Bestimmungshilfe kein Risspilz (5 Fotos, 500 KB)

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Servus,

Hier noch ein Nachtrag vom Dienstag, ausnahmsweise mal kein Risspilz.

Diese Winzlinge wuchsen gesellig bis büschelig in Gesellschaft des Ziegelroten Risspilz an einem schottrigen Wegrand bei Buche:

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Beschreibung: Hut: 1-2 cm Durchmesser, hellbraun, auffallend radialrissig; Fleisch: unter dem Hut etwas dunkler braun als die Lamellen, dünnfleischig; Geruch: unauffällig; Stiel: bis 4 cm lang, meist verbogen und leicht verdreht, hellbraun und längs mit weißlichen Fasern überzogen; Lamellen: zimtbraun; Cheilozystiden: spärlich, keulig; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: keulig, mit 4 Sterigmen; Sporen: elliptisch bis mandelförmig und glatt (?); Sporenpulver: braun, wie die Lamellen

Mikros von der Lamellenschneide:
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Dürfte nicht ganz einfach zu bestimmen sein, vielleicht könnt ihr mir einen Tipp geben, in welcher Richtung ich suchen muss.

Gruß aus München
Hias

Re: Richtung xy-Schnitzling?

() @ 42

Du hast sicher Telamonia gemeint und dich nur verschrieben!
Hans

Re: Richtung xy-Schnitzling?

() @ Hans Bender

Hallo Hans,

Du hast sicher Telamonia gemeint und dich nur verschrieben!

Nein, meine Antwort war nur sehr (zu) voreilig. An Wasserköpfe/Gürtelfüße
hatte ich überhaupt nicht gedacht. Ich ziehe hiermit meine 'Schnitzlinge'
(kleinlaut) zurück.

Beste Grüße
Thomas

Re: Bestimmungshilfe kein Risspilz (5 Fotos, 500 K

() @ interhias

Hallo Hias,

Vielleicht ein Cortinarius aus Untergattung Telamonia (Wasserköpfe).

Beste Grüsse
Sepp

Cortinarius umbrinolens

() @ Boletus

Danke für eure Hinweise!

Ich habe mich mal durch die Telamonia-Sektion in "Pilze der Schweiz" durchgearbeitet und meine jetzt, dass es sich bei meinem Fund um Cortinarius umbrinolens, den Umberbraunen Wasserkopf handelt.

Die makroskopische Beschreibung passt sehr gut:
Hut seidig glänzend, Rand gezähnelt und mit weißen Velumresten besetzt, Lamellen mit Zahn leicht herablaufend, Stiel weiß überfasert.

Viele ähnliche Arten lassen sich anhand der Standortangaben bzw. Mykorrhiza-Partner ausschließen oder weisen keine Marginalzellen auf.

Gruß
Hias

Re: Cortinarius umbrinolens

() @ interhias

Danke für eure Hinweise!
Ich habe mich mal durch die Telamonia-Sektion in "Pilze der
Schweiz" durchgearbeitet und meine jetzt, dass es sich bei meinem
Fund um Cortinarius umbrinolens, den Umberbraunen Wasserkopf handelt.
Die makroskopische Beschreibung passt sehr gut: Hut seidig glänzend, Rand
gezähnelt und mit weißen Velumresten besetzt, Lamellen mit Zahn leicht
herablaufend, Stiel weiß überfasert.
Viele ähnliche Arten lassen sich anhand der Standortangaben bzw.
Mykorrhiza-Partner ausschließen oder weisen keine Marginalzellen auf.

Hallo Hias
In "Pilze der Schweiz" stehen natürlich auch einige von den ca. 1000 Stück, "aber du machst das schon" und das mit Links.
Gruß Hans

Re: Cortinarius umbrinolens

() @ interhias

Danke für eure Hinweise!
Ich habe mich mal durch die Telamonia-Sektion in "Pilze der
Schweiz" durchgearbeitet und meine jetzt, dass es sich bei meinem
Fund um Cortinarius umbrinolens, den Umberbraunen Wasserkopf handelt.
Die makroskopische Beschreibung passt sehr gut: Hut seidig glänzend, Rand
gezähnelt und mit weißen Velumresten besetzt, Lamellen mit Zahn leicht
herablaufend, Stiel weiß überfasert.
Viele ähnliche Arten lassen sich anhand der Standortangaben bzw.
Mykorrhiza-Partner ausschließen oder weisen keine Marginalzellen auf.
Gruß
Hias

