OT: Der Kamera Thread

Dirk van Uden, (vor 7772 Tagen)

Hallo zusammen,

ich setzt mal ein Off Topic davor, falls es unerwünsacht ist, kann man den Thread ja wieder löschen.

Ich habe gerade die tollen Bilder von Georg gesehen und mich gefragt: "Man, wie und womit macht der das?"
Ich möchte daher hier anregen, dass jeder, der regelmäßig Bilder postet einmal schreibt mit welcher Ausrüstung und mit welchen Einstellungen er arbeitet.
Leider sind bei den meisten die EXIF Infos aus den digitalen Bildern verschwunden.

Ich mache einfach mal den Anfang:
Meine Bilder entstehen jetzt zu 90% mit einer Canon 300D und dem Kit Objektiv 18-55mm. Seit letzter Woche habe ich auch einen Seblstbau-Retroadapter (www.traumflieger.de) um sehr nah an die Hutträger zu kommen.
Ich arbeit meist mit Blenden um 9. Das reicht meist nicht, um genug Tiefenschärfe zu bekommen. Leider sehe ich das immer erst am Pc. Immer öfter ist daher auch ein Stativ im Einsatz um das Problem zu umgehen, dann nutzte ich Blenden um 16 oder 20. Wobei hier schon leichte Beugung entsteht. Mit der Lichttechnik spiele ich noch rum. Es ist noch nichts richtiges dabei rumgekommen, daher verzichte ich auf Einzelheiten.

Ab und an habe ich auch noch meine Canon A80 dabei. Das Ding ist genial, weil es ein Schwenkdisplay hat und damit die Verschmutzungen an der Kleidung in Grenzen hält ;-)

So das soll es erstmal sein.
Ich hoffe, dass noch weiteres Postings folgen.

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Re: OT: Der Kamera Thread

Thomas Pruß, (vor 7771 Tagen) @ Dirk van Uden

Moin Dirk,
jaja, das Blendenproblem – damit dürftest du nicht allein stehen. Sehr viele Digicams (vor allem die billigen) haben nur wenige Blendeneinstellungen, und die reichen meist nicht aus, um eine gescheite Tiefenschärfe hin zu bekommen. Ich fotografierte anfangs mit einer Olympus CL 2500, die mittlerweile schon „antik“ ist. Deren kleinste Blende war eine 5,6, was gerade bei Winzpilzen zu wenig überzeugenden Resultaten führte. Seitdem ich mit einer Canon Powershot A 70 arbeite, sind die Ergebnisse wesentlich besser geworden, auch wenn deren Blende nur bis 8 geht. Aber, so weit ich informiert bin, kann man die Blendenzahlen der Digicams nicht vergleichen mit denen der KB-Kameras. Da die Fläche des CCD-Chips viel kleiner ist als die eines KB-Films, entspricht z. B. eine 8er Blende (digital) einer viel kleineren Blende (analog). Aber wie man das umrechnet, weiß ich nicht. Ich habe mir angewöhnt, eine Blenden- und Belichtungsreihe zu schießen. Anschließend schaue ich mir die Bilder auf dem Kameradisplay mit der Zoom-Funktion an. Mit der sieht man dann recht genau, wie scharf das Bild geworden ist. Was nichts geworden ist, wird gelöscht.
Aber klar ist auch: Die Canon ist nicht das Gelbe vom Ei. Da wir in der Red. immer mal neue Digicams bekommen, kann ich aber weiter experimentieren.
Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann: Wieso bekommst du bei kleinen Blenden Beugungseffekte? Da kann doch was nicht mit dem Objektiv stimmen!
Grüßlis
Thomas

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Re: blamage?

felix, (vor 7771 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Dirk,
jaja, das Blendenproblem – damit dürftest du nicht allein stehen. Sehr viele
Digicams (vor allem die billigen) haben nur wenige Blendeneinstellungen,
und die reichen meist nicht aus, um eine gescheite Tiefenschärfe hin zu
bekommen. Ich fotografierte anfangs mit einer Olympus CL 2500, die
mittlerweile schon „antik“ ist. Deren kleinste Blende war eine 5,6, was
gerade bei Winzpilzen zu wenig überzeugenden Resultaten führte. Seitdem
ich mit einer Canon Powershot A 70 arbeite, sind die Ergebnisse wesentlich
besser geworden, auch wenn deren Blende nur bis 8 geht. Aber, so weit ich
informiert bin, kann man die Blendenzahlen der Digicams nicht vergleichen
mit denen der KB-Kameras. Da die Fläche des CCD-Chips viel kleiner ist als
die eines KB-Films, entspricht z. B. eine 8er Blende (digital) einer viel
kleineren Blende (analog). Aber wie man das umrechnet, weiß ich nicht. Ich
habe mir angewöhnt, eine Blenden- und Belichtungsreihe zu schießen.
Anschließend schaue ich mir die Bilder auf dem Kameradisplay mit der
Zoom-Funktion an. Mit der sieht man dann recht genau, wie scharf das Bild
geworden ist. Was nichts geworden ist, wird gelöscht.
Aber klar ist auch: Die Canon ist nicht das Gelbe vom Ei. Da wir in der Red.
immer mal neue Digicams bekommen, kann ich aber weiter experimentieren.
Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann: Wieso bekommst du bei kleinen
Blenden Beugungseffekte? Da kann doch was nicht mit dem Objektiv stimmen!
Grüßlis
Thomas

hallo!

