Breitblättriger Rübling

Arminius, (vor 8512 Tagen)

Hallo. Ich besuche dieses Forum schon seit Jahren und bin begeistert. Jetzt möchte ich mich auch mal ein bißchen aktiv beteiligen. Leider habe ich keine Digitalkamera. Kommt aber vielleicht noch. Auch bin ich nicht der Profi. In meinem befreundeten Umfeld glaubt man zwar, daß ich Ahnung von Pilzen habe. Wenn ich aber hier im Forum bin merke ich jedes mal wieder, was ich für ein kleines Licht bin. Alleine schon, wenn ich sehe, wie hier mit den lateinischen Namen herumgeschmissen wird, werde ich immer kleiner. Aber egal, vielleicht lerne ich das auch noch.

So. Ich möchte gleich mal mit einer Frage starten. Ich war heute im Wald und habe neben einem Hexenei und ein paar Schleimpilzen nur noch eine Art gefunden, den Breitblättrigen Rübling. Diesen dafür aber in solchen Mengen, daß ich zeitweise dachte, ich stehe in einem Meer von Pilzen. Bisher habe ich ihn immer stehengelassen. Ich habe mir heute aber die Mühe gemacht in meinen Pilzbüchern nachzulesen, welchen Wert er für die Küche hat (bei den Mengen). Jetzt bin ich ein wenig verwirrt. Ich fand die unterschiedlichsten Informationen. Von eßbar über eßbar, aber nicht wohlschmeckend bis giftig (Illustriertes Lexikon der Pilze - Karl Müller Verlag 1997). Was ist denn nun richtig? Hat irgendjemand schon mal den Pilz probiert?

Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe.
Armin

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Re: Breitblättriger Rübling

Harald Andres Schmid, (vor 8512 Tagen) @ Arminius

Hallo. Ich besuche dieses Forum schon seit Jahren und bin begeistert. Jetzt
möchte ich mich auch mal ein bißchen aktiv beteiligen. Leider habe ich
keine Digitalkamera. Kommt aber vielleicht noch. Auch bin ich nicht der
Profi. In meinem befreundeten Umfeld glaubt man zwar, daß ich Ahnung von
Pilzen habe. Wenn ich aber hier im Forum bin merke ich jedes mal wieder,
was ich für ein kleines Licht bin. Alleine schon, wenn ich sehe, wie hier
mit den lateinischen Namen herumgeschmissen wird, werde ich immer kleiner.
Aber egal, vielleicht lerne ich das auch noch.
So. Ich möchte gleich mal mit einer Frage starten. Ich war heute im Wald und
habe neben einem Hexenei und ein paar Schleimpilzen nur noch eine Art
gefunden, den Breitblättrigen Rübling. Diesen dafür aber in solchen
Mengen, daß ich zeitweise dachte, ich stehe in einem Meer von Pilzen.
Bisher habe ich ihn immer stehengelassen. Ich habe mir heute aber die Mühe
gemacht in meinen Pilzbüchern nachzulesen, welchen Wert er für die Küche
hat (bei den Mengen). Jetzt bin ich ein wenig verwirrt. Ich fand die
unterschiedlichsten Informationen. Von eßbar über eßbar, aber nicht
wohlschmeckend bis giftig (Illustriertes Lexikon der Pilze - Karl Müller
Verlag 1997). Was ist denn nun richtig? Hat irgendjemand schon mal den
Pilz probiert?
Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe.
Armin

hallo, Armin
Deine Verwirrung ist verständlich.
Der "Breitblättrige" ist der am meisten "herumgeschupfte" Pilz, den es überhaupt gibt. Was der sich schon alles hat gefallen lassen müssen!
Angefangen beim Namen:
Breitblättriger Rübling/Schleimrübling/Samtrübling.
Ja was denn nun genau?
Lateinisch noch schlimmer:
Rüblinge heissen Collybia.
Da unser Exemplar nicht eigentlich dazu gehört, machte man Megacollybia daraus.
Dann Oudemansiella, dann Xerula. Das galt bis jetzt. Ich glaube, jetzt ist er wieder bei Oudemansiella eingereiht.
Ist aber sinnlos, dass du dir das merkst, denn in einem Jahr ist sicher wieder alles ganz anders...
Betreffend Geniessbarkeit ist es noch schlimmer:
Von "Giftig" über "Ungeniessbar" bis "Speisepilz" ist alles anzutreffen.
Man hat bei uns mal einen grossen Topf nur mit diesen Pilzen gekocht, und einen Haufen Freiwillige aus dem Umfeld der Pilzkontrolle und Polizei damit gefüttert.
Er ist nicht giftig. Nicht mal Bauchweh hatte jemand davon!
Aber die Meinungen gehen da auch auseinander und sind z.T. beleidigend für den schon arg gebeutelten Pilz.
Eine Kollegin von mir witzelt gerne:
"Bei dem Pilz kannst du die Huthaut abziehen und dann die Lammellen essen, oder erst die Lamellen entfernen, und dann die Huthaut essen - und DAS soll ein Speisepilz sein?"
Pilzphysiologisch hat sie ja recht:
Der Name "Breitblättriger" kommt daher, dass die Lamellen in der Höhe (nicht "Breite"!) sehr ausgedehnt sind und anstelle von Hutfleisch fast den ganzen Hut ausmachen.
Trotzdem:
so schlecht schmeckt der Pilz nicht, auch wenn er keine Delikatesse ist.
Er eignet sich ausgezeichnet für Pilzragouts, in denen Röhrlinge vorkommen, da er die Neigung zum Schleimen freundlicherweise unterbindet.
Sind deine Fragen damit beantwortet?
Du sagst, du lässt dich beeindrucken vom Wissen der hier Diskutierenden, bes. wenn sie lateinisch reden?
Hier kochen alle nur mit Wasser! In der Pilzkunde kann man vor allem aufzählen, was man NICHT weiss!
Gruss, Harald Andres

