren Verbreitungsschwerpunkt auf dem amerikanischen und dem afrikanischen Kontinent liegt. Bei uns kommt dagegen nur die Typusart vor, das Europäische Goldblatt (P. pelletieri).

Gruß, Andreas

Re: Was sind das für welche?

Fulgor, (vor 4468 Tagen) @ Birgit

Hallo Jens,
zu den SChleierlingen kann ich leider nix sagen.
Aber das ist doch ein sehr schöner Fund. Das ist das Goldblatt (Phylloporus
pelletieri), theoretisch essbar, aber als Seltenheit zu schonen. Die
Lamellen zeigen am Grund starke Querverbindungen (Anastomosen). Man nimmt
(besser wahrscheinlich nahm an), dass diese Art auf Grund ihrer besonderen
Lamellen ein Bindeglied zwischen Lamellenpilzen und Röhrenpilzen
darstellt. Nahm an, habe ich geschrieben, weil möglicherweise die neuesten
genetischen Erkenntnisse inzwischen etwas anderes erzählen, sehr
wahrsceinlich hat der Pilz inzwischen auch einen anderen
wissenschaftlichen Namen ;-).
Birgit

Hallo Jens

Birgit hat ja schon viel drüber geschrieben. Goldblatt ist wohl richtig. Glückwunsch! Sieht man nicht so häufig (jedenfalls ich).

LG Thomas

Re: Was sind das für welche?

Stephan Weißer, (vor 4466 Tagen) @ Xangod

Die Cortinarien müssten unter den Dickfüßen (Untergattung Sericeocybe) zu suchen sein. Man könnte mal mit Cortinarius malachius vergleichen. Vielleicht meldet sich Andreas (Gminder) noch, der kennt sich da sehr gut aus.

Danke für die Hilfe

Xangod, (vor 4466 Tagen) @ Xangod

Vom Goldblatt hatte ich schon gehört, hatte das aber überhaupt nicht auf dem Radar. Aber es paßt, bis auf die Lamellen glaubt man, einen Filzröhrlich vor sich zu haben.

Ich werde mir mal die Dickfüße zu Gemüte führen.

Und wau - hier hat es wieder heftigst geregnet. Da sollte es die nächsten Tage weitere Beute geben.

Hier in Hann. Münden geht es jetzt auch richtig los. Ein wirklich schöne
Mischung bunter Pilze, ich kann gar nicht alles aufzählen. Ich habe mich
richtig geärgert, meine Knipse vergessen zu haben. Jede Menge verschiedene
Täublinge und Milchlinge. Leider keine Boleten, nur Körnchenröhrlinge und
Ziegenlippen. Und für das Sonntagsessen mehr als genug Pfifferlinge und
Frauentäublinge, obwohl unter denen die Nacktschnecken ein regelrechtes
Massaker angerichtet haben.
Mit zwei Pilzen konnte ich so gar nichts anfangen: Zwei Embryos von
bläulichen Schleierlingen. Mit Cortinarien kenne ich mich gar nicht aus.
Gefunden in einem jungen Eichenwäldchen, sauer bis neutral.

Hier dachte ich zuerst von oben an einen kleinen Filzröhrling, bis mir von
unten die knallgelben Lamellen entgegenstrahlten. Gefunden unter Birke,
Rotbuche, Lärche und Kiefer. Sauer.