auch wenn ich mich mit der frage blamieren sollte: was ist ein beugungseffekt. (könnte übrigens auch eine frage bei hugo egon balder sein).

grüße

felix

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Re: blamage?

Thomas Pruß, (vor 7771 Tagen) @ felix

hallo!
auch wenn ich mich mit der frage blamieren sollte: was ist ein
beugungseffekt. (könnte übrigens auch eine frage bei hugo egon balder
sein).
grüße
felix

Moin Felix,
hm, stimmt, die würden wohl genial daneben liegen ;-) Aber ’ne Blamagge ist deine Farge sicher nicht!
Beugungseffekte entstehen an sehr kleinen Öffnungen, durch die das Licht dringt. In diesem Falle bei sehr kleinen Blendenöffnungen. Sie machen sich als Verzeichnungen bemerkbar, d. h. besonders an den Rändern wird das Bild unscharf. Oder es entstehen Beugungsscheibchen.
Schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Beugung_%28Physik%29

Wenn der Link nicht korrekt angezeigt wird, bitte kopieren und einsetzen.

Grüßlis
Thomas

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Re: Blende und Beugung

42, (vor 7771 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Felix und Thomas,

schaut mal nach 'Förderliche(r) Blende' bei Google und Co.

Beste Grüße
Thomas

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Re: OT: Usenet und anderes

Der Juergen, (vor 7771 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

Aber, so weit ich
informiert bin, kann man die Blendenzahlen der Digicams nicht vergleichen
mit denen der KB-Kameras. Da die Fläche des CCD-Chips viel kleiner ist als
die eines KB-Films, entspricht z. B. eine 8er Blende (digital) einer viel
kleineren Blende (analog).

Interessant! Dürfte aber meiner Ansicht nach gar nicht sein, weil die Blendenzahl immer ein "Verhälniswert" darstellt; die "Blende 8" (Also 1/8tel)läßt die halbe Lichtmenge durch als die Blende 4 (1/4tel) - immer Bezogen auf die fotographische Fläche (Filmfenster, CCD-CHip). Die Brennweiten der Digiknipsenobjektive allerdings, muss man (meist auf Kleinbild) umrechnen, weil das Verhältnis Brennweite/fotographische Fläche immer proportional ist.

Ich
habe mir angewöhnt, eine Blenden- und Belichtungsreihe zu schießen.

Genau das mach ich auch, da bekommt man das Optimale.

Wieso bekommst du bei kleinen
Blenden Beugungseffekte? Da kann doch was nicht mit dem Objektiv stimmen!

Da kann das "beste" Objektiv nichts mehr machen, weil die optisch/physikalischen Grenzen erreicht sind. Die teuren Makroobjektive sind beim Abbildungsmaßstab 1:1 meist für Blende 11 oder 16 (etwas kleiner als die "förderliche Blende") optimiert, was bedeutet, dass weiteres Abblenden die Abbildungsqualität verschlechtert. Wenn man immer mit Blende 32 hantiert (weil man hohe Schärfentiefe will), und fotografiert zudem noch in "Lupenvergrößerung" dann hat man Randunschärfen (und sogar Verzeichnungen) ohne Ende. Das Leben ist ungerecht:-)

Grüßle
Juergen

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Re: OT: Usenet und anderes

Thomas Pruß, (vor 7771 Tagen) @ Der Juergen

Moin Jürgen,

Interessant! Dürfte aber meiner Ansicht nach gar nicht sein, weil die
Blendenzahl immer ein "Verhälniswert" darstellt; die
"Blende 8" (Also 1/8tel)läßt die halbe Lichtmenge durch als die
Blende 4 (1/4tel) - immer Bezogen auf die fotographische Fläche
(Filmfenster, CCD-CHip). Die Brennweiten der Digiknipsenobjektive
allerdings, muss man (meist auf Kleinbild) umrechnen, weil das Verhältnis
Brennweite/fotographische Fläche immer proportional ist.

Eben deshalb war/bin ich ja so irritiert über diese Aussage. Meines Erachtens war sie Schwachsinn. Aber es hätte ja sein können, dass irgendwelche Effekte, die sich in der Elektronik abspielen, eine Rolle gespielt hätten.

