Noch ein Rollrasen-Pilz

UmUlmHerum, (vor 4120 Tagen)

Hallo miteinander!

Die Nachbarin hatte sich im Frühjahr einen super edlen Rollrasen legen lassen. Der wird natürlich jeden Abend mit feinem Zisternenwasser berieselt, sodass diese kleinen cremeweißen Pilzchen ständig sprießen. Langsam bin ich doch neugierig geworden, was das wohl sein könnte, auch angeregt durch Snoopys Rasenpilz. Ich denke, es könnte auch ein Düngerling sein, aber nicht Panaeolina foenisecii. Schubst mich doch mal in die richtige Richtung...

Die Pilzchen stehen einzeln, sind bis zu 10 cm hoch, und die Hüte sind auch im Alter noch spitzkegelig – nicht glockig oder ausgebreitet.

Hut: Höhe 2-2,5 cm, Ø bis 1,5 cm; jung cremeweiß, dann mit fuchsigem Spitzchen, ocker werdend – aber nicht braun. Längsrunzelig; im unteren Drittel fein gerieft (aber trocken gleichfarbig); im Auflicht sieht die HDS fein behaart aus, was ich aber im Quetschpräparat nicht bestätigt fand – globulare Zellen. Der leicht welke Hut blieb am Finger kleben.

Lamellen: nicht untermischt; nur kurz angewachsen; Schneide steril (wirkt dadurch heller); anfangs gleichfarben zum Hut, dann durch die reifen Sporen fuchsbraun werdend.

Stiel: Ø 0,2-0,3 cm x bis zu 10 cm lang; schneeweiß; hohl; außen fein gerieft und leicht gedreht.

Sporen: fuchsbraun; dickwandig; glatt; ausgeprägte Keimscheibe; Form siehe Foto; im Schnitt 13 x 7,5

Und was meint Ihr dazu?

Viele Grüße – Rika
Cheilos: Spielfigurenförmig

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Re: Noch ein Rollrasen-Pilz

Stefan S., (vor 4120 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

kein Panaeolus, sondern eine Conocybe.
Ich tippe auf das Milchweiße Samthäubchen (Conocybe lactea).

Viele Grüße
Stefan

Re: Noch ein Rollrasen-Pilz

UmUlmHerum, (vor 4119 Tagen) @ Stefan S.

Hallo Rika,
kein Panaeolus, sondern eine Conocybe.
Ich tippe auf das Milchweiße Samthäubchen (Conocybe lactea).
Viele Grüße
Stefan

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Hallo Stefan,

herzliche Dank für Deine schnelle Antwort! Ich schreibe noch ein bisschen mehr dazu als Antwort auf Andreas ... damit ich mich nicht wiederhole.

Viele Grüße – Rika

Re: Noch ein Rollrasen-Pilz

Andreas ⌂, (vor 4120 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Du hast Dir in Deiner Beschreibung die Antwort schon selbst gegeben.
Ein Panaeolus hätte, wie Du sicherlich weist, schwarzes Sporenpulver, also im Mikroskop dunkel rotbraune Sporen. Kann also schon mal nicht sein.
Des weiteren beschreibst Du die Zystiden als "spielfigurenförmig", also ein rundes Köpfchen auf einem dünnen, stark vom Kopf- und Bauchteil abgesetzten Hals. So eine Zystidenform ist charakteristisch für die Gattung Conocybe (nicht für Pholiotina!) und kommt ansonsten nur noch in ähnlicher Form bei einigen wenigen Häublingen vor.
Dass Dein Pilz kein Häubling ist, ist schon makroskopisch klar, könnte man aber zur Not auch mit der Hutdeckschicht absichern: Galerina hat eine liegende Kutis aus lauter langgestreckten Hyphen, Conocybe hat (wie alle Bolbitiaceae) ein Hymeniderm, also eine Deckschicht aus keulig-blasigen Zellen.
Innerhalb von Conocybe ist diese C. apala (= lactea, = albipes), um die es sich bei Deinem Pilz handelt, durch die relativ großen Fruchtkörper mit immer höherem als breiterem Hut und die auch feucht milchweiße Farbe gekennzeichnet.
Typischer Vorgartenrasenpilz, irgendwelche negativen Folgen beim Verschlucken von kleinen Stückchen sind bisher nicht bekannt geworden.

