Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

Förster Ewald, (vor 7797 Tagen)

Hallo Forum,

nach meiner ersten Hexenmahlzeit für dieses Jahr dachte ich am Wochenende es gäbe vielleicht auch ein Zweite.
War nix mit Hexen dafür fand ich das hier:

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Gefunden in Dortmund. Kenne ich aus dem Pilzbuch, aber noch nie "life" gesehen.

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Gefunden in Schermbeck. Habe ich noch nie gesehen, finde ihn aber auch in keinem Pilzbuch. Hat Jemand eine Idee ???

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Gefunden im Internet. Noch nie gesehen, auch in keinem Pilzbuch.
Weiß Jemand was das ist, ob man es essen kann, wie es heißt und wo es wächst ???

Beste Grüße,

Jörg

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

AK_CCM, (vor 7797 Tagen) @ Förster Ewald

Hallo Jörg,

auf dem ersten Bild dürfte die Himbeerrote Hundsrote (Mutinus ravenelii) zu sehen sein, lt. GERHARDT eine sehr seltene Art, die sporadisch in besonders feuchtwarmen Sommern auftritt. Beim zweiten Bild fällt mir nichts ein, ein Blick auf die Unterseite würde (zumindest mir) vielleicht mehr verraten.

Viele Grüße

Andreas

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

Andreas ⌂, (vor 7797 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Jörg,
auf dem ersten Bild dürfte die Himbeerrote Hundsrote ( Mutinus ravenelii ) zu
sehen sein, lt. GERHARDT eine sehr seltene Art, die sporadisch in
besonders feuchtwarmen Sommern auftritt. Beim zweiten Bild fällt mir
nichts ein, ein Blick auf die Unterseite würde (zumindest mir) vielleicht
mehr verraten.
Viele Grüße
Andreas

Hallo Andreas und Jörg,

das ist "nur" die Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus). Man sieht bereits die orange und nicht himbeerrote Färbung unter der Gleba rausspicken.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

AK_CCM, (vor 7797 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

sieh es mir bitte nach, wenn ich da jetzt nachhake, aber im Gerhard steht bei der Himbeerroten: "ockergelblich bis himbeerrot" und bei der Gemeinen: "gelblich bis ockerorange". Könnte da ein Orange nicht auch bei der "Himbi" auftreten? Oder ist das immer sicher die Gemeine, wenn sie orange ist?

Schöne Grüße

Andreas

Hallo Andreas und Jörg,
das ist "nur" die Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus). Man sieht
bereits die orange und nicht himbeerrote Färbung unter der Gleba
rausspicken.
beste Grüße,
Andreas

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Himbeerrot...(1Bild)

Karl-Heinz ⌂, (vor 7797 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,
ich denke wenn Du die Himbeerrote einmal selbst gesehen hast ist sie sehr typisch - eben himbeerrot.
Schau mal, eine Fund von Juli 2004
Gruß
Karl-Heinz
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Hallo Andreas,
sieh es mir bitte nach, wenn ich da jetzt nachhake, aber im Gerhard steht bei
der Himbeerroten: "ockergelblich bis himbeerrot" und bei der
Gemeinen: "gelblich bis ockerorange". Könnte da ein Orange nicht
auch bei der "Himbi" auftreten? Oder ist das immer sicher die
Gemeine, wenn sie orange ist?
Schöne Grüße
Andreas

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Re: Himbeerrot...(1Bild)

AK_CCM, (vor 7797 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

alleine Dein Foto von der Himbeerroten Hundsrute war mein Nachhaken wert - vielen Dank an dieser Stelle. Dein Pilz hat in der Tat eine völlig andere Färbung als die Gemeine Hundsrute von Jörg.

Gruß, Andreas

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Hundsruten

Peter W., (vor 7796 Tagen) @ Andreas

Gut, dass das Thema mal angeschnitten wird.

