Hallo Andreas,
ein sehr interessanter Fund! Von A. Einhellinger gibt es eine Abhandlung, in
welcher er I. vulpinella mit "seiner" I. chondrospora (von
Kuyper synonymisiert) und I. similis (einer Art mit Cortina) vergleicht.
Da ich alle drei (oder zwei) Arten selber noch nie in Händen hatte, wollte
ich einfach mal nachfragen, anhand welcher Literatur die Bestimmung
erfolgte bzw. in wessen Sinne.
Nach den Schlüsseln bei Stangl 1989 oder Kuyper 1986 ist es eindeutig. Aber
die Tafel 21/1 bei Stangl (die übrigens I. chondrospora Einh.& Stangl
darstellt) lässt einen im Vergleich mit Deinen guten Bildern schon ins
Grübeln kommen.
Es grüßt Dich und alle "Forumisten"
Helmut Zitzmann
P. S.: Einhellinger war bis zuletzt der Meinung, dass I. chondrospora von I.
vulpinella zu trennen ist.
Hallo Helmut,
sehr interessant zu erfahren, dass Einhellinger nicht mit dieser Synonymisierung einverstanden war! Ich hatte mir die doch recht krass unterschiedlichen Abbildungen bereits so erklärt, zumal Kuyper ja extrem viel Wert auf die Mikroskopie gelegt hat und das makroskopische (meiner Ansicht nach) zu wenig berücksichtigt(e).
Mikroskopisch war die Art aber so eindeutig mit Stangl und Einhellinger zu bestimmen,dass ich eigentlich nicht zweifelte (an vulpinella). Hatte dann im mycologia-europaea Forum wegen einer an gleicher Stelle gefundenen unbestimmbaren Hebeloma-Art angefragt und Pierre-Arthur Moreau hat mir sowohl die Bestimmung als vulpinella anhand des Bildes bestätigt, als auch mitgeteilt, dass er aus den Savoier Rhone-Auen im Frühjahr ebendiese Hebeloma (es ist wohl aprile Romagnesi) zusammen mit Inocybe vulpinella und dulcamara kennt. Also genau dieselbe Zusammensetzung wie aus der Kiesgrube am Rhein!
Was nun die chondrospora betrifft, so kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass es sich um eine eigenständige Art handelt. Zumal ja Stangl schon die Unterschiede in der Sporengröße aufgefallen ist. Vielleicht sollte man doch nochmal die Typen vergleichen.
Ach ja, im Cetto ist noch ein gutes Bild von vulpinella, so gut, dass es kaum von Cetto selbst sein kann
Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Bild von Enderle ist. Jedenfalls paßt dieses Bild ganz gut zu meinen Funden, hat jedoch folgende Unterschiede: Bei meinen Funden war die Färbung frisch freudiger, mehr ins rostbraune gehend und beim älterwerden dann dunkler. Zudem legt sich die Hutschuppung schnell an, ist mehr struppig und nicht so schön wie beim Cetto-Bild.
In Courtecuisse-Duhem ist eine vorzüglich zu meinen Funden passende Zeichnung.
Im Svampe 33 soll auch ein Farbbild der Art sein, doch habe ich derzeit keinen Zugriff mehr auf diese Zeitschrift.
Beste Grüße,
Andreas