neon-orangene punkte im wald

Philipp Sauer, (vor 8534 Tagen)

Hey Ihr Kenner!

Also ich als Laie hab mich am Wochenende auch mal aufgemacht in den
Wald um Pilze zu suchen. Leider bliebs beim suchen, denn zu sammeln gab`s
nix, jedenfalls nicht da wo ich gesucht habe.

Aber einen auffälligen Pilz hab ich immerhin entdeckt.
Auf einem älteren Stück Baumstamm, wahrscheinlich Buche, hab
ich 10-15 kleine orangene Punkte gesehen. Leider hatte ich keine
Kamera dabei, aber die Farbe war wirklich krass, ziemlich neon-orange.

Die Punkte waren zwsichen 5-12 mm im Durchmesser. Mit Stil und so
war da nix, dass waren wie so platt gedrückte Styropor-Kügelchen.

Schon klar, dass diese Beschreibung nicht unbedingt zu einem eindeutigen
Ergebnis führen kann, aber hat jemand eine Idee was mich das so
"angeleuchtet" haben könnte?

Gruß
Philipp

PS: Ist die Herkules-Staude eigentlich eine heimische Pflanze? Habe
auf einem 30x100 m großen Waldstück jede Menge von diesem fürchterlichen
Kraut gesehen, eigentlich wuchs da nix anderes mehr und auf mich hat das
so den Eindruck gemacht als würde sich das noch weiter ausbreiten.
Ist dieses massive Auftreten normal, oder ist das eine dieser eingeschleppten
Pflanzen, die heimische Arten bedrohen?

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Re: neon-orangene punkte im wald

Karl-Heinz ⌂, (vor 8534 Tagen) @ Philipp Sauer

Hallo,
wie wäre es denn mit Blutmilchpilz.
Schau mal hier bei Georg:

http://www.pilzepilze.de/piga/zeige.htm?name=lycogala_epidendron

Grüße
Karl-Heinz

Hey Ihr Kenner!
Also ich als Laie hab mich am Wochenende auch mal aufgemacht in den
Wald um Pilze zu suchen. Leider bliebs beim suchen, denn zu sammeln gab`s
nix, jedenfalls nicht da wo ich gesucht habe.
Aber einen auffälligen Pilz hab ich immerhin entdeckt.
Auf einem älteren Stück Baumstamm, wahrscheinlich Buche, hab
ich 10-15 kleine orangene Punkte gesehen. Leider hatte ich keine
Kamera dabei, aber die Farbe war wirklich krass, ziemlich neon-orange.
Die Punkte waren zwsichen 5-12 mm im Durchmesser. Mit Stil und so
war da nix, dass waren wie so platt gedrückte Styropor-Kügelchen.
Schon klar, dass diese Beschreibung nicht unbedingt zu einem eindeutigen
Ergebnis führen kann, aber hat jemand eine Idee was mich das so
"angeleuchtet" haben könnte?
Gruß
Philipp
PS: Ist die Herkules-Staude eigentlich eine heimische Pflanze? Habe
auf einem 30x100 m großen Waldstück jede Menge von diesem fürchterlichen
Kraut gesehen, eigentlich wuchs da nix anderes mehr und auf mich hat das
so den Eindruck gemacht als würde sich das noch weiter ausbreiten.
Ist dieses massive Auftreten normal, oder ist das eine dieser eingeschleppten
Pflanzen, die heimische Arten bedrohen?

