Fotostrecke B: Oktober - Rest

UmUlmHerum, (vor 2869 Tagen)

Hallo miteinander!

Hier kommen Bilder vom 7. - 31. Oktober 2018. Ein Teil der Pilze stammen aus der Gegend ein paar km nördlich von Uffing (Obb., Nähe Staffelsee, Höhenlagen ± 650 mNN, teils Kalk, teils anmoorig), der Rest ist wieder vom Hochsträß UmUlmHerum. Wie gehabt: es darf benamst werden ;-) und von einer Art weiß ich nur die Gattung, bei einem anderen ist die Art generell nicht so richtig klar (Forschungsbedarf lt. Andreas Melzer).

Fangen wir mit den Uffinger Pilzen an, alle fotografiert am 7.10.18:
1. Ein wunderschöner Schleierling, den ich mehrfach im Jahr in den dortigen Fichtenbergwäldern antreffe:
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2. Diese Art kennt Ihr sicherlich, an diesem Tag in rauen Mengen vorhanden – das musste ich doch ablichten:
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3. Den kennt Ihr natürlich auch, immer wieder schön im Detail:
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4. In der Ulmer Gegend noch nie gesehen, bei Uffing fruktifiziert die Art aber mehrfach im Jahr – einer meiner Lieblingspilze, weil Blau bei Pilzen so selten ist, und man ihn ohne Mikro bestimmen kann ;-)
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Jetzt sind wir wieder UmUlmHerum.
5. Sie wuchsen auf einem finalmorschen Eichenstamm:
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6. Und diese hier auf einem Fichtenstumpf:
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7. Der hier ist auch unverkennbar, auf dem liegenden Buchenstamm wuchsen zwei solche "Haufen":
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8. Auch auf einem liegenden Buchenstamm, ganz in der Nähe der Nr. 7 (jaja, auf so mächtigen Buchentotholz ist immer was los):
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9./10. Zu guter Letzt was einfach-schwieriges – Sporen helfen nicht immer weiter. Beide Aufsammlungen wuchsen übrigens keine 10m und 18 Tage auseinander:
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Ich hoffe, die Fotosammlung muntert Euch in diesen trüben Novembertagen ein wenig auf...
Dieser Tage gibt es dann noch eine Fortsetzung C mit November-Pilzen vom Hochsträß.

Viele Grüße – Rika

Re: Fotostrecke B: Oktober - Rest

Fiedelmaxe, (vor 2868 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

ich wiederhole mich- wunderbare Bilder, vielen Dank für das Zeigen !

Die ersten drei sind ja sehr eindeutig- der Schleimfuß ist mit der Cortina wirklich ein Schmuckstück.
Nr 4. ist beeindruckend, möchte ich gerne auch einmal finden- der sollte übrigens doch eher bei den "Bläulingen" eingeordnet werden anstatt in seiner jetzigen Gattung ;-)

Nr. 5 wage ich mal einen "Blindschuss" - Psathyrella olympiana, der würde jedenfalls auf Laubholz passen.

Nr. 7 C.c., bei mir leider dieses Jahr nicht gefunden, sonst aber immer.

Bei Nr. 9 bzw 10 kann ich zu den Sporen nix sagen, da ich davon nichts verstehe; aber makroskopisch scheint mir links eher C. atramentarius und link ev. C. acuminatus zu sein.

Der Habitus ist ja vergleichbar, nur ist Zweiterer gewöhnlich etwas schmächtiger und typischerweise kaum gefaltet. Ich habe einen solchen Tintling fast identisch kützlich bei Kloster Eberbach gefunden, den ich unter Vorbehalt als C. acuminatus angesprochen habe- die meist deutlich dunkel abgesetzte Mitte ist ja auch bei deinen Exemplaren zu erkennen.

Bin gespannt, ob andere hier noch mehr wissen.

Beste Grüße,

Sebastian

Hallo miteinander!
Hier kommen Bilder vom 7. - 31. Oktober 2018. Ein Teil der Pilze stammen aus
der Gegend ein paar km nördlich von Uffing (Obb., Nähe Staffelsee,
Höhenlagen ± 650 mNN, teils Kalk, teils anmoorig), der Rest ist wieder vom
Hochsträß UmUlmHerum. Wie gehabt: es darf benamst werden ;-) und von einer
Art weiß ich nur die Gattung, bei einem anderen ist die Art generell nicht
so richtig klar (Forschungsbedarf lt. Andreas Melzer).
Fangen wir mit den Uffinger Pilzen an, alle fotografiert am 7.10.18: 1. Ein
wunderschöner Schleierling, den ich mehrfach im Jahr in den dortigen
Fichtenbergwäldern antreffe:
2. Diese Art kennt Ihr sicherlich, an diesem Tag in rauen Mengen vorhanden –
das musste ich doch ablichten:
3. Den kennt Ihr natürlich auch, immer wieder schön im Detail:
4. In der Ulmer Gegend noch nie gesehen, bei Uffing fruktifiziert die Art
aber mehrfach im Jahr – einer meiner Lieblingspilze, weil Blau bei Pilzen
so selten ist, und man ihn ohne Mikro bestimmen kann ;-)

