Re: Schleierlings-Rätsel: Auflösung
Hallo,
hier die Auflösung. Rudi hatte die ersten 7 richtig, toll!
1. Einfach, zumindest wenn man's nicht ganz genau nehmen will und diese Art
als Sammelart betrachtet. Ansonsten gibt es da recht verwirrende
Artkonzeptionen mit großer Artenzahl .... Die Art ist in Buchenwäldern auf
Kalk nicht allzu selten
Cortinarius caerulescens agg. (Blaufleischiger Klumpfuß)
Vorsichtshalber hatte ich ja geschrieben, dass man den Fund als Sammelart ansehen soll und Günter Saar machte mich drauf aufmerksam, dass es sich wahrscheinlich nicht um C. coerulescens im engen Sinne handeln würde.
2. Aufgrund der Farbkombination eindeutige Art, sollte auch nicht schwierig
zu bestimmen sein. Zumindest wenn man die Untergattung weiß.
Cortinarius croceocaeruleus (Safranblauer Schleimfuß)
3. Größe und Velumfarbe sind für diese Art zum Bestimmen ausschlaggebend. Sie
wächst in Laub- und Nadelwäldern auf Kalk
Cortinarius cotoneus (Olivbrauner Raukopf)
Die stattliche Größe und das braune Velum sind charakteristisch, ferner der dumpfe, rettichartige Geruch (nicht nach Petersilie wie C. melanotus)
4. Einer der wenigen schön gefärbten Phlegmacien aus sauren Nadelwäldern und
hier zumindest im Bergland nicht allzu selten. Bei genauer Betrachtung der
Merkmale gut kenntlich und somit recht einfach zu bestimmende Art.
Klar, das ist Cortinarius cumatilis (Taubenblauer Schleimkopf)
5. Auch aus dem sauren Nadelwald, mit einem typischen Geruch, der bei HORAK
falsch als "Geruch nach Rauch (Dampflokomotive)" angegeben ist.
DIe Art riecht nach heißem gefetteten Eisen, wie bei Dampflokomotiven
üblich, aber nicht nach deren Rauch!
Cortinarius callisteus (Rhabarberfüßiger Raukopf).
Die Nomenklatur und Artabgrenzung ist etwas verworren in der Gruppe, möglicherweise sollten die meisten unserer Funde C. citrinofulvescens Moser genannt werden.
6. Schon recht schwierig, aber wenn man die Art ein paar Mal gesehen hat
prägt sie sich ein. Kann sehr groß werden und reagiert mit Formalin
lebhaft lilarosa.
Rostbrauner Dickfuß (Cortinarius caninus), eine typische Art unter junger Fichten auf saurem Boden. Kann bis 15 cm Hutdurchmesser und fast 20 cm Stielhöhe bekommen!
7. Selten und wenig bekannt, erst 1983 beschrieben. Aufgrund des gummiartig
biegsamen und etwas hygrophanen Hutes (trotzdem ein Phlegmacium!)
eigentlich unschwer erkennbar.
Elastischer Klumpfuß (Cortinarius camptoros). Der merkwürdig elastische und recht deutlich hygrophane Hut sind wirklich auffallende Merkmale, dazu die schön blauen Lamellen (oft nur die Schneide).
8. Schwierig! Eine Frühsommerart die regelmäßig schon ab Juni vorkommt. Meist
wird sie in der falschen Untergattung gesucht. Genau hingucken!
Das ist meiner Meinung nach der Olivgelbe Raukopf (Cortinarius colymbadinus). Dass es ein Raukopf ist sieht man an zweien der Pilze ganz gut, zumindest am Hutrand. Dazu das grüngelbe Velum (Stielbasis!). Die Abgrenzung von C. zinziberatus ist schwierig und auch C. isabellinus ist wohl nur ein Synonym.
9. Zum Schluß noch eine charakteristische Telamonie aus Laubwäldern auf
Kalkboden. Sie dürfte recht selten sein, wird aber sicher oft nicht
erkannt. Wenn sie aber so typisch ausgebildet ist wie hier, dann kann man
sie kennenlernen. Gehört einer sehr schwierigen Gruppe innerhalb der
Telamonien an.
Das ist der Kegelige Gürtelfuß (Cortinarius conicus). Ein Vertreter der hinnuleus-Gruppe, der auch den typischen Staubgeruch hat und die entfernten Lamellen. Hutform, Färbung, schwaches Velum und Mikromerkmale sind aber verschieden. Außerdem kommt die Art in besseren Laubwäldern vor, möglicherweise ist sie etwas wärmeliebend.
beste Grüße,
Andreas