Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratur...

Boletus ⌂, (vor 7787 Tagen)

..... aufgezeigt an Pluteus thomsonii, Graustieliger Adern-Dachpilz

Fund vom letzten Donnerstag, wieder auf "meinem" gehäckselten Holzerkarrweg. Das Indiz der samtigen Hutoberfläche macht Zugehörigkeit zur Gruppe mit zelliger Huthaut relativ einfach. In dieser Gruppe existieren ein paar Arten mit aderiger Scheibe. Nach diesen makr. Merkmalen hab ich den Pilz schon am Standort als Plutus thomsonii angesprochen. Die Nachbestimmung und Bestätigung erwies sich dann im Detail teilweise etwas verwirrend.

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Pluteus thomsonii (Berk. & Br.) Dennis Graustieliger Adern-Dachpilz

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Huthautschnitt, Pileozystiden, leider etwas zu dick :-(

Gut stimmen bei B+K die Sporen, Basidien, Pleuro- und Kaulozystiden. Die gezeichneten Pileozystiden jedoch hab ich so nicht beobachtet obwohl ich diese Elemente auch als keulig, spindelig beurteilt habe. Von den apikal dornenförmigen Verlängerungen vieler Cheilozystiden und vereinzelten Pileozystiden (siehe Bild) schreibt B+K nichts. Horak (Neuer Moser) erwähnt diese Verlängerungen als einziges der mir zur Verfügung stehenden Werke. Seine Beschreibung erzeugt jedoch bereits weitere Verwirrungen. Nach diesem Buch (auch bei Moser 1983) hat thomsonii keine Pleurozystiden, bei meinem Fund sind vereinzelt welche vorhanden (wie auch bei B+K erwähnt). Nach Horak soll der Stiel +- der Hutfarbe entsprechen. Die Stiele meiner Kollektion sind gegen die Spitze weisslich werden nach unten zunehmend gräulich. Dies entspricht in etwa dem Steckbrief von B+K und Moser 1983.
Fazit: Bei der Bestimmung vieler Arten ist es mühsam aber unumgänglich mehrere Werke zu konsultieren um an ein Ziel zu gelangen.

Beste Grüsse
Sepp

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Re: Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratu

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7787 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

diesen Fund kannst Du getrost als P. thomsonii verbuchen! Diese Art ist enorm veränderlich in der Farbe, selbst die charakteristische Runzelung des Hutes kann fehlen! In der Literatur wird das Vorhandensein von Pleurozystiden erwähnt, normalerweise sind sie aber selten. Wo hast Du bei Br.& Kr. nachgeschaut? Dort wird die abgebildete Huthaut ja so gezeichnet, auch die Spitzen Zystiden sind erwähnt. Übrigens muss man aufpassen bei diesen nadelfeinen Fortsätzen: wenn zu stark gepresst wird, werden diese Spitzchen abgebogen oder abgerissen und sind dann unsichtbar.

Mit vielen Grüssen, Markus

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Re: Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratu

Boletus ⌂, (vor 7787 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

Wo hast Du bei
Br.& Kr. nachgeschaut? Dort wird die abgebildete Huthaut ja so gezeichnet,

126 auf S. 132, die abgebildeten Pileozystiden erscheinen mir zu wenig bauchig, und unter sich voneinander zu verschieden. "Meine" gleichen sich grösstenteils wie ein Ei dem anderen. Als schematische Darstellung kann ich sie jedoch akzeptieren.

auch die Spitzen Zystiden sind erwähnt.

Man sollte ab und zu auch die Bemerkungen besser durchlesen...sorry!