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Re: neon-orangene punkte im wald

Werner E., (vor 8534 Tagen) @ Philipp Sauer

Hey Ihr Kenner!
Also ich als Laie hab mich am Wochenende auch mal aufgemacht in den
Wald um Pilze zu suchen. Leider bliebs beim suchen, denn zu sammeln gab`s
nix, jedenfalls nicht da wo ich gesucht habe.
Aber einen auffälligen Pilz hab ich immerhin entdeckt.
Auf einem älteren Stück Baumstamm, wahrscheinlich Buche, hab
ich 10-15 kleine orangene Punkte gesehen. Leider hatte ich keine
Kamera dabei, aber die Farbe war wirklich krass, ziemlich neon-orange.
Die Punkte waren zwsichen 5-12 mm im Durchmesser. Mit Stil und so
war da nix, dass waren wie so platt gedrückte Styropor-Kügelchen.
Schon klar, dass diese Beschreibung nicht unbedingt zu einem eindeutigen
Ergebnis führen kann, aber hat jemand eine Idee was mich das so
"angeleuchtet" haben könnte?
Gruß
Philipp
PS: Ist die Herkules-Staude eigentlich eine heimische Pflanze? Habe
auf einem 30x100 m großen Waldstück jede Menge von diesem fürchterlichen
Kraut gesehen, eigentlich wuchs da nix anderes mehr und auf mich hat das
so den Eindruck gemacht als würde sich das noch weiter ausbreiten.
Ist dieses massive Auftreten normal, oder ist das eine dieser eingeschleppten
Pflanzen, die heimische Arten bedrohen?

Servus Philipp,

ja die Herkulesstaude oder Riesenbärenklau ist ein als Bienenweide und Zierpflanze aus dem Kaukasus eingebürgerter Neophyt, der sich bedrohlich breit macht.
Die roten Pünktchen werden Blutmilchpilze bzw. deren Plasmodien sein.

Gruß Werner E.

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Herkulesstaude

interhias ⌂, (vor 8534 Tagen) @ Philipp Sauer

PS: Ist die Herkules-Staude eigentlich eine heimische Pflanze? Habe
auf einem 30x100 m großen Waldstück jede Menge von diesem fürchterlichen
Kraut gesehen, eigentlich wuchs da nix anderes mehr und auf mich hat das
so den Eindruck gemacht als würde sich das noch weiter ausbreiten.
Ist dieses massive Auftreten normal, oder ist das eine dieser eingeschleppten
Pflanzen, die heimische Arten bedrohen?

Tja, wie Werner E. schon schrieb, hat man sich mit der Herkulesstaude ein sauberes Kuckuksei ins Landschaftsnest gelegt. Ich lese hier grade sogar, dass der Kontakt mit der Pflanze "durch Erhöhung der Photosensibilität vor allem bei starker Sonneneinstrahlung zu Brandblasen und Geschwüren führen kann". Wenn du dich also wieder mal über das "fürchterliche Kraut" ärgerst, solltest du beim Abholzen vorsichtig sein...

Gruß
Matthias

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Giftigkeit der Herkulesstaude, H. mantegazzianum

Christoph ⌂, (vor 8533 Tagen) @ interhias

Ich lese hier grade sogar,

dass der Kontakt mit der Pflanze "durch Erhöhung der
Photosensibilität vor allem bei starker Sonneneinstrahlung zu Brandblasen
und Geschwüren führen kann".

Völlig richtig. Heracleum mantegazzianum, so heißt der Riesenbärenklau botanisch, beinhaltet Furocumarine, die starke, UV-wirksame Kontaktgifte sind. Das heißt, dass nach bloßem Kontakt später bei Sonneneinstrahlung schwerwiegende Probleme auftreten können. Es kann bis hin zu Verbrennungen dritten Grades reichen. Therapie ist möglich. Im Prinzip die betroffenen Stellen solange vor jeglichem UV-Licht schützen, bis das Gift abgebaut ist... und natürlich die Symptome lindern...
Neben dem reinen Kontakt ist insbesondere der Saft (z.B. beim Rasenmähen wird der verspritzt, oder beim Abhacken) gefährlich.

Furocumarine kommen auch in anderen Doldenblütlern vor, aber nur in geringerer Menge. So auch im heimischen Wiesenbärenklau. Normalerweise sind die Konzentrationen aber zu schwach. Es gibt aber auch hier Fälle. Verbrennungen bis 2. Grades sind bei Wiesenbärenklau bekannt. Die Symptomatik wird auch "Wiesendermatitis" genannt.

