Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

UmUlmHerum, (vor 2632 Tagen)

Hallo miteinander!

Ja, es gibt derzeit sehr wenige Pize... trotzdem könnte der Eine oder die Andere ja mal wieder was schreiben?!! Ich schätze, jeden Tag schauen trotz seit längerem leerem Index-Überblick an die 100 Leute hier rein. Und es wäre doch jammerschade, wenn dieses – das übersichtlichste aller deutschsprachigen Pilzforen – Forum endgültig in der Versenkung verschwände!

Heute (= eigentlich gestern) habe ich im Schnelldurchgang ein paar Waldränder von einer Forststraße aus gecheckt, wollte sehen, ob wirklich so gar nix wächst. Der Regenschauer vom Nachmittag hatte hier immerhin 10 Liter Niederschlag in einer halben Std. gebracht – die Pfützen an den Wegrändern sind wieder gefüllt, im lockeren Laubwald ist die Bodenschicht ordentlich nass geworden, während in den Nadelwälder kaum was unten angekommen ist.

Es ließ sich aber tatsächlich ein bisschen was finden, allerdings hatte ich keine Kamera dabei (da muss ich noch mal hin für Fotos!):
Die Honig-Täublinge (Russula melliolens) waren zu FÜNFT und zeitgleich wie letztes Jahr in ähnlicher Wetterkonstellation an gleicher Stelle in allen Altersstufen unterwegs – genauere Beschreibung siehe Beitrag 336816
Auf einem liegenden Birkenast ein junger, frischer Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus nidulans); auf einem Buchenast ein ebenso knackiger, noch winziger Polyporus, vermutlich tuberaster; zwei Perlpilze (Amanita rubescens); ein paar vertrocknete Pfifferlinge (Cantharellus spec.); einige hübsche, wieder erblühte Halsband-Schwindlinge (Marasmius rotula) auf Buchenast; ein paar Ockerbraune Trichterlinge (Infundibulicybe gibba) und ein bisschen Kleinzeug aus der Psathyrella-Ecke...

Doch nun zum Titelhelden:
Schon am 22.06.19 hatte ich eine ganze Gruppe dieser Ockergrauen Riesen-Scheidenstreiflinge Amanita lividopallescens gefunden, sie wuchsen typisch am Wegrand der kalkgeschotterten Forststraße mit schwerem Lösslehm drunter bei Buche und Eiche, unweit der Honig-Täublinge. Anscheinend ist diese Art 2019 ungewöhnlich häufig – für mich ein Erstfund, in der Pilzflora Ehingens auch noch nicht gelistet, in GpBW und der Pilzkartierung Deutschland in meiner Gegend (Hochsträß) ebenfalls nicht. Dieses Jahr wurde diese Art ab Ende Mai bis Mitte Juni in verschiedenen Foren vorgestellt bzw. angefragt. Dadurch bin ich auch relativ schnell auf den Namen gekommen. Heute war ich aber erstaunt, noch einmal frisches(!) Exemplar mit Hut-Ø 10...12 cm dort zu finden! Hier die Fotos vom 22.06.19:

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Viele Grüße – Rika

Re: Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

Doris, (vor 2631 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

wenn der häufig ist, dann scheine ich langsam pilzblind zu werden.
Aber es ist gut, dass Du auf ihn aufmerksam machst, bestimmt wird er auch oft einfach nicht beachtet.

Zum Forum - ist halt nicht so frequentiert, finde das aber nicht so tragisch,
Forenangebote sind inzwischen so gewachsen, das verteilt sich.

Deine Beiträge sind auf jeden Fall immer interessant, danke.

Viele Grüße
Doris

Re: Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

UmUlmHerum, (vor 2631 Tagen) @ Doris

Hallo Rika,
wenn der häufig ist, dann scheine ich langsam pilzblind zu werden.
Aber es ist gut, dass Du auf ihn aufmerksam machst, bestimmt wird er auch oft
einfach nicht beachtet.
Zum Forum - ist halt nicht so frequentiert, finde das aber nicht so tragisch,
Forenangebote sind inzwischen so gewachsen, das verteilt sich.
Deine Beiträge sind auf jeden Fall immer interessant, danke.
Viele Grüße
Doris

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Hallo Doris, Du treue Forumsseele!

Der Begriff "häufig" war latürnich relativ gemeint ;-) ... gegenüber noch nie gesehen sind 7 Exemplare in 4 Wochen doch häufig – oder nicht? Ich hatte von diesem Scheidenstreifling vorher noch nicht einmal was gehört, und nun tauchte er in allen gängigen Foren auf – er hat wohl gerade "sein Jahr".