Da kann das "beste" Objektiv nichts mehr machen, weil die
optisch/physikalischen Grenzen erreicht sind. Die teuren Makroobjektive
sind beim Abbildungsmaßstab 1:1 meist für Blende 11 oder 16 (etwas kleiner
als die "förderliche Blende") optimiert, was bedeutet, dass
weiteres Abblenden die Abbildungsqualität verschlechtert. Wenn man immer
mit Blende 32 hantiert (weil man hohe Schärfentiefe will), und
fotografiert zudem noch in "Lupenvergrößerung" dann hat man
Randunschärfen (und sogar Verzeichnungen) ohne Ende. Das Leben ist
ungerecht:-)

Da hast du Recht! Musste erst mal wieder alte Fotofrafie-Lektionen aktivieren. Schlussendlich bleibt dann nur noch - neben der Bildkomposition (alles in eine Ebene!) – eine Ausschnittsvergrößerung, bei der man die Randbereiche des Bildes „wegschnippelt“.
Doch zum Glück spielen diese Effekte bei der Pilzfotografie – wenn man nicht gerade winzmillimetergroße Becherlinge ablichtet – eine eher untergeordnete Rolle.
Grüßlis
Thomas

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Re: Beugung

42, (vor 7771 Tagen) @ Thomas Pruß

Schlussendlich bleibt dann nur noch - neben der
Bildkomposition (alles in eine Ebene!) – eine Ausschnittsvergrößerung, bei
der man die Randbereiche des Bildes „wegschnippelt“.

Die Beugungseffekte betreffen sich nicht nur auf die Randbereiche -
'wegschnippeln' bringt also nichts!

Beste Grüße
Thomas

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anmerkung zu blende und beugung

coco, (vor 7771 Tagen) @ Der Juergen

hallo!

die
"Blende 8" (Also 1/8tel)läßt die halbe Lichtmenge durch als die
Blende 4 (1/4tel) - immer Bezogen auf die fotographische Fläche
(Filmfenster, CCD-CHip).

kleine korrektur von mir: die blendenzahlen haben mit brüchen wie 1/8 nichts zu tun. bei blende 8 kommt auch nicht die hälfte der lichtmenge von blende 4 an, sondern nur ein viertel.
beim auf- oder abblenden wird eine kreisfläche vergrössert bzw. verkleinert. um einen kreis in seiner fläche zu verdoppeln, muss man seinen durchmesser mit der wurzel aus 2 multiplizieren, das ist ein faktor von etwa 1,4. um die kreisfläche zu vervierfachen, muss der durchmesser mit 2 x wurzel aus 2 multipliziert werden, also mit 2.
aus dieser physikalischen gegebenheit ergibt sich die von objektiven bekannte blendenreihe 1 - 1,2 - 1,4 - 1,7 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 - 45 - 64 - 90 usw.
ein schritt bedeutet "mal wurzel aus 2" und halbiert die lichtmenge, zwei schritte entsprechen "mal 2" und vierteln sie.

was das problem der beugungsunschärfe angeht, so tritt diese bei objektiven von digitalkameras tatsächlich schon bei grösseren blenden auf, als im analogen kleinbild. bei nicht makro-optimierten digitallinsen wird die an abbildungsfehlern relativ ärmste "kritische blende" meist schon bei einer abblendung von 1 - 2 stufen erreicht, also z.b. schon bei blende 5,6 statt bei z.b. 11 im analogbereich. ich habe digital schon oft beugungsunschärfen bereits bei blende 8 erlebt.

beste grüsse

coco

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"1,2" + "1,7" war fehl am platz

coco, (vor 7771 Tagen) @ coco

- kein Text -

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Re: anmerkung zu blende und beugung

Der Juergen, (vor 7771 Tagen) @ coco

Hallo coco,

Vielen Dank für die Richtigstellung. Du hast mich daran erinnert, dass ich das auch mal gewusst habe *hihi*

was das problem der beugungsunschärfe angeht, so tritt diese bei objektiven
von digitalkameras tatsächlich schon bei grösseren blenden auf, als im
analogen kleinbild. bei nicht makro-optimierten digitallinsen wird die an
abbildungsfehlern relativ ärmste "kritische blende" meist schon
bei einer abblendung von 1 - 2 stufen erreicht, also z.b. schon bei blende
5,6 statt bei z.b. 11 im analogbereich. ich habe digital schon oft
beugungsunschärfen bereits bei blende 8 erlebt.

Interessant! Das werde ich bei meiner nächsten Fotosafari mal beherzigen. Meine Fotos kommen mir nämlich irgendwie nie scharf genug vor:-)

Grüßle
Juergen

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Re: OT: Der Kamera Thread

Max, (vor 7771 Tagen) @ Dirk van Uden

Hallo Dirk

Ich fotografiere mit einer Nikon Coolpix 8700.
Dazu arbeite ich immer mit Stativ, ohne Blitz und ohne direktes Sonnenlicht.
Dabei bringe ich es bei voll ausgefahrenem (manuellem) Zoom höchstens auf Blende 8.
Ich bin soweit zufrieden mit dieser Kamera. Negativpunkte sind:

- Die Grösse der Fotos bei 8MB Auflösung. Bei der Reduktion auf Internetgrösse sind die Bilder nicht mehr scharf.