Jetzt sind wir wieder UmUlmHerum.
5. Sie wuchsen auf einem finalmorschen Eichenstamm:
6. Und diese hier auf einem Fichtenstumpf:

7. Der hier ist auch unverkennbar, auf dem liegenden Buchenstamm wuchsen zwei
solche "Haufen":
8. Auch auf einem liegenden Buchenstamm, ganz in der Nähe der Nr. 7 (jaja,
auf so mächtigen Buchentotholz ist immer was los):

9./10. Zu guter Letzt was einfach-schwieriges – Sporen helfen nicht immer
weiter. Beide Aufsammlungen wuchsen übrigens keine 10m und 18 Tage
auseinander:
Ich hoffe, die Fotosammlung muntert Euch in diesen trüben Novembertagen ein
wenig auf...
Dieser Tage gibt es dann noch eine Fortsetzung C mit November-Pilzen vom
Hochsträß.
Viele Grüße – Rika

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Re: Fotostrecke B: Oktober - Diskussion

UmUlmHerum, (vor 2866 Tagen) @ Fiedelmaxe

Hallo Rika,
ich wiederhole mich- wunderbare Bilder, vielen Dank für das Zeigen !
Die ersten drei sind ja sehr eindeutig- der Schleimfuß ist mit der Cortina
wirklich ein Schmuckstück.
Nr 4. ist beeindruckend, möchte ich gerne auch einmal finden- der sollte
übrigens doch eher bei den "Bläulingen" eingeordnet werden
anstatt in seiner jetzigen Gattung ;-)
Nr. 5 wage ich mal einen "Blindschuss" - Psathyrella olympiana, der
würde jedenfalls auf Laubholz passen.
Nr. 7 C.c., bei mir leider dieses Jahr nicht gefunden, sonst aber immer.
Bei Nr. 9 bzw 10 kann ich zu den Sporen nix sagen, da ich davon nichts
verstehe; aber makroskopisch scheint mir links eher C. atramentarius und
link ev. C. acuminatus zu sein.
Der Habitus ist ja vergleichbar, nur ist Zweiterer gewöhnlich etwas
schmächtiger und typischerweise kaum gefaltet. Ich habe einen solchen
Tintling fast identisch kützlich bei Kloster Eberbach gefunden, den ich
unter Vorbehalt als C. acuminatus angesprochen habe- die meist deutlich
dunkel abgesetzte Mitte ist ja auch bei deinen Exemplaren zu erkennen.
Bin gespannt, ob andere hier noch mehr wissen.
Beste Grüße,
Sebastian

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Hallo Sebastian,

ja, ich war auch gespannt, ob andere mehr wissen – wissen sicherlich, aber wohl keine Lust zu schreiben.
Dir auch wiederum ganz herzlichen Dank für Dein Kompliment – in solchen Fällen freue ich mich auch gerne öfter ;-)

Hier der Vollständigkeit halber eine kurze Namensliste, um dann noch auf die zwei/drei Problemfälle etwas näher einzugehen:

Nr. 1: Runzeliggeriefter/Lilastieliger/Honig-Schleimfuß (Cortinarius stillatitius)
Nr. 2: Trompeten-Pfifferling (Cantharellus tubaeformis)
Nr. 3: Geselliger Glöckchennabeling (Xeromphalina campanella)
Nr. 4: Stahlblauer Rötling (Entoloma nitidum) – ein Bläuling mit rötlichen Sporen ;-)
Nr. 5: Über diese Psathyrella schreibe ich Anschluss noch was
Nr. 6: Bitterer Saftporling (Postia/ehem. Oligoporus stiptica)
Nr. 7: Dorniger Stachelbart (Hericium/ehem. Creolophus cirr(h)atum) – dazu hatte ich Doris schon ausführlicher geantwortet.
Nr. 8: Rosaroter Wachsporling (Ceriporia excelsa)
Nr. 9/10: Die obskuren Faltentintlinge (Coprinopsis spec.)