Hallo Hias,

Pilze der Schweiz ist zwar nicht schlecht, aber zum Telamonien-Bestimmen etwas gewagt. Zum ein Bestimmungsergebnis vergleichen aber sehr brauchbar. Natürlich sind auch hier einige Fehler drin, wie in (fast) jedem Buch.
C. umbrinolens hätte ich in Deinem Pilz nicht wirklich erkannt, ich kenne den wesentlich dunkler, fast schwarz. Und beim Abtrocknen dann eher graulichbraun als rotbraun, schon gar nicht so wie auf Deinem 3. Bild (das ist wohl farbfalsch, abends geknipst?). Auch die Velumverhältnisse sind irgendwie etwas abweichend, ohne dass ich das genauer definieren kann. Ferner finde ich ihn in feuchten Birken- und Birken-Fichtenmischwäldern und nicht im Buchenwald, aber da scheint die Ökologie wesentlich weiter zu sein als meine Erfahrung. Für ausgeschlossen halte ich Deine Bestimmung nicht, aber sicher finde ich sie absolut auch nicht. Sporenmaße sind bisweilen vielleicht auch noch hilfreich, sind den Mikrobilder leider nicht direkt zu entnehmen.

beste Grüße,
Andreas

Re: Cortinarius umbrinolens

() @ Andreas

Hallo Hans und Andreas,

ich habe verstanden: - bei Telamonia fahre ich mit meinen Möglichkeiten beim Bestimmen ziemlich zielsicher gegen die Wand. Aber macht nix, das ist immerhin auch eine Erkenntnis.

Das dritte Foto ist durch direkte Sonneneinstrahlung farblich etwas verfälscht.

Vielen Dank für eure Einschätzung!
Diesen hübschen Cortinarien werde ich auf jeden Fall auf der Spur bleiben.

Gruß
Hias

Re: Cortinarius umbrinolens

() @ interhias

Hallo Hans und Andreas,
ich habe verstanden: - bei Telamonia fahre ich mit meinen Möglichkeiten beim
Bestimmen ziemlich zielsicher gegen die Wand. Aber macht nix, das ist
immerhin auch eine Erkenntnis.
Das dritte Foto ist durch direkte Sonneneinstrahlung farblich etwas
verfälscht.
Vielen Dank für eure Einschätzung!
Diesen hübschen Cortinarien werde ich auf jeden Fall auf der Spur bleiben.
Gruß
Hias

Hallo Hias,

lass Dich nicht entmutigen! Es ist nicht so, dass man Telamonien prinzipiell nicht bestimmen kann, ganz und gar nicht. Aber es ist langwierig, weil keine monografische allumfassende Arbeit existiert (aber doch einiges an Literatur!) und weil man nur vernünftige Kollektionen mit jungen und alten Exemplaren verwenden sollte - und weil man sich mit der Systematik vertraut machen muss um einen Fund überhaupt mal erst die richtige Richtung zu schieben. Vor die Velumverhältnisse (Farbe, Ausprägung) an vorzugsweise jungen Pilzen sind von ausschlaggebender Bedeutung. Naja, und je mehr Erfahrung man mit den Farben der Lamellen etc. hat, mit Gerüchen und was sonst noch makroskopisch so alles von bedeutung ist, desto einfacher tut man sich natürlich. Die Telamonien sind oft relativ ähnlich aussehend und die Mehrzahl der Arten muss man wohl mehrmals sicher bestimmt gesehen haben bis sie "sitzen".

Schwieriger als andere Gattung, ja - links liegen lassen weil eh unbestimmbar, nein!

Im Spätherbst biete ich interessierten Schleierlingsfreunden, und vor allem solchen die es werden wollen, einen Hobbymykologenkurs an, bei dem es Schwerpunktmäßig um Cortinarien gehen soll (http://www.pilzkurse.de). Vielleicht ist das für manche interessant und ich hoffe, dass ich den Teilnehmern einen Einstieg in diese faszinierende Gattung vermitteln kann. Zeit zum Sammeln, Bestimmen, Diskutieren, Literaturvergleichen wird genügend sein und von Kalk-Phlegmacien bis zu Moor-Telamonien ist ein gutes Spektrum zu erwarten.
Walter Pätzold in Hornberg bietet übrigens einen ebensolchen Kurs an, ich glaube eine Woche vor meinem.

beste Grüße,
Andreas