Klar ist, das Bild zeigt eindeutig eine Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus). Daneben gibt es aber noch zwei weitere Arten, die aus Europa bekannt sind. M. ravenelii (Himbeerrote Hundsrute) und M. elegans ( Vornehme Hundsrute). Die Vornehme kann man gut trennen durch den Geruch der Gleba( ist nicht Aasartig sondern angenehm nach Vanilletabakrauch), den Standort (bis heute in Europa nur bei Riesen China Schilf bekannt) ,Rutenform (die zugespitzte Teil beginnt schon ca. in der Mitte des FK) und die große Receptaculumöffnung. M. ravenelii ist, nach eigener Erfahrung, nicht so einfach zu erkennen und ich habe selber lange gesucht nach guten makroskopischen Unterscheidungsmerkmalen. Mikroskopisch gibt es ja nur minimale Unterschiede. Zugegeben, der Kopfteil mit Gleba ist bei M. caninus etwas abgesetzt, Gleba ist dicker und die Rute ist etwas gedrungener wie bei M. ravenelli, aber die rote Farbe der Außenseite des Receptaculum allein ist kein gutes Merkmal. Neben gelb Formen gibt es auch rote Formen von M caninus.( Siehe MHK 2 141) Was mir nicht gefällt an der Abbildung bei MHK ist, das aufgeschnittene, sich in Streckung befindliche, Ei. Hier glaube ich, hat der Maler etwas zu tief in den Farbkasten gegriffen. Ich habe festgestellt, dass bei roten Formen die Färbung der Rinde und die der Innenseite des Receptaculum bei M. caninus nie so vorkommt wie dort dargestellt, sondern der untere Teil weißlich bis ganz schwach gefärbt ist. Bei M. ravanelli dagegen immer ganz Rot oder max. im unterem Teil orange. Was habt Ihr für Erfahrungen?

Peter Welt

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

Andreas ⌂, (vor 7797 Tagen) @ Förster Ewald

Hallo Jörg,

Gefunden in Schermbeck. Habe ich noch nie gesehen, finde ihn aber auch in
keinem Pilzbuch. Hat Jemand eine Idee ???

Das scheint mir ein etwas angetrockneter und deshalb orange gefärbter Goldröhrling zu sein.

Gefunden im Internet. Noch nie gesehen, auch in keinem Pilzbuch.
Weiß Jemand was das ist, ob man es essen kann, wie es heißt und wo es wächst
???

Das Teil heißt Macrocybe titans und wächst unter anderem auf Wiesenflächen in Florida, aber auch in Zentralamerika, (immer?) auf Nestern von Blattschneider-Ameisen. Näheres unter anderem dort wo Dein Bild herstammt: http://www.nybg.org/bsci/res/hall/mcybe.html
Der Hut von diesem Brocken wird mit der Zeit wellig, wie hier zu sehen:
http://www.fieldmuseum.org/expeditions/greg_expedition/gallery_thumb13.html
Der Kleine wog mal eben 8 Kilo und hatte 1 Meter Hutdurchmesser. Und das alles ohne Kernkraftwerk nebenan *ggg*
Die Gattung Macrocybe ist übrigens erst neueren Datums, hier ist die Originalbeschreibung:
http://www.fpl.fs.fed.us/documnts/pdf1998/pegler98a.pdf
Er soll eßbar sein, doch ob den jemand tatsächlich schon probiert hat oder ob es nur die Analysen von Tjakko Stijve gibt, nach denen keine herkömlichen Pilzgifte nachgewiesen wurden, ist mir nicht bekannt.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

zuehli ⌂, (vor 7797 Tagen) @ Förster Ewald

Hallo Jörg,

standen bei dem zweiten Lärchen in der Nähe? Sieht mir wie ein Goldröhrling aus.

Die Riesenpilze wachsen in Afrika, gehören wahrscheinlich zur Gattung Termitomyces (Ritterlingsartige) und werden gegessen.

Gruß Harald

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Re: Persönliche Erstfunde und ein paar Fragen

zuehli ⌂, (vor 7797 Tagen) @ zuehli

Andreas wird mit seinem Macromyces wahrscheinlich eher die Sache treffen.
So große Dinger sieht man ja auch nicht alle Tage.....

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Danke für die Aufklärung

Förster Ewald, (vor 7792 Tagen) @ Förster Ewald

Wollte mich nur mal kurz für die umfangreiche Aufklärung bedanken.
Das war mehr als ich erwarten konnte :)

Grüße,

Jörg

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Re: Danke für die Aufklärung

AK_CCM, (vor 7791 Tagen) @ Förster Ewald

Hallo zusammen,

möchte mich Jörgs Dankeschön an alle Beteiligten der Diskussion anschließen, wieder einiges dazugelernt!

Gruß, Andreas