- Z.T. Gelbstich bei Pilzen im Gras. Die diversen Weissabgleichmöglichkeiten der Kamera sind unbrauchbar.

- Mit Fotos von reinweissen Pilzen bin ich nicht zufrieden. Da sehe ich teilweise keine Details mehr, sondern nur noch weisse Flächen.

Gruss Max

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Hallo zusammen,
ich setzt mal ein Off Topic davor, falls es unerwünsacht ist, kann man den
Thread ja wieder löschen.
Ich habe gerade die tollen Bilder von Georg gesehen und mich gefragt:
"Man, wie und womit macht der das?"
Ich möchte daher hier anregen, dass jeder, der regelmäßig Bilder postet
einmal schreibt mit welcher Ausrüstung und mit welchen Einstellungen er
arbeitet.
Leider sind bei den meisten die EXIF Infos aus den digitalen Bildern
verschwunden.
Ich mache einfach mal den Anfang: Meine Bilder entstehen jetzt zu 90% mit
einer Canon 300D und dem Kit Objektiv 18-55mm. Seit letzter Woche habe ich
auch einen Seblstbau-Retroadapter (www.traumflieger.de) um sehr nah an die
Hutträger zu kommen.
Ich arbeit meist mit Blenden um 9. Das reicht meist nicht, um genug
Tiefenschärfe zu bekommen. Leider sehe ich das immer erst am Pc. Immer
öfter ist daher auch ein Stativ im Einsatz um das Problem zu umgehen, dann
nutzte ich Blenden um 16 oder 20. Wobei hier schon leichte Beugung
entsteht. Mit der Lichttechnik spiele ich noch rum. Es ist noch nichts
richtiges dabei rumgekommen, daher verzichte ich auf Einzelheiten.
Ab und an habe ich auch noch meine Canon A80 dabei. Das Ding ist genial, weil
es ein Schwenkdisplay hat und damit die Verschmutzungen an der Kleidung in
Grenzen hält ;-)
So das soll es erstmal sein.
Ich hoffe, dass noch weiteres Postings folgen.

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Re: OT: Der Kamera Thread

Der Juergen, (vor 7771 Tagen) @ Max

Hallo Max,

- Mit Fotos von reinweissen Pilzen bin ich nicht zufrieden. Da sehe ich
teilweise keine Details mehr, sondern nur noch weisse Flächen.

Das ist kein Problem der Kamera, sondern ein fotografisches Problem; weiße Flächen, die keine Details mehr erkennen lassen, weil sie überstrahlen, sind schlicht und ergreifend "überbelichtet". Es gibt zwei Möglichkeiten das zu verhindert; abblenden oder das "Licht ändern":-) Abblenden kann andere, wichtige Strukturen, "verdunkeln", deshalb ist es besser das Licht zu ändern - also auf Sonnenlicht verzichten und mit Blitzen und Reflektoren arbeiten. Viele Strukturen "Faser, Schüppchen, Schleim" sieht man z.B. nur, wenn auch etwas "Gegenlicht" vorhanden ist.

Grüßle
Juergen

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Re: OT: Der Kamera Thread

Max, (vor 7771 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen

Danke für diesen Tipp. Ich weiss ich muss noch viel lernen in Sachen Fotografie. Drum bin ich immer dankbar für solche Ratschläge.

Gruss Max

Hallo Max,
Das ist kein Problem der Kamera, sondern ein fotografisches Problem; weiße
Flächen, die keine Details mehr erkennen lassen, weil sie überstrahlen,
sind schlicht und ergreifend "überbelichtet". Es gibt zwei
Möglichkeiten das zu verhindert; abblenden oder das "Licht
ändern":-) Abblenden kann andere, wichtige Strukturen,
"verdunkeln", deshalb ist es besser das Licht zu ändern - also
auf Sonnenlicht verzichten und mit Blitzen und Reflektoren arbeiten. Viele
Strukturen "Faser, Schüppchen, Schleim" sieht man z.B. nur, wenn
auch etwas "Gegenlicht" vorhanden ist.
Grüßle
Juergen

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Re: Zur Nikon Coolpix 8700

Hans-Jürgen, (vor 7770 Tagen) @ Max

Hallo Max,

ich benutze die gleiche Kamera wie Du und bin eigentlich recht zufrieden mit ihren Möglichkeiten. Die drei Probleme, die Du ansprichst, sind keine typischen Coolpix-Probleme.

- Dass bei voller Auflösung große Dateien entstehen, liegt in der Natur der Sache. Wenn Du Deine Fotos anschließend grundsätzlich verkleinerst, solltest Du vielleicht überlegen, von Anfang an ein kleineres Aufnahmeformat an der Kamera einzustellen. Die Unschärfe beim Verkleinern produziert die Software, die Du dazu verwendest. Mit Corel Photo Paint gibt es keine Einbußen. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten eine Möglichkeit, individuell nachzuschärfen.

