Ein Paar Funde der letzten Tage

Gábor, (vor 4410 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

an den letzten beiden Wochenenden war ich hier bei Hannover unterwegs (Calenberger Land, Deister, Südheide):
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Cortinarius bolaris

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Cortinarius violaceus

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Cortinarius flexipes, leider etwas unscharf geworden, aber dafür vorbildlich mit intensivem Geruch nach Geranien.

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Fistulina hepatica, wuchs neben dem Höhleneingang eines unbekannten kleinen Waldbewohners.

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Gymnopilus junonius, es scheint ein gutes Jahr zu sein für den Beringten Flämmling.

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Oudemansiella mucida

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Panus conchatus

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Ramaria Landschaften...

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Sparassis crispa
Man mag sie ja ungern im Wald zurück lassen und nimmt dafür freiwillig stundenlange Putzarbeit in Kauf.

Der heilige Süllberg wurde entweiht, auf links gedreht und total zerrupft zurück gelassen:
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Die schönsten Stellen des lichten alten Buchenwaldbestandes sind nunmehr Geschichte...

Zum Schluss noch diese schöne Flammulina an Fagus:
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Ob ich mir daraus wohl mit ruhigem Gewissen eine Flammulina fennae backen kann?
Wohl eher nicht, denke ich mal...

LG, Gábor

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Nobi, (vor 4410 Tagen) @ Gábor

Das ist wieder ein wunderbarer Bericht mit sehr starken Bildern, Gábor!
Danke!

Die Bilder vom "entweihten" Süllberg stimmen mich sehr traurig!
Ähnliches kenne ich aus meinem Hauswald und vom Fichtelgebirge.
Wir sind bereits am Überlegen, ob wir nicht versuchen sollten, für einen artenreichen Kiefernwald einen Schutzstatus zu beantragen.

Einfach, um den Wald vor einem forstwirtschaftlichem Kahlschlag zu schützen!
Und damit wir uns noch lange an solchen Anblicken erfreuen können.

Hydnellum concrescens (Gezonter Korkstacheling)

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LG Nobi

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Gábor, (vor 4409 Tagen) @ Nobi

Hallo Nobi,

so einen schönen Korkstacheling habe ich auf dem Süllberg leider noch nicht gefunden :-(

Was ich nur ein wenig traurig finde ist, dass die Wege, die ich schon aus meiner Jugend her im Süllberg kenne, nun teilweise gänzlich verschwunden sind.
Statt dessen sind tiefe Treckerspuren entstanden, die nun auch nicht gerade zum Lustwandeln durch den vormals schönen Wald einladen.

Interessant wäre für mich, ob der Waldeigentümer verpflichtet ist, den Zustand der vor der Abholzung vorhandenen Wege wieder herzustellen, oder ob er einfach nur dafür Sorge zu tragen hat, dass niemand z.B. durch geschädigte und nach einem Sturm herabstürzende Bäume oder Äste beim Spazierengehen verletzt wird.

LG, Gábor

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Joschi Siembida ⌂, (vor 4408 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

Interessant wäre für mich, ob der Waldeigentümer verpflichtet ist, den Zustand der vor der Abholzung vorhandenen Wege wieder herzustellen,...

meines wissens müssen die Arbeiter, sprich die Holzrücker hinterher mit dem Rückeschild den Weg wieder einebnen. In dem dann lockeren Boden bilden sich halt leicht neue Fahrspuren. In Rückegassen wird meines Wissens garnichts gemacht. Daher die Frage ob das auf Deinem Foto ne Rückegasse oder ein Weg ist?
Wenn nicht schon vor dem Holzeinschlag geschehen, dann kommen oft hinterher die Schotterlaster und Planierfahrzeuge um die Wege für den Abtransport fahrtauglich zu machen. Ein riesen Aufwand bei dem ich mich oft Frage ob sich das denn überhaupt rechnet?

Ansonsten wie immer sehr schöne Fotos von Dir. Danke fürs zeigen.

Gruß Joschi

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Gábor, (vor 4406 Tagen) @ Joschi Siembida

Hi Joschi,

das sind alles unbefestigte Trampelpfade, die den Süllberg kreuz&quer durchziehen.
Ist jetzt halt etwas ungewohnt nach 20 Jahren, statt dessen durch tiefe Treckerfurchen zu stolpern oder gar nicht mehr durch zu kommen, weil das abgeschälte Geäst den Weg blockiert.
Na ja, ich habe sowieso schon seit längerem den Eindruck, dass durch gezielt am Wegesrand abgeschnittene Sträucher Wege für Spaziergänger unpassierbar gemacht werden sollen...

