Gebackener Fischer... :-)

Krötenhocker, (vor 3147 Tagen)

Liebe Pilzgenießer,

Jürgen M. hat hier:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/html/projektverkost.html
eine Zusammenstellung seiner kulinarischen Selbstversuche mit Einzelverkostungen von Pilzarten online gestellt.
Vieles deckt sich geschmacklich mit meinen Erfahrungen. An einiges hätte ich mich allerdings nicht rangetraut...

Aber das Zitat bei Flammulina velutipes:

"Sehr würziger, delikater Geschmack, der an gebackenen Fischer erinnert..."

hat mich schon nachdenklich gemacht. Was der Jürgen so alles an Geschmacksrichtungen parat hat... :-)

Ansonsten sehr lesenwerte Porträts.

LG, Jens

Re: Gebackener Fischer... :-)

Älbler, (vor 3145 Tagen) @ Krötenhocker

Aber das Zitat bei Flammulina velutipes: "Sehr würziger, delikater
Geschmack, der an gebackenen Fischer erinnert..."

... wahrscheinlich meint er damit mich (grins).

Gruß
Christian

Re: Gebackener Fischer... :-)

Krötenhocker, (vor 3144 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

... wahrscheinlich meint er damit mich (grins).

Vor oder nach der Sauna???? ;-)

LG, Jens

Re: Gebackener Fischer... :-)

Älbler, (vor 3144 Tagen) @ Krötenhocker

... nach der Sauna.

Da hab ich auch immer so eine gelifizierte Huthaut ;-)

lg
Christian

Hallo Christian,
Vor oder nach der Sauna???? ;-)
LG, Jens

Dazu Frage nach B. edulis

Fulgor, (vor 3142 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo in die Runde

Danke fuer den Link. Juergen merkt unter B. edulis an:

"Man sollte in der Hauptsaison vermeiden, jeden Tag frische Steinpilze zu essen, da Parallelen zu Grünlings-Vergiftungen beobachtet wurden. Im Tierversuch lösten massive Gaben des Steinpilzes Symptome der Rhabdomyolyse - einer lebensgefährlichen Form der plötzlichen Muskelauflösung - aus."

Davon hoere ich zum ersten mal, gibt es dazu eine Quelle?

LG Thomas

Liebe Pilzgenießer,
Jürgen M. hat hier:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/html/projektverkost.html
eine Zusammenstellung seiner kulinarischen Selbstversuche mit
Einzelverkostungen von Pilzarten online gestellt.
Vieles deckt sich geschmacklich mit meinen Erfahrungen. An einiges hätte ich
mich allerdings nicht rangetraut...
Aber das Zitat bei Flammulina velutipes: "Sehr würziger, delikater
Geschmack, der an gebackenen Fischer erinnert..."
hat mich schon nachdenklich gemacht. Was der Jürgen so alles an
Geschmacksrichtungen parat hat... :-)
Ansonsten sehr lesenwerte Porträts.
LG, Jens

Re: Dazu Frage nach B. edulis

Jens ⌂, (vor 3142 Tagen) @ Fulgor

Hallo Thomas,
auf dieser Seite steht auch etwas dazu.
http://www.mykopedia.org/pilzvergiftungen/equestre-syndrom

Quelle ist wohl demnach: GUTHMANN J. HAHN C. & REICHEL R. (2011) - Taschenlexikon der Pilze Deutschlands. Quelle & Meyer-Verlag.

Gruß Jens

Hallo in die Runde
Danke fuer den Link. Juergen merkt unter B. edulis an: "Man sollte in
der Hauptsaison vermeiden, jeden Tag frische Steinpilze zu essen, da
Parallelen zu Grünlings-Vergiftungen beobachtet wurden. Im Tierversuch
lösten massive Gaben des Steinpilzes Symptome der Rhabdomyolyse - einer
lebensgefährlichen Form der plötzlichen Muskelauflösung - aus."
Davon hoere ich zum ersten mal, gibt es dazu eine Quelle?
LG Thomas

Dazu eine weitere Frage in die Runde

Fulgor, (vor 3135 Tagen) @ Jens

Hallo Jens und euch Allen

Ich möchte ja hier nicht anecken, aber inwieweit kann man dieser Quelle ernsthaft vertrauen? Welche Aussagekraft haben Versuche an Mäusen und/oder Ratten auf die "giftigen" Ergebnisse am Menschen? Wollt ihr mir die Steinpilze als potenziell gesundheitsschädlich verkaufen, damit ihr selber mehr sammeln könnt? Ich halte die "Ergebnisse" der Studie für fragwürdig und nicht auf den Menschen übertragbar. Die Nager wären wohl schon ausgestorben wenn da was dran wäre. Die fressen mir ja häufig alles weg ;-)

Nichts für Ungut und noch einen schönen Abend

Thomas

Hallo Thomas,
auf dieser Seite steht auch etwas dazu.
http://www.mykopedia.org/pilzvergiftungen/equestre-syndrom
Quelle ist wohl demnach: GUTHMANN J. HAHN C. & REICHEL R. (2011) -
Taschenlexikon der Pilze Deutschlands. Quelle & Meyer-Verlag.
Gruß Jens

Giftig?

