Clavariadelphus ligula und C. helveticus

Helmut, (vor 4365 Tagen)

Liebe Pilzgemeinde,

bei der "Saisonabschluss-Exkursion" der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Oberpfalz (PAGO) vergangenen Sonntag im Landkreis Regensburg wurde u. a. mehrfach die Abgestutzte Keule (Clavariadelphus truncatus) mit roter KOH-Reaktion gefunden. Eine Aufsammlung mit ziemlich kleinen Fruchtkörpern konnte als Clavariadelphus ligula bestimmt werden (KOH-Reaktion hell orange, Sporen schmal). Nach Literatur soll es noch eine ähnliche Art mit rötendem Fleisch geben: C. helveticus. Hat die schon mal jemand gefunden?

Gruß

Helmut

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Re: Clavariadelphus ligula und C. helveticus

Wolfgang D. ⌂, (vor 4364 Tagen) @ Helmut

Liebe Pilzgemeinde,
bei der "Saisonabschluss-Exkursion" der Pilzkundlichen
Arbeitsgemeinschaft Oberpfalz (PAGO) vergangenen Sonntag im Landkreis
Regensburg wurde u. a. mehrfach die Abgestutzte Keule (Clavariadelphus
truncatus) mit roter KOH-Reaktion gefunden. Eine Aufsammlung mit ziemlich
kleinen Fruchtkörpern konnte als Clavariadelphus ligula bestimmt werden
(KOH-Reaktion hell orange, Sporen schmal). Nach Literatur soll es noch
eine ähnliche Art mit rötendem Fleisch geben: C. helveticus. Hat die schon
mal jemand gefunden?
Gruß

Hallo Helmut,
C. ligula kenne ich persönlich nur aus den Alpen, wo sie heuer ausgesprochen oft anzutreffen war. Im Flach- und Hügelland, unterhalb von 500 m, ist sie in Österreich weitaus seltener. Jedenfalls beschränkt sich die Verbreitung geologisch fast ausschließlich auf silikatischen Gesteinsuntergrund, es gibt fast keine gesicherten Nachweise aus Kalkgebieten. Das ist in gewissem Widerspruch zu den Angaben aus Baden-Württ.
Ich habe einmal eine kleine Keule gesammelt, die eindeutig gerötet hat. Außer in Jülich habe ich zu "C. helveticus" aber fast keine Informationen gefunden. Da es nur ein Fruchtkörper war und in dem Gebiet auch C. ligula vorkommt, habe ich es leider nicht weiter verfolgt.
LG
Wolfgang

Re: Clavariadelphus ligula und C. helveticus

Helmut, (vor 4364 Tagen) @ Wolfgang D.

Servus Wolfgang,

hier wuchs die Art auf ca. 420 m auf ausgesprochen kalkhaltigem Boden mit teilweise anstehendem Muschelkalk, allerdings an oberflächlich versauerter Stelle in der Nadelstreu.

Ich habe mal meine alte Dia-Sammlung durchgesehen und festgestellt, dass ich C. ligula tatsächlich noch nicht selber gefunden hatte, obwohl die Art im Großraum Regensburg schon zu Zeiten von Krieglsteiner's "Verbreitungsatlas" 1991 nachgewiesen war.

Anbei noch ein Foto von der auffälligen Sporenform (noch unreif auf einer Basidie, 12,5 Teilstriche = 10 µm).

Gruß

Helmut

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