Standorte B. radicans
Hall detlef,
B. radicans ist bei uns im bodenseegebiet mit Abstand die häufigste der "seltenen" Dickröhrlingsarten. Sie scheint sich ausserdem bei uns auszubreiten. Besonders in den Sekundärbiotopen: Friedhoefe, Parkanlagen, Vorgärten, Strassenraender usw. Hier bevorzugt die Art eindeutig die Birke als Partner, selten auch mal die Linde.Ein typischer Nichtröhrling mit dem ich sie oft zusammen finde ist Amanita solitaria der stachelschuppige Wulstling, der sich anscheinend in den selben Biotopen wohlfühlt und in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden ist (Klimaerwärmung??). In einer Birkenalle auf dem KOnstanzer Friedhof wächst auch standorttreu seit Jahren B. satanas. Wer weiss vielleicht freundet sich diese Art ja auch allmählich mit anderen Baumarten in Sekundärbiotopen an, und ist in ein paar Jahrzehnten öfter mal mit ner Birke vergesellschaftet..
Viele Grüße Christoph
W us: Hallo Jürgen,
auch für diesen Pilz, der bei uns in Niedersachsen auf RL 2F/3H ( selten im
Tiefland, zerstreut im Hochland )steht, gilt wieder meine obligatorische
Frage:"Wo findest Du immer diese große Anzahl seltener
Röhrlinge"?
Meine Hauptkartierungsgebiete Kreis Gifhorn und Wolfsburg gehören mit den
Ausläufern der Lüneburger Heide zu den bodensauren Tieflandwäldern ( ohne
Kalk )mit Kiefer und Eiche und sind leider nicht prädestiniert dafür.
Ich hatte das Glück, daß mir Sammlerfreunde im Raume
Braunschweig/Wolfenbüttel
in den letzten Jahren einigemal diesen seltenen Röhrling im Originalbiotop
zeigten, damit ich nicht nur mit theoretischem Fachbuchwissen arbeiten
muß.
Ich finde gerade deshalb ist Deine Serie so ausgezeichnet, da Du immer die
große Variationsbreite anhand Deiner unglaublich vielen Funde zeigst.
Danke dafür und hoffentlich kommen noch mehr solche mykologische
Leckerbissen.
Einen schönen Sonntag noch
Detlef