Den höchsten Furocumaringehalt scheinen unreife Früchte zu besitzen.

Aber auch der Riesenbärenklau (H. mantegazzianum) ist nicht konstant gefährlich. Selbst der Saft wirkt nicht immer. Vermutlich gibt es eine jahreszeitliche oder aber individuelle Varianz?! Zudem kann es sein, dass manche Personen empfindlicher reagieren als andere.

Ich lasse jedenfalls den Riesenbärenklau nicht an meine Haut, und auch vor dem Wiesenbärenklau habe ich Respekt...

Grüße
Christoph

P.S.: meines Wissens haben die Grafen von Viereck den Riesenbärenklau von einer Reise in den Kaukasus heim ins bayerische Tutzing gebracht und als erste als Gartenpflanze eingeschleppt. Im Landkreis Starnberg (da liegt auch Tutzing) war's auch extrem schlimm. Seit Jahren wird dem R-Bärenklau dort mit der Giftspritze der Garaus gemacht. Das scheint gut zu klappen, denn der Bestand scheint rückläufig zu sein. Das Gift wird injiziert uns zerstört die Wurzeln. Während die Wurzeln kaputt gehen, wird das Gift wieder abgebaut, sodass der restlichen Flora kein Schaden droht. Der Name des Giftes ist mir entfallen, war ein paar Jahre her, hatte irgendeinen technischen Namen mit Buchstaben und Zahlen...

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Re: Giftigkeit der Herkulesstaude, H. mantegazzian

Karl Keck ⌂, (vor 8528 Tagen) @ Christoph

Heracleum mantegazzianum, so heißt der Riesenbärenklau
botanisch, beinhaltet Furocumarine, die starke, UV-wirksame Kontaktgifte
sind. Das heißt, dass nach bloßem Kontakt später bei Sonneneinstrahlung
schwerwiegende Probleme auftreten können. Es kann bis hin zu Verbrennungen
dritten Grades reichen. Therapie ist möglich. Im Prinzip die betroffenen
Stellen solange vor jeglichem UV-Licht schützen, bis das Gift abgebaut
ist... und natürlich die Symptome lindern...
Neben dem reinen Kontakt ist insbesondere der Saft (z.B. beim Rasenmähen wird
der verspritzt, oder beim Abhacken) gefährlich.

Hinweise zur Bekämpfung diese unangenehmen "Neubürgers" findet man hier:

www.herkulesstaudenbekaempfung.de

Gruß, Karl

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Re: neon-orangene punkte im wald

gunter, (vor 8534 Tagen) @ Philipp Sauer

hallo phillip,

deine gefundenen orangen punkte halte ich auf drund der farbe eher für den gemeinen schildborstling scutellina scutellata. du solltest dir die pilze mal unter der lupe betrachten, dann müsstest du deutlich am pilzrand die borsten erkennen können.

mfg gunter

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Re: neon-orangene punkte im wald

Karl-Heinz ⌂, (vor 8534 Tagen) @ gunter

Die würden dann so aussehen:
http://www2.ac-lille.fr/myconord/PhotScutellScutel.htm
Grüße
Karl-Heinz

hallo phillip,
deine gefundenen orangen punkte halte ich auf drund der farbe eher für den
gemeinen schildborstling scutellina scutellata. du solltest dir die pilze
mal unter der lupe betrachten, dann müsstest du deutlich am pilzrand die
borsten erkennen können.
mfg gunter

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Re: neon-orangene punkte im wald

Philipp Sauer, (vor 8533 Tagen) @ gunter

deine gefundenen orangen punkte halte ich auf drund der farbe eher für den
gemeinen schildborstling scutellina scutellata. du solltest dir die pilze
mal unter der lupe betrachten, dann müsstest du deutlich am pilzrand die
borsten erkennen können.

Hallo!

Danke für Eure interessanten Beiträge. Leider bin ich so schnell nicht mehr
in Nordhessen, so dass ich leider auch kein Foto nachliefern kann.
Nach dem was ich im Netz an Bildern gefunden habe würde ich den gemeinen
Schildborstling ausschließen.