- Ich finde die Anzahl und die Funktion der Weißabgleiche in der Coolpix 8700 hervorragend. Aber bei Pilzen im gründunklen Tann gibt es eben ein Licht, das es in sich hat und nicht so leicht mit Standards "erschlagen" werden kann. Am besten eignet sich nach meiner Erfahrung für Pilze die Einstellung "Bewölkt". Dafür noch ein Tipp: Die Kamera kann den Weißabgleich auch nach einem Messpunkt beliebig errechnen. Dazu braucht man lediglich ein weißes Blatt Papier. Einfach neben die Pilze legen und den Weißabgleich darauf einmessen - fertig. Ich habe damit sehr gute Ergebnisse erzielt (auch wenn das Foto eben gerade NICHT dem visuellen Eindruck im Wald entspricht, weil es halt fehlfarbenbereinigt ist).

- Wie die meisten DigiKameras neigt die Coolpix 8700 bei sehr hellen Bildpartien zum Überzeichnen. Dann verschwinden Details in hellen Pilzen. Das tritt vor allem bei Automatik-Aufnahmen auf, die eine integrale Belichtung quer über das Motiv versuchen. Einfache Abhilfe: Um 0.3 oder 0.7 Blendenstufen abblenden (im Einzelfall gebe ich bis zu 2 Blenden zu!). Das Display bietet doch eine wunderbare Kontrolle, wie die Bildhelligkeit verteilt ist.

Herzliche Grüße
Hans-Jürgen

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"Bildgestaltung"

Der Juergen, (vor 7771 Tagen) @ Dirk van Uden

Hallo Dirk,

Ich mache einfach mal den Anfang: Meine Bilder entstehen jetzt zu 90% mit
einer Canon 300D und dem Kit Objektiv 18-55mm. Seit letzter Woche habe ich
auch einen Seblstbau-Retroadapter (www.traumflieger.de) um sehr nah an die
Hutträger zu kommen.

Man muss gar nich "nah" an der Pilz ran, um gute, ausgeglichene, vor allem scharfe, und vor allem "gut ausgeleuchtete" Fotos zu machen. Obwohl das nicht immer Stimmt; manchmal muss man sogar "ganz nah ran":-) Wie Du siehst gibt es in der Fotografie ganz allegemein keine allgemeinen Regeln. Wenn Du z.B. alles nur mit Blende 9 fotografierst, nimmst Du Dir selbst die Gestaltungsmöglichkeit "Unschärfe" (Wenn nur der Hintergrund unscharf ist, der Pilz aber scharf, bringt das "Tiefe" ins Gesamtbild). Am wichtigsten ist die Ausleuchtung, man kann jahrelang ohne Blitze (mindestens zwei abgekoppelte) und Reflektoren Pilze fotografieren, und fragt sich immer, warum sieht man die Netzzeichnung am Stiel nie, oder die "faserige Huthaut" - das liegt allein an der Ausleuchtung.

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OT: Schärfentiefe

Hans-Jürgen, (vor 7771 Tagen) @ Dirk van Uden

Das Thema macht mir Lust, ein wenig dicken Senf zum Thema Schärfentiefe bei digi-Kameras beizutragen.

Vorneweg: Die Brennweiten der Digi-Kamera-Objektive werden bloß aus Gründen der leichteren Vergleichbarkeit in entsprechende KB-Brennweiten umgerechnet, weil man sonst (wegen der vielen unterschiedlichen CCD-Formate) überhaupt keine Vorstellung mehr vom tatsächlichen Brennweitenbereich einer Kamera hätte. Fotografisch wirkt aber natürlich die jeweilige physikalische Brennweite, nicht das KB-Analogon.

Und nun für wirklich Interessierte eine ausführliche und wortreiche, dennoch unvollständige, gelegentlich wenigstens durch einen nützlichen Link aufgelockerte Abhandlung zum Thema, die ich in anderem Zusammenhang einmal geschrieben habe ...

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Schärfentiefe

Als Schärfentiefe bezeichnet man den Bereich (scheinbarer) räumlicher Tiefenausdehnung der Schärfe in einer Fotografie.

Die Schärfentiefe in einer Aufnahme wird umso größer,

-je weiter Sie vom Bildgegenstand entfernt sind, auf den Sie scharfstellen
-je kleiner die verwendete Brennweite ist und
-je weiter Sie (innerhalb gewisser Grenzen) abblenden

Die ersten beiden Bedingungen verändern den Abbildungsmaßstab. Ein größerer Aufnahmeabstand und eine kleinere Brennweite führen zu einer kleineren Abbildung des Bildgegenstands.