Danke für die Antwort und viele Grüsse zurück
Sepp

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Re: Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratu

Andreas 2, (vor 7787 Tagen) @ Boletus

..... aufgezeigt an Pluteus thomsonii, Graustieliger Adern-Dachpilz
Fund vom letzten Donnerstag, wieder auf "meinem" gehäckselten
Holzerkarrweg. Das Indiz der samtigen Hutoberfläche macht Zugehörigkeit
zur Gruppe mit zelliger Huthaut relativ einfach. In dieser Gruppe
existieren ein paar Arten mit aderiger Scheibe. Nach diesen makr.
Merkmalen hab ich den Pilz schon am Standort als Plutus thomsonii
angesprochen. Die Nachbestimmung und Bestätigung erwies sich dann im
Detail teilweise etwas verwirrend.

Pluteus thomsonii (Berk. & Br.) Dennis Graustieliger Adern-Dachpilz

Huthautschnitt, Pileozystiden, leider etwas zu dick :-(

Gut stimmen bei B+K die Sporen, Basidien, Pleuro- und Kaulozystiden. Die
gezeichneten Pileozystiden jedoch hab ich so nicht beobachtet obwohl ich
diese Elemente auch als keulig, spindelig beurteilt habe. Von den apikal
dornenförmigen Verlängerungen vieler Cheilozystiden und vereinzelten
Pileozystiden (siehe Bild) schreibt B+K nichts. Horak (Neuer Moser)
erwähnt diese Verlängerungen als einziges der mir zur Verfügung stehenden
Werke. Seine Beschreibung erzeugt jedoch bereits weitere Verwirrungen.
Nach diesem Buch (auch bei Moser 1983) hat thomsonii keine
Pleurozystiden, bei meinem Fund sind vereinzelt welche vorhanden (wie auch
bei B+K erwähnt). Nach Horak soll der Stiel +- der Hutfarbe entsprechen.
Die Stiele meiner Kollektion sind gegen die Spitze weisslich werden nach
unten zunehmend gräulich. Dies entspricht in etwa dem Steckbrief von B+K
und Moser 1983.
Fazit: Bei der Bestimmung vieler Arten ist es mühsam aber unumgänglich
mehrere Werke zu konsultieren um an ein Ziel zu gelangen.
Beste Grüsse
Sepp

Hallo Sepp,

ist das die gleiche Stelle wie vom Pluteus podospileus (Posting vom 11.06.)? Dann solltest Du beide nochmal vergleichen, denn dann war das vermutlich auch P. thomsonii. Mit dem Urteil zu diesems Pilz schließe ich mich voll und ganz meinem Vorredener an. Etwas Variabilität muss mann diesen Geschöpfen schon zugestehen.

Gruß Andreas

Gruß Andreas

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Re: Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratu

Boletus ⌂, (vor 7787 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas,
ist das die gleiche Stelle wie vom Pluteus podospileus (Posting vom 11.06.)?
Dann solltest Du beide nochmal vergleichen,

Nein, nicht exakt, 200 m von der letzten Fundstelle entfernt. Hier nochmals die Hutschnitte im direkten Vergleich:

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Der ältere Fund, meiner Meinung nach P. podospileus

[image]
...und hier P. thomsonii

Da sind doch schon klare Unterschiede feststellbar.

Herzliche Grüsse
Sepp

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Re: Verwirrende Nuancen in der Bestimmungsliteratu

Hans Bender, (vor 7785 Tagen) @ Andreas 2

Fazit: Bei der Bestimmung vieler Arten ist es mühsam aber unumgänglich

mehrere Werke zu konsultieren um an ein Ziel zu gelangen.

Hallo
und nicht zu vergessen, mal in Flora Agaricina Neerlandica 2 den P.nisidiosus zu vergleichen, der ja auch diese Mäuseschwanz-Fortsätze an den Cheilozystiden hat.
Am besten siehst du diese, wenn du eine frische Lamelle flach und ohne zu quetschen unter dem Mikroskop betrachtest.
Das gleiche gilt für Cystolepiota adulterina, der noch zartere und empfindlichere Zellfortsätze hat die sofort kollabieren oder in Wasser unsichtbar werden und ohne diese Vorgehensweise meist gar nicht festgestellt werden können.
Grüße Hans