Am ehesten trifft es wohl:
http://perso.wanadoo.fr/laurent.francini/IMAGES/Lycogala_epidendron.jpg

Also, der Blutmilchpilz.
Allerdings waren die Kügelchen bei mir noch "platter". ;-)
Naja, muss ja nix heißen.

Was wird denn gegen die Ausbreitung der eingeschleppten Pflanzen
unternommen? Wird so was wirklich "abgeholzt", oder bringt das langfristig
gar nichts? Man kann doch davon ausgehen, dass den Förstern solche
Stellen bekannt sind, oder?

Viele Grüße aus Halle,
Philipp

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Re: neon-orangene punkte im wald

Wolfgang, (vor 8533 Tagen) @ Philipp Sauer

Was wird denn gegen die Ausbreitung der eingeschleppten Pflanzen
unternommen? Wird so was wirklich "abgeholzt", oder bringt das
langfristig
gar nichts? Man kann doch davon ausgehen, dass den Förstern solche
Stellen bekannt sind, oder?

Die Förster haben wirklich anderes zu tun, als sich mit solchem Staudenkram zu beschäftigen. "Abgeholzt" werden Herkulesstauden hier im Mainzer Raum von Naturschutzverbänden, z.B. im Selztal, aber das ist eine recht langwierige und mühsame Arbeit, die wegen der Hautallergien auch Schutzkleidung erfordert.

Leider gibt es immer noch Gartencenter, die Herkulesstauden als Zierpflanze verkaufen und damit die Bekämpfung zu einer Daueraufgabe machen.

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Re: neon-orangene punkte im wald

Heinz Ebert ⌂, (vor 8533 Tagen) @ Philipp Sauer

Hi Phillipp,
die platten Styropor-Kügelchen sind mir unklar. Aber die Herkules Staude (auch Riesen-Bärenklau genannt) gehört zu den eingeschleppten Pflanzen, die sich sehr intensiv ausbreiten und durch Lichtentzug einheimische Arten unterdrücken. Weitere solche Arten sind das Asiatische Springkraut und die Reynoutria-Arten (Spießknöteriche). Sie verbreiten sich vor allem entlang von Bach- und Flußläufen. Ursprünglich wurden sie als Zierpflanzen in Vorgärten "gehalten". Inzwischen sind sie zu echten Problemen geworden.
Grüße aus der Vulkaneifel, Heinz

Hey Ihr Kenner!
Also ich als Laie hab mich am Wochenende auch mal aufgemacht in den
Wald um Pilze zu suchen. Leider bliebs beim suchen, denn zu sammeln gab`s
nix, jedenfalls nicht da wo ich gesucht habe.
Aber einen auffälligen Pilz hab ich immerhin entdeckt.
Auf einem älteren Stück Baumstamm, wahrscheinlich Buche, hab
ich 10-15 kleine orangene Punkte gesehen. Leider hatte ich keine
Kamera dabei, aber die Farbe war wirklich krass, ziemlich neon-orange.
Die Punkte waren zwsichen 5-12 mm im Durchmesser. Mit Stil und so
war da nix, dass waren wie so platt gedrückte Styropor-Kügelchen.
Schon klar, dass diese Beschreibung nicht unbedingt zu einem eindeutigen
Ergebnis führen kann, aber hat jemand eine Idee was mich das so
"angeleuchtet" haben könnte?
Gruß
Philipp
PS: Ist die Herkules-Staude eigentlich eine heimische Pflanze? Habe
auf einem 30x100 m großen Waldstück jede Menge von diesem fürchterlichen
Kraut gesehen, eigentlich wuchs da nix anderes mehr und auf mich hat das
so den Eindruck gemacht als würde sich das noch weiter ausbreiten.
Ist dieses massive Auftreten normal, oder ist das eine dieser eingeschleppten
Pflanzen, die heimische Arten bedrohen?