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Re: Breitblättriger Rübling

Karl Keck ⌂, (vor 8512 Tagen) @ Arminius

Hat irgendjemand schon mal den
Pilz probiert?

Hallo Armin,

Erhard Ludwig schreibt in seinem "Pilzkompendium" (2001): "Der Pilz gilt allgemein als eßbar. Ich selbst habe ihn einmal als fast ungemischtes Gericht gegessen und ihn sogar als recht schmackhaft empfunden. Aus den USA wurden allerdings 1980 zwei Vergiftungsfälle gemeldet (My MiBl 1981:38)."
Ludwig stellt das "Breitblatt" übrigens jetzt zur Gattung Clitocybula.
Grüße aus Biberach an der Riss nach Bad Grönenbach
Karl

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Re: Breitblättriger Rübling

Christoph ⌂, (vor 8511 Tagen) @ Karl Keck

Ludwig stellt das "Breitblatt" übrigens jetzt zur Gattung
Clitocybula.

Hallo Karl,

ja, das stimmt, aber leider ohne jegliche Diskussion "einfach aud Gefühl heraus". Leider. Clitocybula hat u.a. amyloide Sporen. Man sollte ihn doch einfach solange bei Megacollybia als monotypische Gattung lassen, bis man sich sicher ist, wo er wirklich hingehört. Ich hab so ein wenig den Eindruck, jeder will ihn mal irgendwohin kombinieren. Mit a bisserl Glück wird man schon Recht haben und der Name bleibt hinter der Klammer erhalten ;-).

Soweit ich weiß, soll es mal einen Fall geben, wo M. platyphylla Bauchweh verursacht haben soll. Das macht ein Pfund Gummibärchen aber auch schon mal, trotzdem nicht giftig...
Gegessen habe ich ihn selber auch noch nicht. Werde ich aber wohl mal aus Neugierde probieren...

Grüße
Christoph

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Re: Breitblättriger Rübling

Joachim, (vor 8512 Tagen) @ Arminius

Hallo Armin,
schön das du dich jetzt auch aktiv am Pilzforum beteiligen willst.
Kleine Lichter gibt es im Pilzforum nicht, es gibt Pilzfreunde die erst
wenige Pilze, meist Röhrlinge kennen. Wieder andere Pilzfreunde kennen
auch schon einige Lamellenpilze. Dann gibt es noch die Pilzfreunde, die
mehr über Pilze wissen möchten als nur „kann man den essen?“
Natürlich sind auch viele Geprüfte Pilzsachverständige und auch einige
promovierte Mykologen im Forum anzutreffen.
Auf keinen Fall wird im Forum arrogant auf einen „Pilzneuling“ herabgeschaut.
Jetzt aber zu deiner Frage über den Speisewert vom Breitblätterigen Rübling
(Megacollybia platyphylla), er ist nicht giftig. Man kann ihn essen, aber schmecken
tut er nicht, meiner Meinung nach. Auf jeden Fall sollte man vom Breitblätterigen Rübling erst
mal eine kleine Menge probieren. Es ist schon oft von einer
Unverträglichkeit vom Breitblätterigen Rübling berichtet worden.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim
PS: Auch kleine Lichter leuchten. ;-)

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Re: Breitblättriger Rübling

Huperzia ⌂, (vor 8511 Tagen) @ Joachim

Kleine Lichter gibt es im Pilzforum nicht, [....]
PS: Auch kleine Lichter leuchten. ;-)

Nana, Joachim, Widersprüche werden sofort gnadenlos erkannt!
Leuchten wir nun oder nicht, oder genauer strahlt unsere Pilznahrung oder nicht?
Oder leuchtet das Hallimaschmycel vom letzten Herbst in uns weiter?

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Breitblättriger Rübling

Harald Andres Schmid, (vor 8511 Tagen) @ Huperzia

Oder leuchtet das Hallimaschmycel vom letzten Herbst in uns weiter?
Viele Grüße,
Tanja

also Hupi - alles was recht ist - kulinarische Präferenzen bei Pilzen in Ehren:
Du isst Hallimaschmycel? Igitt!
Harald Andres

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Re: Breitblättriger Rübling

Huperzia ⌂, (vor 8510 Tagen) @ Harald Andres Schmid

also Hupi - alles was recht ist - kulinarische Präferenzen bei Pilzen in
Ehren: Du isst Hallimaschmycel? Igitt!
Harald Andres

Hallo Harald Andres,

Es gibt eben Menschen, die lassen sich erleuchten und andere werden ewig im Dunkeln speisen ;-).

Viele Grüße,

Tanja