Peter, (vor 3135 Tagen) @ Fulgor

Hallo Thomas,

die Antwort ist ganz einfach:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ (Paracelsus 1538)

Freundliche Grüße
Peter

Re: Dazu eine weitere Frage in die Runde

Tricholomopsis, (vor 3132 Tagen) @ Fulgor

Servus Thomas,

es gab die erste Rhabdomyolyse bei einem Menschen durch Röhrlinge (Verzehr von Rotkappen). Dennoch wird niemand den Steinpilz oder die Rotkappen als ernsthaft giftig deklarieren.

Wenn man aber weiß, dass er Rhabdomyolyse auslösen kann (kann - nicht muss), warum sollte man dann nichr davor warnen? Man muss ja nicht täglich kiloweise Steinpilze "fressen". Pilze sind eine sehr gute Beilage, aber eben kein Hauptgericht.

Mir selber ist es völlig egal, wie viele Steinpilze du täglich verdrücken willst. Ich sammle dir da nichts weg, da ich eh kaum Steinpilze esse, geschweige denn sie gezielt zum Essen suche.

Beim Grünling gab es Todesfälle - und viele Vergiftungen in Frankreich, Polen und auch mindestens eine in Deutschland. Beim Steinpilze gab es das noch nicht.

Du eckst aber nicht an, keine Sorge.

Nebenbei bemerkt - beim Kahlen Krempling haben auch viele Gift und Galle gespuckt, als der als potentiell tödlich "gebrandmarkt" wurde. Die Reaktionne gleichen sich irgendwie immer und immer wieder. Dass es relativ aktuell zwei Fälle von Kremplingssyndrom mit einem Todesfall und einem sehr schweren Verlauf hier bei uns in Deutschland gab - trotz sofortiger intensivmedizinischer Behandlung - ist dabei besonders tragisch. Es unterstreicht aber die Problematik von manchen ehemaligen Speisepilzen, auch wenn das hier nicht ganz vergleichbar ist.

Ich kläre jedenfalls über die potentiellen Gefahren auf und kläre dabei auch auf, dass man Steinpilze natürlich essen kann, aber eben nicht täglich und in zu großen Mengen - so auch in meinen Publikationen (z. B. Guthmann / Hahn / Reichel). Dich müsste das freuen, denn wenn sich das Wissen durchsetzt, bleibt mehr für dich übrig, da nicht mehr so viel auf einmal weggefuttert werden dürfte.

Ach ja, was Nager angeht - die sind ziemlich unempfindlich, was Rhabdomyolyse betrifft, weshalb man die Tierversuche eben nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen kann. Die Mengen, die die armen Mäuse und Ratten in den Versuchen fressen müssen, sind gigangtisch. Für Menschen reichen deutlich geringere Mengen, um Rhabdomyolyse auszulösen.

Es sind übrigens nicht nur Steinpilze, sondern auch Rotkappen und diverse Täublinge, die Rhabdomyolyse auslösen können (siehe oben).

Inwiefern du Studien für fragwürdig erachtest, obwohl du sie offenbar noch nicht einmal gelesen hast, musst du mit dir ausmachen. Menschen sind so, ich weiß...

Ebenfalls nix für ungut,
Christoph

Hallo Jens und euch Allen
Ich möchte ja hier nicht anecken, aber inwieweit kann man dieser Quelle
ernsthaft vertrauen? Welche Aussagekraft haben Versuche an Mäusen und/oder
Ratten auf die "giftigen" Ergebnisse am Menschen? Wollt ihr mir
die Steinpilze als potenziell gesundheitsschädlich verkaufen, damit ihr
selber mehr sammeln könnt? Ich halte die "Ergebnisse" der Studie
für fragwürdig und nicht auf den Menschen übertragbar. Die Nager wären
wohl schon ausgestorben wenn da was dran wäre. Die fressen mir ja häufig
alles weg ;-)
Nichts für Ungut und noch einen schönen Abend
Thomas

Re: Dazu eine weitere Frage in die Runde

Andreas ⌂, (vor 3132 Tagen) @ Tricholomopsis

Hallo Christoph,

es gab die erste Rhabdomyolyse bei einem Menschen durch Röhrlinge (Verzehr
von Rotkappen).

ich kenne diesen Fall nicht, frage mich aber (generell) wie denn nachgewiesen wird, dass die Rhabdomyolyse-Symptome, die jemand hat, auf den Pilzgenuss zurückzuführen sind. Rhabdomyolyse kann durch so viele verschiedene Dinge ausgelöst werden, bis hin zu Sport (übermäßiger Beanspruchung von Muskelpartien). Ich bin da auch eher skeptisch, ob wirklich ALLE möglichen anderen Auslösefaktoren ganz sicher ausgeschlossen werden konnten bevor man dem armen Rotkäppchen das in die Schuhe schiebt ...

beste Grüße,
Andreas

Re: Dazu eine weitere Frage in die Runde

Tricholomopsis, (vor 3132 Tagen) @ Andreas

Servus Andreas,

natürlich kann man nie eine völlig eindeutige Ursache-Wirkungs-Kette belegen. Es kann reiner Zufall sein, klar.

