Alles aus dem Holz, nix aus dem Boden ...

Biobertl, (vor 1833 Tagen)

Ja, liebe Pilzfreunde, so lässt sich die Situation der letzten Wochen im nordöstlichen Wiener Wald leider treffend beschreiben. Ist zwar nicht aufregend, was ich zuletzt an Holz fruktifizierend gefunden habe, aber ich zeig es euch mal und hoffe, alles richtig bestimmt zu haben.

Liebe Grüße,

Herbert

Re: Pinselschüppling

zuehli ⌂, (vor 1831 Tagen) @ Biobertl

Sicher kein Pinselschüppling. Erstens fehlen die "Pinsel" und zudem wächst der i.d.R. auf Boden.
Wenn das Substrat Buche ist, kommt Pholiota adiposa in Frage.
Ansonsten:

Ph. cerifera -> Weide
Ph. limonella -> Birke, Erle, manchmal auf Nadel

Beste Grüße
Harald

Re: Pinselschüppling

Biobertl, (vor 1831 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

vielen Dank für deinen Hinweis auf Pholiota adiposa, da wirst du schon recht haben. Die FK wuchsen nämlich wirklich aus einem Rotbuchenstamm - und nicht auf dem Boden.
Habe mir jetzt alle möglichen Schüpplingsarten angeschaut, für mich als Laien sehen sich manche davon sehr ähnlich, da muss ich in Zukunft genauer aufpassen.

Liebe Grüße,

Herbert

Re: Buckeltramete (!) - u.a.

UmUlmHerum, (vor 1832 Tagen) @ Biobertl

Hallo Herbert,

die Buckeltramete ist von unten ganz eindeutig – längliche Poren. Und von oben weiß + Algen + oft sehr zerfressen, dickfleischig – das passt alles.
Der Rehbraune Dachpilz ist zumindest sehr wahrscheinlich, ein Blick von unten hätte nicht geschadet – der könnte ja auch braune Lamellenschneiden haben.
Der Stachelbart ist eh klar, beim Schüppling enthalte ich mich der Stimme, da müsste ich mehr Merkmale wissen.

Auch UmUlmHerum ist Situation ungewöhnlich schlecht – ich kann mich nicht daran erinnern, jemals schon so wenig Frk./Arten um diese Jahreszeit gehabt zu haben. Auch seltsam: es gibt keine Röhrlinge! Nicht mal Rotfüße oder Pfefferröhrlinge.

Entweder ist das Myzel in den nassen Monaten verfault oder die Pilze stecken ihre ganze Energie gerade ins Myzel, um die Trockenschäden der letzten Jahre auszugleichen? Keine Ahnung, schon sehr merkwürdig.

Anbei ein "Lichtblick" von gestern, wuchs in einem feuchten nordseitigen Graben - Mycena acicula.

Viele Grüße – Rika

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Re: Rehbrauner Dachpilz

Biobertl, (vor 1831 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

vielen Dank für deine Ausführungen, besonders zum Rehbraunen Dachpilz. Natürlich hab ich ein Bild von der Unterseite, aber ich hab es nicht gepostet, weil ich glaubte, dass der R.Dp. eh klar ist. Aber scheinbar ist nicht alles, was für einen Laien wie mich nach Rehbraunem Dachpilz aussieht, ein ebensolcher. Daher zeige ich dir / euch unten einen weiteren, für mich R.Dp. Bin jetzt nämlich ziemlich verunsichert, vielleicht ist ja keiner der beiden ein Rehbrauner Dachpilz.

Liebe Grüße,

Herbert

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Re: Rehbrauner Dachpilz

coco, (vor 1830 Tagen) @ Biobertl

Hi Herbert,

Faustregel: Wenn ein Rehbrauner Dachpilz nach Rettich riecht, ist es einer. Wenn nicht, hilft nur mikroskopieren..

LG Coco

Re: Buckeltramete (!) - u.a.

coco, (vor 1830 Tagen) @ UmUlmHerum

Huhu Rika,

Auch UmUlmHerum ist Situation ungewöhnlich schlecht – ich kann mich nicht
daran erinnern, jemals schon so wenig Frk./Arten um diese Jahreszeit
gehabt zu haben. Auch seltsam: es gibt keine Röhrlinge! Nicht mal Rotfüße
oder Pfefferröhrlinge.