beste Grüße,
Andreas

Die Nachbarin hatte sich im Frühjahr einen super edlen Rollrasen legen
lassen. Der wird natürlich jeden Abend mit feinem Zisternenwasser
berieselt, sodass diese kleinen cremeweißen Pilzchen ständig sprießen.
Langsam bin ich doch neugierig geworden, was das wohl sein könnte, auch
angeregt durch Snoopys Rasenpilz. Ich denke, es könnte auch ein
Düngerling sein, aber nicht Panaeolina foenisecii. Schubst mich doch mal
in die richtige Richtung...
Die Pilzchen stehen einzeln, sind bis zu 10 cm hoch, und die Hüte sind auch
im Alter noch spitzkegelig – nicht glockig oder ausgebreitet.
Hut: Höhe 2-2,5 cm, Ø bis 1,5 cm; jung cremeweiß, dann mit fuchsigem
Spitzchen, ocker werdend – aber nicht braun. Längsrunzelig; im unteren
Drittel fein gerieft (aber trocken gleichfarbig); im Auflicht sieht die
HDS fein behaart aus, was ich aber im Quetschpräparat nicht bestätigt fand
– globulare Zellen. Der leicht welke Hut blieb am Finger kleben.
Lamellen : nicht untermischt; nur kurz angewachsen; Schneide steril (wirkt
dadurch heller); anfangs gleichfarben zum Hut, dann durch die reifen
Sporen fuchsbraun werdend.
Stiel : Ø 0,2-0,3 cm x bis zu 10 cm lang; schneeweiß; hohl; außen fein
gerieft und leicht gedreht.
Sporen : fuchsbraun; dickwandig; glatt; ausgeprägte Keimscheibe; Form siehe
Foto; im Schnitt 13 x 7,5
Und was meint Ihr dazu?
Viele Grüße – Rika
Cheilos : Spielfigurenförmig

Re: Noch ein Rollrasen-Pilz

UmUlmHerum, (vor 4118 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

die Antwort an Dich geht als letztes raus, weil ich mich vorher noch ein bisschen in all Deine Infos vertiefen wollte. Vorweg: mit den ganzen kleinen Lamellenpilzen habe ich mich bisher kaum beschäftigt. Ich bin ja schon froh, dass/wenn ich die größeren Pilze so halbwegs einer Gattung zuordnen kann. Und das ist immer das erste Problem – die Gattung. Schön wäre ein Programm, in das man alle bekannten Merkmale eingibt, und das dann alle in Frage kommenden Arten oder zumindest Gattungen für den genaueren Check ausspucken würde. Natürlich weiß ich schon ein paar wesentlich Eckpunkte, schau z.B. im GERHARDT nach SPP/Lamellen/Stiel; habe es auch schon mit RITA LÜDERS "Grundkurs Pilzbestimmung" probiert. Alles nicht wirklich befriedigend, zudem ja immer nur ausgewählte Arten näher beschrieben werden. Dazu kommt bei mir eine ziemliche Zeitnot, die auch noch einige Monate andauern wird – deshalb suche ich z.Zt. nicht stundenlang in Literatur + Web... Meine Funde vom letzten Wochenende, die ich eigentlich gerne mikroskopiert + bestimmt hätte, sind wieder alle in der Box vergammelt (eine orangene Scutellinia auf Lehm mit relativ langen Haaren; ein gelblicher Helmling einzeln auf Boden wachsend mit unten dunkelbraunem Stiel; ein unreifer, kleiner gestielter Becherling auf Bucheckerschale, den ich wenigstens unterm Mikro hatte; ein dunkelbraun-gezonter Schichtpilz in Hütchenform und ein Myxo...)

Meine autodidaktische Mikroskopiererfahrung ist auch erst knapp 2 Jahre, wobei ich nur wenige Basidiomyceten angeschaut habe, das meiste waren Ascos. Ja, und dann vergesse ich wieder, was ich schon mal gesehen habe :-( So war mir nicht bewusst, das lecythiforme Zystiden bei LBM so selten sind. Und die unterschiedliche Struktur der HDS.