Die dritte Bedingung verändert die Belichtung. Um nach wie vor ein richtig belichtetes Foto zu erhalten, müssen Sie die Belichtungszeit für jede Blendenstufe, um die Sie abblenden, verdoppeln (Bei einer Kamera mit Zeitautomatik macht das automatisch die Kamera für Sie).

Umgekehrt nimmt die Schärfentiefe in einer Aufnahme umso mehr ab,

-je näher Sie mit der Kamera an den Bildgegenstand heranrücken
-je größer die Brennweite ist, die Sie verwenden
-je weiter Sie die Blende öffnen.

In der fotografischen Praxis können Sie die Schärfentiefe Ihrer Aufnahmen auch durch eine geeignete Kameraperspektive äußerst günstig beeinflussen.

Ein Wort zu den Wörtern

Für die Tiefenausdehnung des Schärfebereichs hat sich in der Fotografie die Bezeichnung Schärfentiefe etabliert. Aus sprachlichen Gründen ist diese Bezeichnung vorzuziehen: die Schärfentiefe bezeichnet nämlich die (scheinbare) räumliche Tiefe der Schärfe in einer Fotografie - und nicht etwa die Schärfe der Tiefe, wie der früher verbreitete und heute noch immer vagabundierende Begriff „Tiefenschärfe" nahelegt.

Schärfe ist relativ, denn sie hängt davon ab, was unser Auge noch als scharf erkennen kann. Im fotografischen Zusammenhang ist das scharf, was gerade noch unter der von unserem Auge geleisteten Schärfeauflösung liegt.

„Prima", denkt sich Konstrukteur Quax, dann entwerfen wir einfach eine Blende mit einem winzig kleinen Loch und schaffen so unendliche Schärfentiefe! Ein guter Gedanke, aber leider falsch. Denn ein optischer Effekt, den kein Konstrukteur der Welt einfach aus der Welt schaffen kann, verbietet die Minimalblende: Die Lichtbeugung.

Was macht die Schärfe tief?

Über die Faktoren, die die Schärfentiefe beeinflussen, werden noch immer durchaus gegensätzliche Standpunkte vorgetragen. So meint etwa Fritz Meisner (Kleine Dinge groß im Bild, München 1985, S.94), die Schärfentiefe sei „brennweitenunabhängig; sie wird allein vom Abbildungsmaßstab und der Blendenöffnung bestimmt."

Die daraus herzuleitende (aber leider eben nicht ganz richtige) Schlussfolgerung, bei gleichem Abbildungsmaßstab sei die Schärfentiefe nur von der Blende abhängig, steht noch immer in vielen Büchern und Zeitschriften. Ausgangspunkt solcher Überlegungen sind Näherungsformeln, die nur bei relativ großen Entfernungen (bezogen auf die Brennweite), also bei kleinen Abbildungsmaßstäben, und bei vergleichsweise geringer Abblendung funktionieren.

Bei Elmar Baumann (http://www.elmar-baumann.de/fotografie/schaerfentiefe/node19.htm) wird hingegen mit dem „Mythos" abgerechnet, die Schärfentiefe hänge nur vom Abbildungsmaßstab ab - wenn Baumann auch zugeben muss, dass bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 die Betrachtung des Abbildungsmaßstabs zur Ermittlung der Schärfentiefe vollkommen ausreicht.

Gern verbreitet wird auch die Lehre, Digitalkameras hätten eine gegenüber Kleinbildkameras geradezu phänomenale Schärfentiefe - so als ließen sich die physikalischen Gesetze der Optik aus den Angeln heben, wenn erst einmal auf einen CCD-Chip statt auf Film belichtet wird. Wenn auch ein wahrer Kern in dieser Lehre steckt: In der darstellerischen Verkürzung, auf die man allenthalben stößt, wird die Behauptung einfach falsch.

Nun kann man sich ja durchaus fragen, wieso in einem so klassischen Kerngebiet der Physik wie der fotografischen Optik heute überhaupt noch über derartig grundlegende Fragen gestritten werden muss. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Schärfentiefe (so oder so) immer nur näherungsweise anzugeben ist, weil in ihre Berechnung auch so subjektive, individuell ganz unterschiedlich besetzte Parameter wie das Auflösungsvermögen der Augen einfließen.

Auch die Intention des Formelgebers wirkt sich aus. Ein Physiker, der eine Vorlesung über technische Optik zu halten hat, wird seinen Studenten sicherlich eine andere Herleitung und eine andere abschließende Formel bieten als ein Praktiker der Makrofotografie, der vor allem eine handliche Orientierung braucht, aber auf den letzten Zipfel Wahrheit gut verzichten kann.

