Pilzrätsel vom 1. Mai (schwer)

Andreas ⌂, (vor 8560 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

wie schon bei Thomas' Anfrage ( Beitrag 36787 ) erwähnt, habe ich auch einen Risspilz gefunden, der seinem Fund sehr ähnelt.
Inzwischen konnte ich meinen bestimmen und möchte ihn Euch nicht vorenthalten.
Es ist eine sehr seltene Art, für Ba.-Wü. erst der zweite Fund! Daher gibt es auch nach dem Bild einige Angaben dazu, sonst wäre es wohl kaum lösbar.

[image]

1. Der Stiel ist bis zur Basis bereift
2. Die Sporen sind glatt und auffallend groß (11)12-15 x 7,5-8,5 µm
3. Die Zystiden sind auffallend dickwandig (Wandstärke 3-4,5 µm).
4. Die freudige Farbe, die besonders bei dem mittleren Pilz der Dreiergruppe links oben gut herauskommt, ist eher untypisch für diese Art.
5. Sie wuchs im Rheintal in einer aufgelassenen Kiesgrube im Sand unter Salix spec. (vermutlich eine Salix-Hybride mit Salix alba und vielleicht Salix cinerea).

Na dann mal viel Glück beim Raten/Bestimmen!

Andreas

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Re: Pilzrätsel vom 1. Mai (schwer)

Piwo, (vor 8560 Tagen) @ Andreas

Hallo Pilzfreunde,
wie schon bei Thomas' Anfrage (
Beitrag 36787 )
erwähnt, habe ich auch einen Risspilz gefunden, der seinem Fund sehr
ähnelt.
Inzwischen konnte ich meinen bestimmen und möchte ihn Euch nicht
vorenthalten.
Es ist eine sehr seltene Art, für Ba.-Wü. erst der zweite Fund! Daher gibt es
auch nach dem Bild einige Angaben dazu, sonst wäre es wohl kaum lösbar.

1. Der Stiel ist bis zur Basis bereift
2. Die Sporen sind glatt und auffallend groß (11)12-15 x 7,5-8,5 µm
3. Die Zystiden sind auffallend dickwandig (Wandstärke 3-4,5 µm).
4. Die freudige Farbe, die besonders bei dem mittleren Pilz der Dreiergruppe
links oben gut herauskommt, ist eher untypisch für diese Art.
5. Sie wuchs im Rheintal in einer aufgelassenen Kiesgrube im Sand unter Salix
spec. (vermutlich eine Salix-Hybride mit Salix alba und vielleicht Salix
cinerea).
Na dann mal viel Glück beim Raten/Bestimmen!
Andreas

Hallo Andreas,
ein gewagter Tipp von mir (geraten, nicht bestimmt!) I. inodora. Kenne die Art nicht, gemessen an der Abbildung bei Stangl sind deine Funde allerdings sehr dunkel.
Piwo

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Leider nein

Andreas ⌂, (vor 8560 Tagen) @ Piwo

Hallo Andreas,
ein gewagter Tipp von mir (geraten, nicht bestimmt!) I. inodora. Kenne die
Art nicht, gemessen an der Abbildung bei Stangl sind deine Funde
allerdings sehr dunkel.
Piwo

Hallo Piwo,

guter Tipp, ist es aber leider nicht.
Bei inodora sind die Sporen deutlich schmäler und die Farben stimmen nicht, vor allem am Stiel.
Muss allerdings zugeben, dass die Abbildung bei Stangl vom RICHTIGEN Pilz auch nicht gerade bestens mit meinem Fund übereinstimmt (bei Stangl brauner, dunkler als meine Pilze).

beste Grüße,
Andreas

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Re: Pilzrätsel vom 1. Mai (schwer)

Georg, (vor 8560 Tagen) @ Andreas

Na dann mal viel Glück beim Raten/Bestimmen!

Inocybe vulpinella?

Georg

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Re: Leider nein

Piwo, (vor 8559 Tagen) @ Andreas

Hallo Piwo,
guter Tipp, ist es aber leider nicht.
Bei inodora sind die Sporen deutlich schmäler und die Farben stimmen nicht,
vor allem am Stiel.
Muss allerdings zugeben, dass die Abbildung bei Stangl vom RICHTIGEN Pilz
auch nicht gerade bestens mit meinem Fund übereinstimmt (bei Stangl
brauner, dunkler als meine Pilze).
beste Grüße,
Andreas

Na denn Andreas wird Georg wohl richtig liegen.
Gruß Piwo

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Re: Pilzrätsel vom 1. Mai (schwer)

Werner2, (vor 8559 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich denke wie Georg auch, dass es sich um I.vulpinella handelt.
Kommt ja sonst nichts wegen der Sporengröße und der Dicke der Zystiden in Frage.
Einheller setzt sich in der ZfM. 60 (2) von 1993 ja sehr eingehend mit
dem Komplex vulpinella/similis/chondrospora auseinander.
Als typisches Bild wird i.Ü. die Abbildung von Einhellinger und Marxmüller in der Hoppea von 1982 (als chondrospora) angegeben.

Gruss Werner2

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Auflösung

Andreas ⌂, (vor 8558 Tagen) @ Andreas

Hallo,

die zusätzlichen Angaben waren wohl doch recht eindeutig.
Georg und Werner haben richtig getippt, es handelt sich um Inocybe vulpinella, im Abbildungsverzeichnis etwas irreführend Braunscheckiger Risspilz genannt.