Zu den Mürblingen auf Eiche (Nr. 7):

Ich hatte zwar 2 Frk. mitgenommen und fest vor, sie unters Mikro zu legen... aber bis ich dazu kam, war die Teile im Kühlschrank zu vergammelt. Als ich nächste Mal zum Standort kam (3 Wochen später), war nix mehr da :-(
Deswegen bin ich auf Mutmaßungen angewiesen. Leider gibt da einige mögliche Kandidaten. Psathyrella olympiana denke ich weniger – zuwenig Velumreste. Im näheren Dunstkreis wären dann noch P. fibrillosa und P. squamosa etc. Durch den Standort auf morscher Eiche und das fetzig am Hutrand hängende Velum tendiere ich zu Psathyrella spintrigeroides, aber ohne Mikro bleibt es eine Vermutung. Vielleicht kommen sie nächstes Jahr wieder – dann sind sie fällig. Hier noch ein paar Fotos, vielleicht gibt´s ja doch noch eine Meinung dazu?!

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Zu den Faltentintlingen (Nr. 9/10: Coprinopsis):

Makroskopisch würde doch jeder sagen, das sind zwei verschiedene Arten. Wenn ich nur die Sporen anschaue, dann wäre es eine Art... Über diese Kollektionen habe ich mich mit Pilzmel-Andreas sowie Lothar K. ausgetauscht. Andreas sagt, "es ist genetisch gesichert, dass atrametaria, romagnesiana und acuminate selbstständige Arten sind, wobei sich der erste noch in zwei spalten könnte (die squamosa ist verdächtig). … In der Genbank tummeln sich in diesem Komplex zahlreiche falsche Bestimmungen (was niemand zu verübeln ist). … Die Truppe um atramentaria ist wirklich kompliziert, weil sich alles mögliche überlappt. Drum gibt es ja verschiedene Meinungen hierzu. Ich halte mich da lieber erst mal aus der Diskussion raus." Lothar nennt, solange da nix Genaues bekannt ist, sie alle Coprinopsis atrametaria s.l., damit ist man auf alle Fälle aus dem Schneider ;- Coprinopsis acuminate hat m.E. viel weniger + vergängliche Schüppchen auf dem Hut. Den im unteren Drittel abgesetzten Stiel können mehrere Arten, m.E. aber nicht atrametaria. Andreas-Pilzmel empfiehlt, solche Funde gut zu dokumentieren + sequenzieren zu lassen, damit mal ein paar besser belastbare Daten zusammenkommen.

Ich für meinen Teil sehe in der rechten Kollektion typische Graue Faltentintlinge (Coprinopsis atrametaria), zu der linken Kollektion würde ich gerne Braunschuppiger Faltentintling (Coprinopsis romagnesiana) sagen.

Schon wieder so spät ... guten Nacht – Rika

Re: Fotostrecke B: Oktober - Rest

Doris, (vor 2868 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

schöne, bunt Vielfalt. Du hast recht, man muss nur richtig hinschauen, die
Tothölzer sind sehr bunt und ertragreich. Aber einen Stachelbart habe ich noch nie gefunden - oder wahrscheinlich nicht richtig hingeschaut. Ist es der Igel-Stachelbart?

LG Doris

Re: Fotostrecke B: Oktober - Hericium cirratum

UmUlmHerum, (vor 2867 Tagen) @ Doris

Hallo Rika,
schöne, bunt Vielfalt. Du hast recht, man muss nur richtig hinschauen, die
Tothölzer sind sehr bunt und ertragreich. Aber einen Stachelbart habe ich
noch nie gefunden - oder wahrscheinlich nicht richtig hingeschaut. Ist es
der Igel-Stachelbart?
LG Doris

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Hallo Doris,

danke für Deine liebe Rückmeldung!
Ich bin mir sicher, dass Du einen Stachelbart nicht übersehen hättest! Sie sind halt nicht so häufig, ich habe insgesamt auch erst 3 Hericium-Arten gesehen, davon einen Igel-Stachelbart im Naturpark auf Rügen (und den hat mir ein Förster gezeigt). Die anderen beiden Funde sind schon auf dem Hochsträß gewesen + selbst gefunden, jeweils Dornige Stachelbärte.

Mit der Nomenklatur gibt es gewisse Unklarheiten: noch in GPBW wird der Dornige Creolophus cirratus genannt, und im GERHARDT Creolophus cirrhatus. KRIEGLSTEINER schreibt dazu, dass das "h" im Epithet ein Schreibfehler sei... Inzwischen heißt dieser Pilz gemäß Mycobank und Index Fungorum Hericium cirrhatum (Pers.) Nikol., Trudy bot. Inst. Akad. Nauk. SSR, II: 343 (1950). Wenigstens wissen wir hier alle, welcher Pilz gemeint ist.
Vielleicht weiß ja jemand, wie der Dornige von Creolphus (wieder?) zu einem Hericium geworden ist?

Zu den restlichen Pilzen dieser Fotostrecke schreibe ich später noch was... mit den Faltentintlingen ist es nicht so einfach – da wissen wir i.d.R. nicht, welcher Pilz gemeint ist.

Viele Grüße – Rika