Alle Jahre wieder: Mutterkörner (4 Bilder)

Georg, (vor 8481 Tagen)

wie jedes Jahr um diese Zeit lohnt es sich kurz vor der Ernte
stehende Getreidefelder nach vom Mutterkorn (Claviceps purpurea) befallenen Roggenähren abzusuchen.
Schon nach wenigen Minuten wurde ich fündig:

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Die Sklerotien sondern an ihrer Basis einen süßlichen Saft ab, der gerne
von Wespen aufgenommen wird und der Verbreitung des Pilzes dient.

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zwei stark befallene Ähren

Georg

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Re: Alle Jahre wieder: Mutterkörner (4 Bilder)

Harald Andres Schmid, (vor 8481 Tagen) @ Georg

wie jedes Jahr um diese Zeit lohnt es sich kurz vor der Ernte
stehende Getreidefelder nach vom Mutterkorn (Claviceps purpurea) befallenen
Roggenähren abzusuchen.

hallo,
ja, aber, Moment mal:
Kurz vor der Ernte stehende Felder?
Das heisst, die Mutterkörner geraten ins Brotgetreide?
Soviel ich weiss, wurden früher so ganze Landstriche durch Mutterkornvergiftungen über das Brotmehl entvölkert.
Wie ist es möglich, dass unsere fungizidbelasteten Agrarflächen noch solch altertümliche Gefahren bergen?
Gruss, Harald Andres

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Re: Alle Jahre wieder: Mutterkörner (4 Bilder)

Georg, (vor 8481 Tagen) @ Harald Andres Schmid

hallo,
ja, aber, Moment mal: Kurz vor der Ernte stehende Felder?
Das heisst, die Mutterkörner geraten ins Brotgetreide?
Soviel ich weiss, wurden früher so ganze Landstriche durch
Mutterkornvergiftungen über das Brotmehl entvölkert.
Wie ist es möglich, dass unsere fungizidbelasteten Agrarflächen noch solch
altertümliche Gefahren bergen?

Hi Harald Andres,
soweit ich weiß werden die Mutterkörner vor dem Mahlen durch Sieben oder
sonstige Trennverfahren (MK sind größer und haben ein anderes Gewicht als Getreidekörner)
entfernt. Es gibt einen Genzwert für maximalen Mutterkorngehalt im Brotgetreide,
der bei 0.05% liegt.

Georg

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Re: Alle Jahre wieder: Mutterkörner (4 Bilder)

Harald Andres Schmid, (vor 8481 Tagen) @ Georg

Hi Harald Andres,
soweit ich weiß werden die Mutterkörner vor dem Mahlen durch Sieben oder
sonstige Trennverfahren (MK sind größer und haben ein anderes Gewicht als
Getreidekörner)
entfernt. Es gibt einen Genzwert für maximalen Mutterkorngehalt im
Brotgetreide,
der bei 0.05% liegt.
Georg

hallo,
interessant...
vor allem der Grenzwert.
Wenn ich mich richtig erinnere, liegt die tödliche Dosis bei Mutterkorn bei 4 Gramm.
Das habe ich noch nicht ausprobiert: ob 8 kg Mehl wirklich tödlich wirken. ;-)))
Gruss, Harald Andres

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Re: Alle Jahre wieder: Mutterkörner (4 Bilder)

Andi S. aus V., (vor 8478 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Zitat aus:

http://www.luas.bayern.de/btmyktox.htm

Mutterkornalkaloide
Mutterkorn wird durch den auf vielen Getreidearten und Gräsern parasitisierenden Pilz Claviceps purpurea gebildet. Seine toxischen Wirkungen werden durch Inhaltsstoffe vermittelt, die sich von der Lysergsäure ableiten, z.B. das auch als Arzneimittel verwendete Ergotamin. Eine kontrahierende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur und andere Organe steht hier im Vordergrund. Es kann einerseits durch Verengung der Arterien zu Mißempfindungen an den Gliedmaßen und in Folge von erheblicher Mangeldurchblutung zu deren Absterben kommen, andererseits können schwere Krämpfe und Psychosen ausgelöst werden. Im Mittelalter waren Vergiftungen durch Mutterkorn sehr häufig: bei Mißernten durch ungünstige Witterung konnte bis zur Hälfte der Roggenernte (des damals wichtigsten Brotgetreides) aus Mutterkorn bestehen. Die Bezeichnung "Mutterkorn" geht auf seine Verwendung zur nachgeburtlichen Blutstillung durch Kontraktion der Gebärmutter zurück.

Das EU-Recht schreibt vor, daß der Gehalt des Getreides an Mutterkorn nicht mehr als 0,1 % betragen darf. Durch die heute in der konventionellen Landwirtschaft üblichen Schutzmaßnahmen und die Reinigungsmöglichkeiten der modernen Mühlentechnologie besteht keine Gefährdung mehr durch diese Toxine. Nur bei Landwirten, die nicht über ausreichende Reinigungsmöglichkeiten verfügen und ihr Getreide direkt vermarkten, kann Mutterkorn noch ein Problem darstellen. Hier kann es auch heute noch zu ernsten Vergiftungsfällen durch den Verzehr von ungereinigtem, frisch vermahlenen Getreide kommen.

Gruß Andi S. aus V.