Morcheln in Mittelthüringen

ajuga, (vor 8558 Tagen)

Nachdem ich am Freitag erfolglos auf der westlichen Saaleseite bei Jena unterwegs war, gestern am Samstag einen schönen Fund auf der östlichen Saaleseite hatte, war ich heute in "Mittelthüringen" bei Bad Berka.

Hier habe ich eine altbekannte Esculenta-Stelle besucht. Ich bin auf und ab-gegangen und wollte schon wieder gehen, weil es eigentlich auch viel trocken war, da steht sie auf einmal da: Die erste wirklich ausgewachsene Speisemorchel, die ich in diesem Jahr fand. Sie war gar nicht besonders versteckt und die Stelle an der ich suchte gar nicht so groß. Und trotzdem habe ich dieses Riesenteil beim ersten Hinsehen übersehen!! Wirklich unglaublich. Genaues Suchen brachte noch 4 weitere Morcheln hervor, die jedoch im Kindesalter mit dem Wachsen aufgehört hatten und zwei Tage später wohl völlig vertrocknet gewesen wären.

Die drei schönsten habe ich mitgenommen, zwei zur Erhaltung der Art an dieser Stelle stehengelassen. Die Freude hielt jedoch nicht lange, denn zu Hause habe ich meine drei Morcheln weggeworfen, weil sie total madig waren.

Es ist einfach zu trocken und auch viel zu warm. Montag sollen es bis zu 25 Grad und mehr werden. Da hört das Wachstum der Morcheln logischerweise auf und die Fruchtkörper werden von Maden zerfressen. Wenn es sich Dienstag nicht wirklich auf unter 20 Grad abkühlt und ordentlich Regen gibt, könnte die Morchelsaison 2003 bereits beendet sein, bevor sie in einigen Regionen überhaupt richtig begonnen hat...

ajuga

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Re: Morcheln in Mittelthüringen

Manfred, (vor 8557 Tagen) @ ajuga

Es ist einfach zu trocken und auch viel zu warm. Montag sollen es bis zu 25
Grad und mehr werden. Da hört das Wachstum der Morcheln logischerweise auf
und die Fruchtkörper werden von Maden zerfressen. Wenn es sich Dienstag
nicht wirklich auf unter 20 Grad abkühlt und ordentlich Regen gibt, könnte
die Morchelsaison 2003 bereits beendet sein, bevor sie in einigen Regionen
überhaupt richtig begonnen hat...
ajuga

Hallo Ajuga

So geschehen auch im schweizer Mittelland auf 450m, wo die Winter milder und kürzer sind als in Thüringen. Mein Vater fand die erste Speisemorchel am 2.4. Dann folgte der grosse Arktiklufteinbruch um den 6.4., der die weitere Entwicklung unterbrach. Nun hat es zwar in den letzten 2 Wochen genügend geregnet, doch es kamen nur noch sehr wenige. Fazit: Nordostlagen während der Entwicklungszeit sind der absolute Morchelkiller!
Habe gestern wahrscheinlich die 3 letzten Esculentas geernet und komme damit insgesamt auf etwa 35 St. (Mitte der 80-Jahre erntete ich zusammen mit einem Freund jeden Frühling 5-10 Kg!)
Mir bleibt noch eine Stelle auf 800 m, doch kann ich erst am Donnerstag hin, und bei der aktuellen Wärme dürften sie bis dahin wohl schon verfault sein...
Ein Trost bleibt: Ungünstiger als diesen Frühling kann der Wetterverlauf kaum mehr werden (Gilt aber nicht für alpine Gebiete)!

Morchelgruss aus der Schweiz von
Manfred

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Frühere Funde

ajuga, (vor 8557 Tagen) @ Manfred

Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen! 5 bis 10 Kg Morcheln. Ich suche erst seit zwei Jahren intensiv nach Morcheln. Da hört sich soetwas für mich wie ein Märchen an...

ajuga

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Re: Frühere Funde

Manfred, (vor 8557 Tagen) @ ajuga

Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen! 5 bis 10 Kg Morcheln. Ich suche
erst seit zwei Jahren intensiv nach Morcheln. Da hört sich soetwas für
mich wie ein Märchen an...
ajuga

Hallo Ajuga

Das war wohlverstanden auf eine Zeit von ca. 6 Wochen verteilt von der 1. bis
zur letzten Morchel (inkl. Spitzmorcheln, die damals auch im Flachland noch
häufig waren). Das waren in der Tat vergleichsweise noch paradiesische Zustände!
Für den dramatischen Rückgang in meiner Heimat ist aber nicht das Wetter
verantwortlich (Wetterkapriolen hat es immer gegeben) sondern vielmehr
schädliche Umwelteinflüsse vorallem durch Land- und Forstwirtschaft: uebermässige Düngung, Einsatz von Kunstdünger inkl. Verfrachtung in anliegende
Wälder, Bodenverdichtung durch Einsatz schwerer Maschinen in der Waldwirtschaft,
Rodungen von Buschgelände und damit verbunden das Verschwinden von Naturlandschaften, usw usw., wenn ich weiterfahre muss ich gleich heulen...
Ich bin aber überzeugt, dass z.Bsp. Elfi diese von mir erwähnte Menge auch heute
noch problemlos schafft. Das Allgäu ist nicht übervölkert wie die Schweiz und hat noch Raum für Naturlandschaften. Für den Moment empfehle ich Dir, Dich an schattige Stellen (NW-NE-Lagen) zu halten, die noch nicht so ausgetrocknet sind.
Viel Erfolg!
Manfred