Übersehen wird er von routinierten Hobby-Mykologen wohl am ehesten, weil sie sich meist im (tiefen) Wald aufhalten, anstatt auf den geschotterten Forststraßen zu wandeln. Insofern hatte ich das Glück, meine 90-jährige Mutter mit Demenz und Rollator nicht ganz aus den Augen verlieren zu wollen und habe deshalb nicht nur auf Wildwechseln das Unterholz durchquert... Wenn er Dir mal über den Weg läuft, wirst Du ihn sicher nicht übersehen: ein mords stämmiger Kerl mit einem u.U. ebenso großen Hut wie die Schwester Ceciliae, nur gedrungener und blasser gefärbt, eben ockergrau. Und er hat keine solche doppelt gerandete Knolle. Gibt´s bei Dir schwere basische Lehmböden? Die mag er angeblich. An meinem Standort wurden letztes Jahr die ganzen Forststraßen mit schwerem Gerät beidseitig um vielleicht 1...1,5 m verbreitert, nach außen abfallend, damit das Wasser abfließen kann + die Straßen nicht zuwachsen – das sah erst mal ganz fürchterlich aus. Auf so einem "Seitenstreifen" ließ sich also Amanita lividopallescens nieder. Mal schauen, ob er nächstes Jahr wiederkommt oder doch ein richtig seltener Pilz ist ;-)

Gute Nacht – Rika

Re: Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

Stephan Weißer, (vor 2630 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ich kenne Amanita lividopallescens von vier Parkanlagen und Friedhöfen, wo sie regelmäßig und ziemlich verlässlich erscheint, aber im Wald habe ich die Art noch nie angetroffen. Vielleicht hat sie einfach ein Faible für Kulturstandorte.
FG
Stephan

Re: Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

Stephan Weißer, (vor 2630 Tagen) @ UmUlmHerum

Ja, es gibt derzeit sehr wenige Pize... trotzdem könnte der Eine oder die
Andere ja mal wieder was schreiben?!!

Hallo Rika,

gern würde ich hier mal wieder Pilzbilder posten, aber es gibt nix, nix, NIX!!! Im letzten Jahr keine einzige Schlechtwetterperiode, in diesem Jahr auch grade mal eine Ende Mai, Anfang Juni. Danach 38 Grad, und danach war "abela" mit Pilzen. Was sollte mich dazu bringen, immer wieder wie ein Zombie durch ausgedörrte pilzleere Wälder zu taumeln?

In diesem Jahr geht es jetzt wieder genau so los wie letztes Jahr - es wechseln sich ausgesprochene Hitzeperioden mit Nordafrikatemperaturen mit Perioden altbekannter Sommerhitze (also 28 bis 30 Grad) und ohne Regen ab. Das ist exakt das, was man früher Mittelmeerklima nannte. Für so was sind unsere Wälder einfach nicht gemacht, und bald schon könnte es vorbei sein mit dem, was wir unter dem Begriff Wald kennen. Die früher aus Mitteleuropa bekannten Schlechtwetterperioden im Sommer mit zweiwöchigem Regen und Temperaturen um 20 Grad, wann waren denn die zum letzten Mal? Dunkel kann ich mich an eine vor zwei Jahren, so rum Anfang August 2017, erinnern.

Also wie gesagt, wenn es Berichtenswertes gibt, bin ich sofort dabei, aber im Moment regiert nur der Frust.

FG
Stephan

Re: Ockergrauer Riesen-Scheidenstreifling

UmUlmHerum, (vor 2629 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Rika,
gern würde ich hier mal wieder Pilzbilder posten, aber es gibt nix, nix,
NIX!!! Im letzten Jahr keine einzige Schlechtwetterperiode, in diesem Jahr
auch grade mal eine Ende Mai, Anfang Juni. Danach 38 Grad, und danach war
"abela" mit Pilzen. Was sollte mich dazu bringen, immer wieder
wie ein Zombie durch ausgedörrte pilzleere Wälder zu taumeln?
In diesem Jahr geht es jetzt wieder genau so los wie letztes Jahr - es
wechseln sich ausgesprochene Hitzeperioden mit Nordafrikatemperaturen mit
Perioden altbekannter Sommerhitze (also 28 bis 30 Grad) und ohne Regen ab.
Das ist exakt das, was man früher Mittelmeerklima nannte. Für so was sind
unsere Wälder einfach nicht gemacht, und bald schon könnte es vorbei sein
mit dem, was wir unter dem Begriff Wald kennen. Die früher aus
Mitteleuropa bekannten Schlechtwetterperioden im Sommer mit zweiwöchigem
Regen und Temperaturen um 20 Grad, wann waren denn die zum letzten Mal?
Dunkel kann ich mich an eine vor zwei Jahren, so rum Anfang August 2017,
erinnern.
Also wie gesagt, wenn es Berichtenswertes gibt, bin ich sofort dabei, aber im
Moment regiert nur der Frust.
FG
Stephan

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Hallo Stephan,

vielen Dank für Deine beruhigenden Worte! Du bist also weiterhin an Bo(a)rd – schön!!
Ja, das Wetter ist schon krass, hier der dritte ± trockene Sommer in Folge. Beunruhigend! Kein Wunder, dass sich nicht wenige unserer Hobby-Mykologenfreunde auf Phytos und Coprophile stürzen...
Gestern war ich noch mal zum Fotografieren im o.a. Wald – 6 verschiedene Arten mit Hut und Stiel, davon 3, die erst nach letztem Sonntag das grelle Licht der Welt erblickten. Ich muss die Bilder noch runterladen und verkleinern, dann stelle ich sie noch ein. Leider komme ich derzeit kaum vor Mitternacht an den Rechner...

Viele Grüße – Rika