Deswegen war Deine ausführliche Antwort sehr hilfreich für mich (ein Stück Pilzkurs), habe mir über solche wesentlichen Merkmale zur Grobeinteilung gleich einen Spickzettel angelegt – wider dem Vergessen. Danke, Andreas!

Viele Grüße – Rika

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Hallo Rika,
Du hast Dir in Deiner Beschreibung die Antwort schon selbst gegeben.
Ein Panaeolus hätte, wie Du sicherlich weist, schwarzes Sporenpulver, also im
Mikroskop dunkel rotbraune Sporen. Kann also schon mal nicht sein.
Des weiteren beschreibst Du die Zystiden als "spielfigurenförmig",
also ein rundes Köpfchen auf einem dünnen, stark vom Kopf- und Bauchteil
abgesetzten Hals. So eine Zystidenform ist charakteristisch für die
Gattung Conocybe (nicht für Pholiotina!) und kommt ansonsten nur noch in
ähnlicher Form bei einigen wenigen Häublingen vor.
Dass Dein Pilz kein Häubling ist, ist schon makroskopisch klar, könnte man
aber zur Not auch mit der Hutdeckschicht absichern: Galerina hat eine
liegende Kutis aus lauter langgestreckten Hyphen, Conocybe hat (wie alle
Bolbitiaceae) ein Hymeniderm, also eine Deckschicht aus keulig-blasigen
Zellen.
Innerhalb von Conocybe ist diese C. apala (= lactea, = albipes), um die es
sich bei Deinem Pilz handelt, durch die relativ großen Fruchtkörper mit
immer höherem als breiterem Hut und die auch feucht milchweiße Farbe
gekennzeichnet.
Typischer Vorgartenrasenpilz, irgendwelche negativen Folgen beim Verschlucken
von kleinen Stückchen sind bisher nicht bekannt geworden.
beste Grüße,
Andreas

Re: Noch ein Rollrasen-Pilz

Doris, (vor 4120 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

hoffentlich nicht die Nachbarin mit der schönen Saftlingswiese.

Grüße Doris

Re: Pilz auf meinem Grundstück - Haustintling

UmUlmHerum, (vor 4119 Tagen) @ Doris

Hallo Rika,
hoffentlich nicht die Nachbarin mit der schönen Saftlingswiese.
Grüße Doris

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Hallo Doris,

Du hast ein gutes Gedächtnis! Ja, die Papageien und Wiesenkeulchen. Nein, dieser innerdörfliche Magerrasen bleibt erhalten. Es handelt sich um meine künftige, nördliche Nachbarin im Neubauquartier, wo ich im Frühjahr die RiMu-Morcheln gejagt hatte, und ich in den kommenden 2 Monaten allmählich hinziehen werde – deswegen auch so wenig Zeit für Pilze :-( Aber im Süden wird ein etwas freakiger Landschaftsgärtner + family wohnen, deren Garten wird sicher nicht so steril... Obwohl: die Samthäubchen schrecken ja vor nichts zurück. Auch ich hatte schon im April die ersten Pilze auf meinem Grundstück: Haustintlinge, die mitten aus dem lehmigen Kalkschotter der Baugrubenverfüllung sprießten (schon mehrfach seither). Fand ich einen netten Willkommensgruß vom Pilzvolk.

Suchbild: Wer findet die zweite Gruppe? Am Tag zuvor war ich mit meinem Bauleiter ums Haus gelaufen, den Kopf voll mit allen möglichen bautechnischen Dingen, als der für´s Sehen zuständige Teil des Gehirns eine ungefragte Meldung an die Ratio schickte: da war doch gerade was im Augenwinkel, das hatte zwar die gleiche Farbe wie die Kalksteine, aber die Form passte überhaupt nicht – RUND! Bis ich die Bauleiter-Runde fertig hatte, war diese Meldung schon wieder vergessen. Erst am nächsten Tag, mit einem Bekannten unterwegs zu einer neuen Sarcoscypha-austriaca-Stelle, fiel mir die Begebenheit wieder ein. Später sind wir zu zweit 2x suchend um das ganze Haus gelaufen ... bis ich mich an die Himmelsrichtung (Westseite) erinnerte.
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Lösung:
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1 Tag später...
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Härchen auf dem Hut, 320x:
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Ich färbe ja selten, aber das sah doch klasse aus:
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Viele Grüße – Rika