Re: Wiesenkoralle?

UmUlmHerum, (vor 1024 Tagen) @ Marcel Weymann

Hallo Marcel,

das Beste ist sicherlich Dein Vorschlag, am Samstag noch mal nach dem Fund zu schauen. Zumindest wenn der Frk. noch da ist, spricht das schon sehr für den Hörnling. Wenn er nicht mehr da ist, kann das auch andere "natürliche" Ursachen haben ;-) Und Du hast Recht damit, dass manche Wiesenkorallen auch im Wald wachsen können.

In zwei Punkten möchte ich Dir widersprechen:
Der Hörnling wächst auch auf vergrabenen Holz, das Substrat muss nicht sichtbar sein. Bei meinem Bild (und auch sonst in der Natur) sehe ich keinen Feuer-Farbverlauf, unten ist es halt ein wenig schattiger. Je nach Feuchtigkeit variiert die Farbe von Karminrot bis hellerem Gelb – bei viel Feuchtigkeit wie derzeit können die Frk. schon rein gelb sein. Abgesehen davon ist die Farbe in diesem Fall (gelb-orange-rot) eh kein wirklich belastbares Merkmal, siehe unten – Wikipedia.

Schau´ Dich doch mal ein bisschen im Web um, z.B. Beispielfotos von seriösen Seiten oder z.B. dieser Thread (Link komplett kopieren): https://www.pilzforum.eu/board/thread/50216-calocera-viscosa-klebriger-h%C3%B6rnling/

In diesem Fall glaube ich allerdings eher an eine Wiesenkoralle, weil die Abzweigungen der Äste durchgehend mit einem sehr weiten Radius erfolgen, und der untere Teil der "Stiele" deutlich heller ist als der Rest (Link komplett kopieren): https://www.123pilze.de/000Forum/board/index.php?thread/13392-goldgelbe-koralle-klebrig...%C3%B6rnling/
(123 gilt generell nicht gerade als sehr seriös, weder die Fotos in den Pilzportraits noch das Forum, wie man sieht)

Oder hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesenkorallen
Siehe dort das Foto der Safrangelben Wiesenkoralle: auch ein Farbverlauf.
Zitat von dort zur Makro-Beschreibung: "Die Trama ist brüchig bis relativ zäh und verfärbt sich mit alkoholischem Eisen(II)-sulfat (FeSO4) grün bis schwärzlich-grün." Also ist auch die Festigkeit des Fleisches nicht unbedingt aussagekräftig.

Also alles nicht soo einfach...

Viele Grüße – Rika

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Hallo Rika,
vielen Dank für die Vergleichsbilder.
Tatsächlich scheint auf Grund der Form keine Unterscheidung möglich.
An zwei Punkten unterscheiden sich allerdings deine Funde: 1. Die Farbe ist
bei dir so, wie man sich ein Zwergerlfeuer vorstellt: deutlich orange,
typische Flammfärbung eines Holzfeuers. Meine Funde würden auf Safrangelb
passen.
2. Deine wachsen auf noch deutlich erkennbarem Holz. Bei meinem Fund war da
wahrscheinlich mal ein Strunk, man sieht aber nur noch den Abdruck. Ich
schaue mir das aber nächsten Samstag noch einmal an, das Foto war vom
letzten Samstag.
Jetzt zu deinen Fragen: Mein Fund ist vom 9.12.2023.
Wir hatten dieses Jahr noch keinen ernsthaften Frost. 2 Tage lang wenig
Schnee der nur wenige Stunden liegen blieb. Die Woche vor dem Fund war
frostfrei. Die anderen Herbstpilze, die aktiv waren, zeigten auch
keinerlei Frostschäden.
Es war eine Woche mit viel Regen.
Nach meiner Kenntnis wachsen Wiesenkorallen auch im Wald. Der Fund wuchs
unmittelbar neben einem Wildschweinweg, den ich ausnahmsweise ging, weil
der Menschenweg durch Forstarbeiten unpassierbar war.
150 Meter weiter ist eine Waldwiese für die Viecher extra angelegt. Ich kann
mir aber nicht vorstellen, dass da Wiesenkorallen wachsen. Die filigranen
Teile sollen ja im Moos wachsen und nicht in hohem Gras.
Das angebrochen Unterteil ist möglicherweise die Folge eines
Wildschweintrittes.
Bei mir gehört zum Standardbestimmprogramm das Berühren. In diesem Fall
fühlte sich das Objekt nicht an wie ein klebriger Hörnling.
Völlige andere Oberfläche und andere Konsistenz.
Wenn ich Samstag noch Exemplare finde, nehme ich sie mit und versuche zu
konservieren. Wenn nicht, sagt das vielleicht auch etwas.
Die Hörnlinge kenne ich als recht dauerhaft.
Gruß,
Marcel


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