LG,Gábor

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

UmUlmHerum, (vor 4408 Tagen) @ Gábor

Hallo Nobi,
so einen schönen Korkstacheling habe ich auf dem Süllberg leider noch nicht
gefunden :-(
Was ich nur ein wenig traurig finde ist, dass die Wege, die ich schon aus
meiner Jugend her im Süllberg kenne, nun teilweise gänzlich verschwunden
sind.
Statt dessen sind tiefe Treckerspuren entstanden, die nun auch nicht gerade
zum Lustwandeln durch den vormals schönen Wald einladen.
Interessant wäre für mich, ob der Waldeigentümer verpflichtet ist, den
Zustand der vor der Abholzung vorhandenen Wege wieder herzustellen, oder
ob er einfach nur dafür Sorge zu tragen hat, dass niemand z.B. durch
geschädigte und nach einem Sturm herabstürzende Bäume oder Äste beim
Spazierengehen verletzt wird.
LG, Gábor

Hallo Gábor,

anbei ein Foto, aufgenommen im Mai diesen Jahres. Die tiefen Radspuren waren im vergangenen Winter ebenfalls durch Forstarbeiten entstanden. Erst schaute ich grimmig auf diese Verwüstung, dann entzückt – waren dort doch 4 verschiedene Scutellinia– und 2 Peziza–Arten in rauen Mengen gewachsen. Als ich vor 4 Wochen wieder dort war, kam der nächste Schock: man hatte die ganzen Rinnen mit Schotter zugeschüttet! Was ist nun besser??

Diesen Sommer hat mir das Straßenbauamt meine berühmte Böschung ruiniert (die AMU-Mitglieder wissen, von was ich schreibe): erst hat man im Winter die Hälfte aller Bäume gefällt – angeblich damit sie nicht auf die Straße fallen (war völlig unwahrscheinlich), aber wohl eher, weil jemand Brennholz für seinen Kaminofen gebraucht hat. Dann hatte man jetzt im Sommer gemeint, nicht nur die ersten 2m neben der Straße, sondern gleich noch 4m der Böschung mähen zu müssen – und den Mäher auf den ersten 150m zu niedrig eingestellt, so dass gleich die ganze Grasnarbe auch weg war, sah aus wie gefräst. Da war ich schon heftig angefressen... aber mal schauen, wann die früher zahlreichen Körnchen-, Graue Lärchenröhrlinge, Espenrotkappen, diverse Ritterlingsarten usw. wieder kommen.

Mein früher bester Maronenwald ist mittlerweile (da völlig in Ruhe gelassen) komplett mit Büschen und Brombeeren zugewachsen – die Säulein freut´s. An vielen Stellen hat man in den letzten zwei Jahren parallele Schneisen in 50m Abstand gefräst, um einzelne "reife" Bäume rausholen zu können. Sieht furchtbar aus, öffnet aber wieder neue Lebensräume, lässt mehr Licht rein – was vorher quasi unzugänglich war, wird begehbar. Dadurch habe ich dort nun schon einige interessante Pilzarten gefunden...

Aufgelassene Steinbrüche und Sandgruben sind hochinteressante Biotope, die Wacholderheiden mit ihren vielfältigen Orchideenarten, Enzianen, Saftlingen können auch nur durch extensive Beweidung und das Schlagen der wild aufgegangenen Bäume erhalten bleiben.

Resümee: Jede Medaille hat zwei Seiten. Und: Nur der Wandel ist konstant.

Viele Grüße – Rika

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Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Doris, (vor 4409 Tagen) @ Gábor

Eine wunderschöne Vorstellung,danke Gabor.

Gruß Doris

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Mison, (vor 4409 Tagen) @ Gábor

Hi Gábor,

ich schließe mich den Vorlobenden an. Vor allem werd ich bei C. bolaris künftig mal auf diesen schicken Grünspan achten - hab ich (bewusst) so noch nie wahrgenommen.

Gegrüßt
Simon

Re: Ein Paar Funde der letzten Tage

Gábor, (vor 4409 Tagen) @ Mison

Hi Simon,

dass die Frkp. wie mit Goldstaub bepudert ausschauten, hatte ich bislang auch noch nicht beobachtet.
Allerdings bin ich ja schon froh, wenn ich zwei Dutzend Cortinarien makroskopisch bestimmen kann.
Ich weiss allerdings auch von Artgenossen, die ohne Schamgefühl ihren Cortinarien nach einer kurzen Bunte-Bilder-Internet-Recherche tatsächlich einen Namen verpassen.
Dass die Art dann bislang ausschließlich aus Amerika bekannt ist, kratzt in keinster Weise am Selbstwertgefühl.

Fachkenntnis trübt doch nur die Entscheidungsfreudigkeit :-))

LG, Gábor