An vergleichbaren Stellen in der Nähe des Fundortes,ebenfalls auf nacktem Kiesboden unter Weiden wuchsen übrigens Unmengen von Inocybe dulcamara. Gut,dass ich die nicht zuerst gefunden hatte,sonst hätte ich mich nach den vulpinellas nicht mehr gebückt, weil nicht erkannt ......

Beste Grüße,
Andreas

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Inocybe vulpinella - Abgrenzung?

Helmut, (vor 8557 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ein sehr interessanter Fund! Von A. Einhellinger gibt es eine Abhandlung, in welcher er I. vulpinella mit "seiner" I. chondrospora (von Kuyper synonymisiert) und I. similis (einer Art mit Cortina) vergleicht. Da ich alle drei (oder zwei) Arten selber noch nie in Händen hatte, wollte ich einfach mal nachfragen, anhand welcher Literatur die Bestimmung erfolgte bzw. in wessen Sinne.

Nach den Schlüsseln bei Stangl 1989 oder Kuyper 1986 ist es eindeutig. Aber die Tafel 21/1 bei Stangl (die übrigens I. chondrospora Einh.& Stangl darstellt) lässt einen im Vergleich mit Deinen guten Bildern schon ins Grübeln kommen.

Es grüßt Dich und alle "Forumisten"

Helmut Zitzmann

P. S.: Einhellinger war bis zuletzt der Meinung, dass I. chondrospora von I. vulpinella zu trennen ist.

Hallo,
die zusätzlichen Angaben waren wohl doch recht eindeutig.
Georg und Werner haben richtig getippt, es handelt sich um Inocybe
vulpinella, im Abbildungsverzeichnis etwas irreführend Braunscheckiger
Risspilz genannt.
An vergleichbaren Stellen in der Nähe des Fundortes,ebenfalls auf nacktem
Kiesboden unter Weiden wuchsen übrigens Unmengen von Inocybe dulcamara.
Gut,dass ich die nicht zuerst gefunden hatte,sonst hätte ich mich nach den
vulpinellas nicht mehr gebückt, weil nicht erkannt ......
Beste Grüße,
Andreas

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Re: Inocybe vulpinella - Abgrenzung?

Andreas ⌂, (vor 8556 Tagen) @ Helmut

Hallo Andreas,
ein sehr interessanter Fund! Von A. Einhellinger gibt es eine Abhandlung, in
welcher er I. vulpinella mit "seiner" I. chondrospora (von
Kuyper synonymisiert) und I. similis (einer Art mit Cortina) vergleicht.
Da ich alle drei (oder zwei) Arten selber noch nie in Händen hatte, wollte
ich einfach mal nachfragen, anhand welcher Literatur die Bestimmung
erfolgte bzw. in wessen Sinne.
Nach den Schlüsseln bei Stangl 1989 oder Kuyper 1986 ist es eindeutig. Aber
die Tafel 21/1 bei Stangl (die übrigens I. chondrospora Einh.& Stangl
darstellt) lässt einen im Vergleich mit Deinen guten Bildern schon ins
Grübeln kommen.
Es grüßt Dich und alle "Forumisten"
Helmut Zitzmann
P. S.: Einhellinger war bis zuletzt der Meinung, dass I. chondrospora von I.
vulpinella zu trennen ist.

Hallo Helmut,

sehr interessant zu erfahren, dass Einhellinger nicht mit dieser Synonymisierung einverstanden war! Ich hatte mir die doch recht krass unterschiedlichen Abbildungen bereits so erklärt, zumal Kuyper ja extrem viel Wert auf die Mikroskopie gelegt hat und das makroskopische (meiner Ansicht nach) zu wenig berücksichtigt(e).
Mikroskopisch war die Art aber so eindeutig mit Stangl und Einhellinger zu bestimmen,dass ich eigentlich nicht zweifelte (an vulpinella). Hatte dann im mycologia-europaea Forum wegen einer an gleicher Stelle gefundenen unbestimmbaren Hebeloma-Art angefragt und Pierre-Arthur Moreau hat mir sowohl die Bestimmung als vulpinella anhand des Bildes bestätigt, als auch mitgeteilt, dass er aus den Savoier Rhone-Auen im Frühjahr ebendiese Hebeloma (es ist wohl aprile Romagnesi) zusammen mit Inocybe vulpinella und dulcamara kennt. Also genau dieselbe Zusammensetzung wie aus der Kiesgrube am Rhein!
Was nun die chondrospora betrifft, so kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass es sich um eine eigenständige Art handelt. Zumal ja Stangl schon die Unterschiede in der Sporengröße aufgefallen ist. Vielleicht sollte man doch nochmal die Typen vergleichen.

Ach ja, im Cetto ist noch ein gutes Bild von vulpinella, so gut, dass es kaum von Cetto selbst sein kann ;-) Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Bild von Enderle ist. Jedenfalls paßt dieses Bild ganz gut zu meinen Funden, hat jedoch folgende Unterschiede: Bei meinen Funden war die Färbung frisch freudiger, mehr ins rostbraune gehend und beim älterwerden dann dunkler. Zudem legt sich die Hutschuppung schnell an, ist mehr struppig und nicht so schön wie beim Cetto-Bild.
In Courtecuisse-Duhem ist eine vorzüglich zu meinen Funden passende Zeichnung.
Im Svampe 33 soll auch ein Farbbild der Art sein, doch habe ich derzeit keinen Zugriff mehr auf diese Zeitschrift.

Beste Grüße,
Andreas