Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Der Juergen, (vor 4435 Tagen)

Hallo zusammen,

vielfach wird davon berichtet, dass der und die Bitterstoffe des Gallenröhrlings nicht von allen Menschen wahrgenommen werden. Es kusieren verschiedene Angaben: 1-2% aber auch 5% der Bevölkerung. Ich las auch schon einmal davon, dass hierfür ein Gendefekt verantwortlich sei, oder sogar eine Prädisposition für gewisse Erkrankungen. Hat mir da jemand Literaturtipps dazu?

Grüßle
Jürgen

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Peter, (vor 4435 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Literaturangaben habe ich leider keine dazu.

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung berichten: Die Bitterkeit des Gallenröhrlings, ebenso die des Schönfußröhrlings kann ich manchmal wahrnehmen, manchmal nicht. Andere Probanten schmeckten die Bitterkeit stets.

Das ist bei mir seit Jahren so. Warum, kann ich mir selbst nicht erklären.

Freundliche Grüße
Peter

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Alis ⌂, (vor 4435 Tagen) @ Peter

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung berichten: Die Bitterkeit des
Gallenröhrlings, ebenso die des Schönfußröhrlings kann ich manchmal
wahrnehmen, manchmal nicht. Andere Probanten schmeckten die Bitterkeit
stets.

Hallo Peter,

habe ich das richtig verstenden? Beim selben Fruchtkörper hast du Bitterkeit nicht wahrgenommen, aber ander haben es.
Ich war bisher der Überzeugung, dass Gallenröhrlinge sehr unterschiedlich bitter sein können. Aber vielleicht geht es mir da wie dir.
Ich habe beim Walter mal eine ganze Weile auf einem bitteren Schleimkopf herumgekaut und ein anderer Kursteilnehmer hat sich nach einem kurzen Zungenkontakt schon geschüttelt. Walter hat da gemeint, dass ich bitter nicht schmecken würde. Aber ich habe eben auch schon extrem bittere Gallis erlebt.
Ich halte es auch für denkbar, dass allein der Anblick eines Bitterlings schon das Geschmacksempfinden auslöst.

viele Grüße

Alis

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Peter, (vor 4435 Tagen) @ Alis

Hallo Alis ,

du hast es richtig verstanden.

Irgendwie scheint es, dass meine "Bitterrezeptoren" nicht mehr bzw. nur sehr selten noch funtionieren.
Früher habe ich "Campari bitter" geliebt, heute empfinde ich das Getränk einfach nur süß - leider...

Freundliche Grüße
Peter

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Ralph07, (vor 4435 Tagen) @ Peter

Hallo,

auch ich hatte es letztes WE festgestellt, das ich längere Zeit drauf herumkauen mußte um eine gewisse Bitterkeit feststellen zu können.

Dafür hat diese dann lange angehalten.

Als weiteres Merkmal für mich, sind die rosa Poren; gut nicht immer gleich ersichtlich und die ausgeprägte Netzstruktur des Stieles.

Und schließlich, auch wenn sie aus dem "Teenager-Alter" herausgewachsen sind, sind Sie immer noch ohne Fraßstellen.

Grüße [image]

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Tintling, (vor 4434 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Zehfuß hat im Tintling mal geschrieben, dass Menschen, die die Bitterkeit des Gallenröhrlings nicht schmecken können, Diabetiker sind. Habe aber trotz Suchens die Stelle nicht gefunden. Quellen für die Aussage hat er nach meiner Erinnerung keine angegeben.

Gruss Karin

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

UmUlmHerum, (vor 4434 Tagen) @ Tintling

Hallo Jürgen,
Zehfuß hat im Tintling mal geschrieben, dass Menschen, die die Bitterkeit des
Gallenröhrlings nicht schmecken können, Diabetiker sind. Habe aber trotz
Suchens die Stelle nicht gefunden. Quellen für die Aussage hat er nach
meiner Erinnerung keine angegeben.
Gruss Karin

... das halte ich für ein Gerücht. Zumindest gut eingestellte Diabetiker können "bitter" schmecken, wie ich von meiner Mutter als Betroffene weiß.

Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass die Fähigkeit "bitter" schmecken zu können, schon mit den Verdauungsenzymen zusammenhängt. Menschen, die Bitterstoffe zur Unterstützung der Verdauung benötigen, nehmen diese Geschmackskomponente weniger stark wahr, als Leute, die in dieser Hinsicht keine Unterstützung von außen (wie Artischockensaft, Enzian, Tausendgüldenkraut, etc.) brauchen.

Viele Grüße – Rika

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Birgit, (vor 4434 Tagen) @ Tintling

Liebe Karin, lieber Jürgen,

Zehfuß hat im Tintling mal geschrieben, dass Menschen, die die Bitterkeit des
Gallenröhrlings nicht schmecken können, Diabetiker sind. Habe aber trotz
Suchens die Stelle nicht gefunden. Quellen für die Aussage hat er nach
meiner Erinnerung keine angegeben.

Ich hab das auch gehört, vielleicht stammte dieses Wissens ja auch aus dem Tintling ;-). Abgesehen davon, kann auch mein Mann als Diabetiker die Bitterkeit von Gallenröhrlingen schmecken.
Aber es muss ja nicht alle Diabetiker betreffen, eventuell könnten Diabetiker, die von einer Neuropathie betroffen wären, Probleme mit dem Geschmackssinn haben. Neuropathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes auf Grund schlecht eingestellter Blutzuckerwerte und bewirkt eine schlechtere Nervenleitfähgkeit. Hauptsächlich betrifft das die Beine mit einer fortschreitenden Gefühllosigkeit und Schmerzunempfindlichkeit. Wie und ob sich das auf den geschmackssin auswirken kann, lässt sich sicher leicht eruieren.

Ansonsten können natürlich gerade Schädigungen der Geschmacksknospen auf der Zunge (für bitter hauptsächlich die hintere Zunge) und wie von Peter auch schon angesprochen fortschreitendes Lebensalter den Geschmackssinn generell abschwächen. Das ist aber eher banal, das hast Du, Jürgen, sicher schon recherchiert.

liebe Grüße

Birgit

Re: hab was gefunden

CK, (vor 4434 Tagen) @ Birgit

spannende Lektüre, wie zum Beispiel "Psychologie in der Gynäkologie" oder "

Intergenerationale Transmission von Werten in Deutschland und Frankreich"

Gruss
Thomas

Re: hab was gefunden

Birgit, (vor 4434 Tagen) @ CK

Hallo Thomas,

wenn Dich etwas nicht interessiert, dann lies es einfach nicht und halte Dich ansonsten mit solchen Äußerungen zurück.

Birgit

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Tintling, (vor 4433 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

danke für Deine Ausführungen und die Literaturrecherche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Angaben der fehlenden Bitterkeit von Gallenröhrlingen überwiegend von Kranken kommen. Wobei ein unerkannter Diabetes etc. hier durchaus eine Rolle spielen könnte.
Genauso gut wäre es aber denkbar, dass ein Pilzsucher mit der Zungenspitze testet und befindet: "nicht bitter". So ist es zumindest mir in meiner Anfängerzeit ergangen und später habe ich keinen Anlass mehr gehabt, Gallis bis zur Hinterzunge zu schieben ;-) Werde das bei Gelegenheit nachholen.
Gleichwohl scheint mir eine individuelle genetische Dispostition nicht unwahrscheinlich zu sein, ähnlich wie beim "Maiglöckchen-Phänomen".