Sogar die Ausrüstung spielt für die Interessenlage eine Rolle. Wer mit einem Makro-Zoom-Objektiv gesegnet ist und (im SLR-Sucher oder im LCD-Display) einen mehr oder weniger genauen Eindruck von der tatsächlichen Schärfentiefe schon vor der Aufnahme bekommen kann, sieht das Thema anders, vielleicht lockerer und wahrscheinlich leichter nur auf die Brennweite bezogen als ein Makroprofi, der mit Zwischenringen, Balgengeräten und anderen Auszugshilfen hantiert, dabei womöglich keinerlei Automatikunterstützung mehr bekommt und deshalb sehr auf eine berechenbare Schärfentiefe angewiesen ist (für die er nun allerdings lieber den Vergrößerungsmaßstab einsetzt als die Brennweite des verwendeten Objektivs).

Um es kurz zu machen: Alle Formeln sind fehlerbehaftet und ungenau und führen bei vergleichenden Berechnungen dennoch zu erstaunlich ähnlichen (um nicht zu sagen: zu den gleichen) Ergebnissen. Mir jedenfalls ist eine Abweichung von einem zehntel Millimeter bei Gegenstandsweiten von 100 mm ziemlich gleichgültig. Es ist also letzten Endes belanglos, welchen Berechnungsweg man wählt.

Ein paar Formeln für mehr Schärfentiefe

Ich halte mich bei den folgenden Berechnungen an die Formeln von Allen R. Greenleaf (Photographic Optics, New York 1950, S.25-27), die auch Don Flemings schöner Website DOFMaster (www.dofmaster.com) zu Grunde liegen, auf der man für alle möglichen CCD-Sensoren und Filmformate online interaktiv Schärfentiefebereiche errechnen kann. Nebenbei bemerkt: Mit Elmar Baumanns Formeln kommen Sie zu exakt denselben Ergebnissen.

Nochmals andere Berechnungsformeln gibt Canon auf seiner Website http://de.canon.ch/for_home/product_finder/cameras/filmcam_glossary.asp#S preis. Die dort angegebene Berechnungsvariante anhand der Hyperfokaldistanz ergibt ähnliche Werte wie der ebenfalls auf der Hyperfokaldistanz fußende Rechenweg von Greenleaf. Sushkin (http://www.dof.pcraft.com) kommt ohne Hyperfokaldistanz aus und errechnet nicht etwa die geringste und größte eben noch scharf gezeichnete Distanz, sondern die Schärfentiefe vor und hinter der Gegenstandsebene. Aber auch er kommt zu gleichen Ergebnissen.

Greenleaf benutzt für seine Berechnungen lediglich 3 Größen: die Brennweite F des Objektivs, die Blendenzahl N und den maximalen Durchmesser c des Zerstreuungskreises (des > Unschärfekreises), der vom Film- bzw. CCD-Sensor-Format abhängt und der Tatsache Rechnung trägt, dass ein winziges Format schärfer sein muss als ein Großformat, um bei einer etwa gleich großen Vergrößerung den gleichen Schärfeeindruck zu hinterlassen.

Als Blendenzahl N kann man den Zahlenwert vom Objektiv benutzen (also z.B. 1.4, 2.0, 2.8, ...); zu genaueren Ergebnissen kommt man, wenn man die der Blendenskala zugrundeliegende Berechnungsformel N = 2 ^ i/2 benutzt (für i = 0,1,2,3,4,...). Auch Zwischenwerte (halbe Blenden: i = 0, 0.5, 1, 1.5, 2, 2.5, 3 ... Drittelblenden: i = 0, 0.33, 0.66, 1, 1.33, 1.66, 2, 2.33, 2.66, ... oder Mischungen daraus) können natürlich eingesetzt werden.

Aus diesen drei Werten wird zunächst nach der folgenden Formel die sog. >Hyperfokaldistanz H errechnet:

(1) H = F² / Nc + F

Auf der Basis der Hyperfokaldistanz können dann der Nahpunkt Dn (Formel 2) und der Fernpunkt Df (Formel 3) der Schärfentiefe berechnet werden. Dazu wird außer den bereits bekannten Größen nur noch die Schärfedistanz d benötigt (korrekterweise die Gegenstandsweite, also die Entfernung zwischen vorderer Hauptebene des Objektivs und Motiv; kann nur bei großen Motiventfernungen ohne Verfälschungseffekte durch die Entfernung, auf die scharf eingestellt worden ist, ersetzt werden).

(2) Dn = d (H - F) / H + d - 2F

(3) Df = d (H - F) / H - d

Und jetzt ab in die Praxis

Mit diesem Formelrüstzeug gehen wir jetzt in die Praxis. Bei dem Zoom Nikkor ED der Nikon Coolpix 8700 (mit einem 2/3-Zoll-CCD-Sensor, also einem Umrechnungsfaktor auf Kleinbild von knapp 4) beginnt der vom Hersteller empfohlene (und von der Kamerasoftware durch grünes Licht angezeigte) Zoombereich für Nah- und Makroaufnahmen bei einer Brennweite von physikalisch 12,7 mm (KB-analog ca. 50 mm); er endet bei physikalischen 27,3 mm (KB-analog ca. 107 mm). Nach meiner Erfahrung kann aber das Weitwinkel im Nahbereich durchaus bis hinunter zur physikalischen Minimal-Brennweite von 8,9 mm (KB-analog ca. 35 mm) genutzt werden.