Bei mir (nicht über Kalk) ist das Artenspektrum ziemlich skurril, aber insgesamt mehr als befriedigend, wo immer es nicht in den letzten 14 Tagen ausgetrocknet ist. Röhrlinge ganz wenige, vieles fehlt ganz, dafür kommen schon seit Ende August Schleierlinge, seit zehn Tagen Nebelkappen (!), seit drei Tagen Honiggelber Hallimasch.
Reichlich wie selten wachsen Rotgelbe Stoppelpilze und Pfifferlinge (Samt- und Amethyst) und auch viele Stockschwämmchen (und Gifthäublinge).

Entweder ist das Myzel in den nassen Monaten verfault oder die Pilze stecken
ihre ganze Energie gerade ins Myzel, um die Trockenschäden der letzten
Jahre auszugleichen? Keine Ahnung, schon sehr merkwürdig.

Glaube ich beides nicht. Verfault schon gar nicht. Die Myzelien sterben m.E. allenfalls mit dem Baumtod, nicht an der Oberbodentrockenheit. Mein Eindruck ist, dass a) viele Arten komplett verwirrt sind vom Witterungsverlauf und b) die Bedingungen insgesamt dieses Jahr tatsächlich so günstig sind nach dem feuchten Frühjahr und Sommer, dass viele konkurrenzschwache Arten (gerade Röhrlinge) keine Chance haben.
In die Glaskugel geschaut, erwarte ich nach der jüngsten Trockenheit in meiner nordbadischen Ecke einen kräftigen Steinpilzschub nach dem nächsten Landregen, indem die Steinis ihre Konkurrenzschwäche durch Geschwindigkeit kompensieren.

LG Coco

Anbei ein "Lichtblick" von gestern, wuchs in einem feuchten
nordseitigen Graben - Mycena acicula.
Viele Grüße – Rika

Re: u.a. Pilzarmut

UmUlmHerum, (vor 1830 Tagen) @ coco

...
Glaube ich beides nicht. Verfault schon gar nicht. Die Myzelien sterben m.E.
allenfalls mit dem Baumtod, nicht an der Oberbodentrockenheit. Mein
Eindruck ist, dass a) viele Arten komplett verwirrt sind vom
Witterungsverlauf und b) die Bedingungen insgesamt dieses Jahr tatsächlich
so günstig sind nach dem feuchten Frühjahr und Sommer, dass viele
konkurrenzschwache Arten (gerade Röhrlinge) keine Chance haben.
In die Glaskugel geschaut, erwarte ich nach der jüngsten Trockenheit in
meiner nordbadischen Ecke einen kräftigen Steinpilzschub nach dem nächsten
Landregen, indem die Steinis ihre Konkurrenzschwäche durch Geschwindigkeit
kompensieren.
LG Coco

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Hallo Coco,

das "Myzel-verfault" bezieht sich in erster Linie auf eine ehemalige Windbruchfläche mit einer Lösslehmauflage – über gut 2 Monate konnte das Gebiet nur mit Gummistiefeln betreten werden, in jeder Vertiefung stand anhaltend das Wasser, der Rest war Matsch – also regelrecht abgesoffen – das hatte ich gemeint! Und jetzt hat der Boden dort Risse! Da drin wächst im Moment nur der Grünblättrige Schwefelkopf auf Holz und auf den Erhebungen Fichten- u. Lachsreizker – keine Röhrenpilze (normalerweise verschiedene Raufüße, auch Rotkappen), Pfeffer-Röhrling, Steini, Rotfuß), keine Täublinge, keine weißmilchenden Milchlinge... Allerdings habe ich in trockneren Gefilden die kümmerlichen Überreste von 2 x 2 Flockis gesehen, von den Schnecken im Embryonalzustand weggeputzt. Hallimasch und Gelbe Knollis sind weitgehend schon wieder durch, Fliegenpilze einzelstehende Seltenheiten, Cortinarius melanotus ein Massenpilz an vielen "neuen" Fundorten, ebenso zahlreich C. variicolor – die anderen Hautköpfe (und Rauköpfe), die im Sommer zu sehen waren, sind alle komplett verschwunden. Dafür gibt es so einige der weißen Ritterlinge. Am häufigsten sieht man den Grünen Schwefelkopf und Violetten Lacktrichterling! Es ist alles sehr merkwürdig. Und die vorhergesagten Gewitterfronten hinterließen in den letzten Tagen nur 3x einen 1/2 Liter Niederschlag. Die Gäste der DGfM-Tagung (Blaubeuren) tun mir jetzt schon leid...
Mit dem Inhalt einer Blumenvase (Blauglas mit 7-Wch.-alten Disteln, Gräsern + Chrysanthemen) hätte ich mich hingegen wochenlang beschäftigen können.

