Re: Noch ein Rollrasen-Pilz
Hallo Rika,
Du hast Dir in Deiner Beschreibung die Antwort schon selbst gegeben.
Ein Panaeolus hätte, wie Du sicherlich weist, schwarzes Sporenpulver, also im Mikroskop dunkel rotbraune Sporen. Kann also schon mal nicht sein.
Des weiteren beschreibst Du die Zystiden als "spielfigurenförmig", also ein rundes Köpfchen auf einem dünnen, stark vom Kopf- und Bauchteil abgesetzten Hals. So eine Zystidenform ist charakteristisch für die Gattung Conocybe (nicht für Pholiotina!) und kommt ansonsten nur noch in ähnlicher Form bei einigen wenigen Häublingen vor.
Dass Dein Pilz kein Häubling ist, ist schon makroskopisch klar, könnte man aber zur Not auch mit der Hutdeckschicht absichern: Galerina hat eine liegende Kutis aus lauter langgestreckten Hyphen, Conocybe hat (wie alle Bolbitiaceae) ein Hymeniderm, also eine Deckschicht aus keulig-blasigen Zellen.
Innerhalb von Conocybe ist diese C. apala (= lactea, = albipes), um die es sich bei Deinem Pilz handelt, durch die relativ großen Fruchtkörper mit immer höherem als breiterem Hut und die auch feucht milchweiße Farbe gekennzeichnet.
Typischer Vorgartenrasenpilz, irgendwelche negativen Folgen beim Verschlucken von kleinen Stückchen sind bisher nicht bekannt geworden.
beste Grüße,
Andreas
Die Nachbarin hatte sich im Frühjahr einen super edlen Rollrasen legen
lassen. Der wird natürlich jeden Abend mit feinem Zisternenwasser
berieselt, sodass diese kleinen cremeweißen Pilzchen ständig sprießen.
Langsam bin ich doch neugierig geworden, was das wohl sein könnte, auch
angeregt durch Snoopys Rasenpilz. Ich denke, es könnte auch ein
Düngerling sein, aber nicht Panaeolina foenisecii. Schubst mich doch mal
in die richtige Richtung...
Die Pilzchen stehen einzeln, sind bis zu 10 cm hoch, und die Hüte sind auch
im Alter noch spitzkegelig – nicht glockig oder ausgebreitet.
Hut: Höhe 2-2,5 cm, Ø bis 1,5 cm; jung cremeweiß, dann mit fuchsigem
Spitzchen, ocker werdend – aber nicht braun. Längsrunzelig; im unteren
Drittel fein gerieft (aber trocken gleichfarbig); im Auflicht sieht die
HDS fein behaart aus, was ich aber im Quetschpräparat nicht bestätigt fand
– globulare Zellen. Der leicht welke Hut blieb am Finger kleben.
Lamellen : nicht untermischt; nur kurz angewachsen; Schneide steril (wirkt
dadurch heller); anfangs gleichfarben zum Hut, dann durch die reifen
Sporen fuchsbraun werdend.
Stiel : Ø 0,2-0,3 cm x bis zu 10 cm lang; schneeweiß; hohl; außen fein
gerieft und leicht gedreht.
Sporen : fuchsbraun; dickwandig; glatt; ausgeprägte Keimscheibe; Form siehe
Foto; im Schnitt 13 x 7,5
Und was meint Ihr dazu?
Viele Grüße – Rika
Cheilos : Spielfigurenförmig