Der Fall stammt aus Polen und wurde in einer medizinischen Zeitschrift publiziert. Die Person aß mehrfach hintereinander größere Mengen eines Mischgrichts aus Steinpilzen und Rotkappen.

Beide, Steinpilze und Rotkappen lösen im Tierversuch Rhabdomyolyse bei Mehrfachverzehr hoher Mengen aus.

Insofern kann man durchaus eine Beziehung zu den Mahlzeiten vermuten. Dass gerade dann, wenn große Mengen der besagten Pilze verzehrt wurden, durch Sport oder durch Einnahme von Aspirin Rhabdomyolyse ausgelöst wurde, ist nicht auszuschließen, aber dann eben weniger wahrscheinlich, als dass der Pilzverzehr eine Rolle spielte.

Beim Grünling gibt es halt so viele Fälle (mittlerweile), dass der Zusammenhang sicher keine Scheinkorrelation ist. Beim Steinpilze / den Rotkappenist die Fallzahl eben so übersichtlich klein, dass eine Scheinkorrelation natürlich nicht ausgeschlossen werden kann.

Ich habe das - auch den Fall aus Polen mit den Steinpilzen/Rotkappen - in meinem Artikel über Vergiftungssyndrome in der Mycol. Bav. ausführlich diskutiert. Auch die Empfindlichkeit der Mäuse im Vergleich zum Menschen (etc.). Vorschlag meinerseits: lies den Artikel mal durch - falls dann Fragen bestehen, beantworte ich die - soweit ich kann - sehr gerne. So sind meine Antworten aus dem Stegreif (bin in der Arbeit und nicht daheim) ungenauer als mein Artikel. Falls du ihn nicht haben solltest, kann ich ihn dir auch schicken.

Mein Fazit: statt zu raffen und tagein tagaus Unmengen an Steinpilzen & Co. zu verspeisen lieber die Zeit investieren, besondere Rezepte auszuprobieren und dann aus wenigen Pilzen etwas umso schmakchafteres zaubern... das tut dem Pilzbestand gut und so wird man nie Rhabdomolyse durch Pilzverzehr bekommen (solange man nicht Russula subnigricans isst, da reicht ja bekanntlich eine einmalig Mahlzeit - die ist halt so richtig und ganz konkret giftig, kommt bei uns aber nicht vor).

Liebe Grüße,
Christoph

Hallo Christoph,
ich kenne diesen Fall nicht, frage mich aber (generell) wie denn nachgewiesen
wird, dass die Rhabdomyolyse-Symptome, die jemand hat, auf den Pilzgenuss
zurückzuführen sind. Rhabdomyolyse kann durch so viele verschiedene Dinge
ausgelöst werden, bis hin zu Sport (übermäßiger Beanspruchung von
Muskelpartien). Ich bin da auch eher skeptisch, ob wirklich ALLE möglichen
anderen Auslösefaktoren ganz sicher ausgeschlossen werden konnten bevor
man dem armen Rotkäppchen das in die Schuhe schiebt ...
beste Grüße,
Andreas

Re: Dazu Frage nach B. edulis

Stephan Weißer, (vor 3132 Tagen) @ Jens

Ja, da wirds wohl höchste Zeit, dass in neu herausgegebenen Pilzbüchern auch der Steinpilz einen Totenkopf bekommt. Beim Grünling haben sie es ja schon so gemacht.
FG
Stephan

Re: Dazu Frage nach B. edulis

Der Juergen, (vor 3135 Tagen) @ Fulgor

Hallo Thomas,

Danke fuer den Link. Juergen merkt unter B. edulis an: "Man sollte in
der Hauptsaison vermeiden, jeden Tag frische Steinpilze zu essen, da
Parallelen zu Grünlings-Vergiftungen beobachtet wurden. Im Tierversuch
lösten massive Gaben des Steinpilzes Symptome der Rhabdomyolyse - einer
lebensgefährlichen Form der plötzlichen Muskelauflösung - aus."
Davon hoere ich zum ersten mal, gibt es dazu eine Quelle?

ja, wie Jens schon schrieb,handelt es sich um das Pilzlexikon von Guthmann, Reichel & Hahn. Die Quellen sind bei unseren Artportraits, natürlich auch bei den kulinarischen, immer unten aufgeführt!

mit besten Grüßen
Jürgen

Re: Gebackener Fischer... :-)

Der Juergen, (vor 3135 Tagen) @ Krötenhocker

hallo Jens,

vielen Dank für die Bekanntmachung meiner Pilz-Kulinaristik;-9

Aber das Zitat bei Flammulina velutipes: "Sehr würziger, delikater
Geschmack, der an gebackenen Fischer erinnert..."

in der Tat ein Tippfehler, da mir die geschmackliche Beschaffenheit von Fischern nicht bekannt ist.

Ansonsten sehr lesenwerte Porträts.

Danke

LG, Jens

liebe Grüßle zurück
Jüergen