Aber bei Dir im Sauren scheint es ja durchaus was zu geben! Freu´ Dich & genieße :-)

LG – Rika

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Re: Alles aus dem Holz, nix aus dem Boden ...

Doris, (vor 1832 Tagen) @ Biobertl

Ja, liebe Pilzfreunde, so lässt sich die Situation der letzten Wochen im
nordöstlichen Wiener Wald leider treffend beschreiben. Ist zwar nicht
aufregend, was ich zuletzt an Holz fruktifizierend gefunden habe, aber ich
zeig es euch mal und hoffe, alles richtig bestimmt zu haben.
Liebe Grüße,
Herbert

Hallo Herbert,
so ähnlich sieht es im meinen Laubwäldern (um Stuttgart)auch aus. Beim heutigen Rundgang musste ich feststellen, dass es schon wieder erschreckend trocken ist.
Um Deinen Stachelbart beneide ich Dich, ich habe erst einmal einen Igelstachelbart gefunden an Buchenstumpf.

Viele Grüße
Doris

Re: Alles aus dem Holz, nix aus dem Boden ...

Biobertl, (vor 1828 Tagen) @ Doris

Hallo Doris,

der Ästige Stachelbart ist in meiner Gegend (nordöstlicher Wiener Wald, Rotbuchen-Eichen-Mischwald) relativ häufig. Das Buchentotholz wird seit ca. zwanzig Jahren immer mehr und auch nicht vom Förster entfernt, daher kann man bei uns alle paar hundert Meter einen vom Ästigen "bewohnten" Buchenstamm wie diesen finden.
Die Menge an Buchentotholz hat auch dazu geführt, dass sich xylobionte Käfer hier angesiedelt haben, wie z.B. der Alpenbockkäfer (Rosalia alpina).
War heute wieder im Wald - Ausbeute: null! Nur einen einsamen Parasol gefunden, der nicht höher als 15 cm geworden ist und jetzt still und leise vertrocknet ...

Liebe Grüße,

Herbert

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Re: Alpenbockkäfer

Doris, (vor 1828 Tagen) @ Biobertl

Oh, der ist aber schön.
DAnke fürs zeigen.
Grüße Doris

Re: Alles aus dem Holz, nix aus dem Boden ...

Doris, (vor 1828 Tagen) @ Biobertl

Hallo Doris,
der Ästige Stachelbart ist in meiner Gegend (nordöstlicher Wiener Wald,
Rotbuchen-Eichen-Mischwald) relativ häufig. Das Buchentotholz wird seit
ca. zwanzig Jahren immer mehr und auch nicht vom Förster entfernt, daher
kann man bei uns alle paar hundert Meter einen vom Ästigen
"bewohnten" Buchenstamm wie diesen finden.
Die Menge an Buchentotholz hat auch dazu geführt, dass sich xylobionte Käfer
hier angesiedelt haben, wie z.B. der Alpenbockkäfer (Rosalia alpina).
War heute wieder im Wald - Ausbeute: null! Nur einen einsamen Parasol
gefunden, der nicht höher als 15 cm geworden ist und jetzt still und leise
vertrocknet ...
Liebe Grüße,
Herbert

Hallo Herbert,
dass es so was gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Da sieht man wieder,
der "Pilz macht was er will".

Viele Grüße Doris

Bitte um Bestimmungshilfe

Biobertl, (vor 1831 Tagen) @ Biobertl

Liebe Pilzfreunde,

dieser Pilz befand sich ein paar Tage vorher auf dem selben morschen Buchenstamm, wie der oben gezeigte, vermeintliche Rehbraune Dachpilz. Bei diesem FK ist die Hutoberseite zwar braun aber nicht glänzend wie bei dem anderen. Vielmehr befinden sich darauf so kleine Flöckchen. Könnt ihr bitte einen Tipp geben? Vielen Dank im Voraus und

liebe Grüße,

Herbert

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe

coco, (vor 1830 Tagen) @ Biobertl

Hallo Herbert,

der erinnert mich an den Schwarzvolva-Scheidling (Volvariella nigrovolvacea), auch wenn die Stielfärbung stört und sich auf dem Foto keine Volva erkennen lässt. In der Richtung könntest du mal schauen.

LG Coco