Re: Schwarzer Steinpilz §§

UmUlmHerum, (vor 712 Tagen) @ michel

Hi Michel,

mit Deinen Argumenten hast Du durchaus recht, vor allem, wenn der Schwarzhütige dort so häufig ist.

In Österreich wird das Sammeln dank Irmgard Greilhuber praxisnäher als in D geregel, Zitate aus dem gestrigen .at-Link:
"Die Rote Liste kann in der Schul- und Erwachsenenbildung im Unterricht zur Vermittlung der Bedrohung der Pilzflora und damit der Bedrohung des Funktionierens der Ökosysteme herangezogen werden. Sie soll zu einem verantwortlichen Umgang mit den Pilzen anregen... (S. 230)" und "Ein gesetzlicher Schutz für bestimmte Pilzarten und damit ein Sammelverbot für diese wäre nicht zielführend, da ja den tatsächlichen Gefährdungsfaktoren damit nicht begegnet würde. Auch kann die nötige Artenkenntnis nicht erwartetet werden, sodaß ein solches Verbot weder eingehalten noch kontrolliert werden könnte (Winterhoff 1978, Kreisel 1992). Dagegen ist eine mengenmäßige Beschränkung des gewerblichen Pilzsammelns generell anzustreben, ... Aus Gründen der Erziehung zum schonenden Umgang mit den Ressourcen der Natur und zur Bewußtseinsbildung für die Pilze als wichtigen Bestandteil des Ökosystems Wald ist auch eine zeitliche oder mengenmäßige Beschränkung des privaten Pilzesammelns sinnvoll. In Tirol, Kärnten und Salzburg gibt es bereits Pilzschutzverordnungen (vgl. Rücker 1995)... (S.236)"

Hier die aktuellen Pilzsammelvorschriften der Schweiz – mit durchaus vielen Einschränkungen: https://www.vapko.ch/phocadownload/public/DE/Oekologie/Pilzsammelbestimmungen_in_der_Sc...

Auf Deinem Körbchen-Foto sehe ich einen Kaiserling leuchten?! Da würden hierzulande gleich einige Leute Schnappatmung bekommen :-).

Und hier noch eine Story, die mir im September diesen Jahres passiert ist und vielleicht besser nachvollziehen lässt, worauf ich raus will:
An einer (mir) bekannten Rotkappenstelle waren fast über Nacht massenhaft Rotkappen gekommen, ich schätze irgendwas um die 60...70...80 Stück in allen Altersgraden. Ich freute mich über diesen fantanstischen Anblick und nahm mir 4 schöne Exemplare mit. 20 Stunden später kam ich wieder hin um Fotos zu machen – und traute meinen Augen kaum: es war keine einziger Frk. mehr zu sehen! Vermutlich hat sich der eifrige Sammler gedacht "wenn ich ALLE mitnehme, weiß niemand, dass es hier Rotkappen gibt!" Ich nenne solche Leute immer "Vollernter" oder "Harvester" und finde so ein Verhalten respektlos gegenüber der Natur und egoistisch.
Nächste Frage: Was macht man mit 70 Rotkappen? Oder einem Waschkorb voller Steinpilze? Sie "der Frau" hinstellen und sagen "mach mal!"?
Soweit ich weiß, bezahlt man in D für übermäßiges Sammeln 100,- €/kg als Strafe, die Beute > 1kg/Person wird konfiziert und an soziale Einrichtungen zur Verwertung weitergegeben. Besonders im bayrischen Grenzbereich werden in der Saison gerne Autos kontrolliert – und man hat immer wieder im Kofferraum mehrere 100 kg Steinpilze gefunden...

Herzliche Grüße – Rika

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Hallo Rika!
das mag landesweit seine Berechtigung haben, ist aber rechtlich im Gegensatz
zur deutschen Bundesartenschutzverordnung nicht bindend. Und das durchaus
zurecht: in der Gegend im Nordburgenland wo ich da war ist das aber die
häufigste Art der Steinpilze und wird gerne gesammelt. Wäre ja absurd das
zu verbieten und nur die dort viel selteneren "normalen"
Steinpilze sammeln zu lassen. Ich weiß nicht wie das in der Schweiz
aussieht, und zudem: die meisten Sammler werden den eh nicht kennen und
einfach als "Steini" mitgehen lassen?
Unten noch ein Korb den ich ("en passant" und sehr unscharf, aber
ich glaube es ist trotzdem zu erkennen, was da drin ist :) bei einem
anderen Sammler fotografiert habe. Durchaus üblich dort. Selber habe ich
an dem Tag gar nix gesammelt und nur fotografiert, aber ich gebs zu, das
ist auch bei mir die Ausnahme.
Liebe Grüße, michel


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