Liebe Grüße
Karin

Liebe Karin, lieber Jürgen,
Ich hab das auch gehört, vielleicht stammte dieses Wissens ja auch aus dem
Tintling ;-). Abgesehen davon, kann auch mein Mann als Diabetiker die
Bitterkeit von Gallenröhrlingen schmecken.
Aber es muss ja nicht alle Diabetiker betreffen, eventuell könnten
Diabetiker, die von einer Neuropathie betroffen wären, Probleme mit dem
Geschmackssinn haben. Neuropathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes
auf Grund schlecht eingestellter Blutzuckerwerte und bewirkt eine
schlechtere Nervenleitfähgkeit. Hauptsächlich betrifft das die Beine mit
einer fortschreitenden Gefühllosigkeit und Schmerzunempfindlichkeit. Wie
und ob sich das auf den geschmackssin auswirken kann, lässt sich sicher
leicht eruieren.
Ansonsten können natürlich gerade Schädigungen der Geschmacksknospen auf der
Zunge (für bitter hauptsächlich die hintere Zunge) und wie von Peter auch
schon angesprochen fortschreitendes Lebensalter den Geschmackssinn
generell abschwächen. Das ist aber eher banal, das hast Du, Jürgen, sicher
schon recherchiert.
liebe Grüße
Birgit

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Der Juergen, (vor 4433 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Ich kann die Bitterkeit des Gallenröhrling nicht wahrnehmen. Ob das immer so ist, wird sich zukünftig zeigen.

Grüßle
Jürgen

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Der Juergen, (vor 4433 Tagen) @ Tintling

Hallo Karin,

herzlichen Dank für Deinen Tipp. Ich glaube das auch mal von Herrn Zehfuß gelesen zu haben - jetzt wo Du es erwähnst;-) Bislang fand ich keine Literatur zu dem Thema. Es gab wohl mal bei den Kieler Pilzfreunden einen Vortrag über Bitterstoffe, aber nur allgemein und nicht auf die Bitterstoffe des Gallenröhrlings bezogen.

liebe Grüßle
Jürgen

Re: hab was gefunden

Der Juergen, (vor 4433 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

vielen lieben Dank für den Tipp! Das Paper werde ich mir mal reinziehen.

liebe Grüßle
Jürgen

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Der Juergen, (vor 4433 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

... das halte ich für ein Gerücht. Zumindest gut eingestellte Diabetiker
können "bitter" schmecken, wie ich von meiner Mutter als
Betroffene weiß.

Also ich kenne auch Diabetiker, die Bitter schmecken können. Bitterstoff ist aber nicht gleich Bitterstoff und es gibt deren viele. Die Frage ist die, ob es eine "Anosmie" für den Hauptbitterstoff des Gallenröhrlings gibt.

Grüßle
Jürgen

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Marcel Weymann, (vor 4433 Tagen) @ Der Juergen

Ich habe gerade folgendes gefunden:
http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/inc/popup_print.php?object_i...
Das entspricht denn doch eher meiner Wahrnehmung.
Ich kann z.B. die Bitterkeit des Gallenröhrlings sehr wohl wahrnehmen, empfinde die aber nicht als sehr auffällig. Ich könnte die zur Not essen.
Den vielfache gegessenen Endiviensalat empfinde ich hingegen als so bitter, dass ich den nicht essen mag.
Als unerträglich bitter empfinde ich grünblättrige Schwefelköpfe. Ich habe da mal eine Kostprobe genommen, obwohl ich wusste, was das war. Obwohl es nur eine winzige Probe war, ging mir der bittere Geschmack trotz kräftigen Ausspuckens noch eine Stunde nach.
Gruß,
Marcel

Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling

Der Juergen, (vor 4432 Tagen) @ Marcel Weymann

Hallo Marcel,

vielen Dank für diesen Tipp! Sehr interessant, was sich auf diesem Feld tut, aber auch sehr beunruhigend! Die Lebensmittelindustrie scheint nur ein Ziel zu verfolgen: Die Menschen immer gefräßiger und fetter werden zu lassen. Bitterstoffe besitzen nämlich eine Eigenschaft (von vielen!), die wohl bisher nur von wenigen registriert worden ist: Bitterstoffe dämpfen nach der Mahlzeit, mehr als jedes Völlegefühl, den Appetit. Der Botaniker und Rohköstler Prof. Bernd Gerken hat dies festgestellt, und propagiert eine Ernährung, die wieder mehr Wildkräuter beinhaltet. In fast jeder Wildpflanze, oder auch in vielen Urformen heutiger Zuchtgemüse sind Bitterstoffe enthalten.

Grüßle
Jürgen