Wie verändert sich nun die Schärfentiefe, wenn ich mit verschiedenen Zoomeinstellungen und der gleichbleibenden Blende 5,6 ein Objekt in der Entfernung 100 mm fotografiere? Setzen wir doch in die Gleichungen ein:

Brennweite Brennweite Entfernung Nahpunkt Fernpunkt Schärfentiefe
physikalisch KB-analog mm mm mm mm

8,9 35 100 95,1 105,5 10,4
12,7 50 100 97,6 102,5 4,9
20 80 100 99,1 100,9 1,8
27,3 107 100 99,6 100,4 0,9

Die Schärfentiefe nimmt mit zunehmender Brennweite also dramatisch ab. Allerdings verändert sich parallel auch der Bildausschnitt: Je größer die Brennweite, desto kleiner der Bildausschnitt, desto größer also der > Abbildungsmaßstab. Sie können also nicht einfach sagen: Dann nehme ich eben eine kleinere Brennweite. Auf einer Aufnahme mit kleinerer Brennweite (und ansonsten gleichen Einstellungen) ist das abzubildende Objekt auch wesentlich kleiner abgebildet.

Bei einer größeren Gegenstandsweite (Motiventfernung 200 mm) ist die Schärfentiefe insgesamt zwar größer, aber sie schrumpft mit zunehmender Brennweite gleich schnell wie im vorigen Beispiel: Hier wie da haben wir bei einer Brennweite von 27,3 mm noch nicht einmal mehr 10 % der Schärfentiefe bei Brennweite 8,9. Und selbstverständlich wird das Motiv auch bei einer größeren Entfernung kleiner abgebildet.

Brennweite Brennweite Entfernung Nahpunkt Fernpunkt Schärfentiefe
physikalisch KB-analog mm mm mm mm

8,9 35 200 180,3 224,5 44,2
12,7 50 200 190,0 211,1 21,1
20 80 200 196,0 204,2 8,1
27,3 107 200 197,9 202,1 4,2

Die erste grundsätzliche Regel zur Schärfentiefe lautet also:

(ST-R1) Je kleiner die Brennweite, desto größer die Schärfentiefe.

Und auch die zweite Regel zur Schärfentiefe lässt sich an den beiden Tabellen ablesen:

(ST-R2) Je größer die Motiventfernung, desto größer die Schärfentiefe.

Sehen wir uns als nächstes an, wie sich eine veränderte Blende auf die Schärfentiefe auswirkt. Herkömmliche Tabellen beziehen sich meistens auf Kleinbild-Spiegelreflexkameras mit den zugehörigen Objektiven. Dort sind Blendenwerte wie 16 oder 32 durchaus anzutreffen. An einer Digitalkamera mit kleinerem CCD-Sensor werden Sie solche Blendenstufen meistens vergeblich suchen. Meistens ist bei Blende 8 oder 11 Schluss. Das ist, wie wir noch zeigen werden, auch vollkommen ausreichend für sehr gute Schärfentiefe.

Die folgende Tabelle geht von der physikalischen Brennweite 12,7 mm aus (KB-analog 50 mm); als Gegenstandsweite habe ich stets 200 mm eingesetzt - eine bei Pilzfotos durchaus alltägliche Konstellation.

Brennweite Blenden- Entfernung Nahpunkt Fernpunkt Schärfentiefe
physikalisch zahl mm mm mm mm

12,7 2,8 200 194,9 205,4 10,5
12,7 4 200 192,8 207,7 14,9
12,7 5,6 200 190,0 211,1 21,1
12,7 8 200 186,2 216,1 29,9

Durch die Abblendung auf Blende 8 können Sie den Schärfetiefebereich also immerhin verdreifachen - vorausgesetzt freilich, Sie haben genügend Licht, um bei dieser Abblendung überhaupt noch ein scharfes Bild zu machen.

Jedenfalls lernen wir auf diesem Wege die dritte Regel zur Schärfentiefe:

(ST-R3) Je kleiner die Blende, desto größer die Schärfentiefe.

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen: Eine kleine Blende wird durch eine große Zahl ausgedrückt. Blende 8 ist zwar die größere Zahl, aber sie bezeichnet die kleinere Öffnung der Blende (mehr darüber unter > Blende). Wenn Sie es sich so herum besser merken können, dann halten Sie sich eben an die Schärfentiefe-Regel 3a:

(ST-R3a) Je größer die Blendenzahl, desto größer die Tiefenschärfe.

Die Auswirkung des Film- oder CCD-Formats auf die Schärfentiefe

Weil in der Pilzfotografie häufig über besondes gute Schärfentiefe bei anderen gestaunt (oder über besonders geringe Schärfentiefe bei den eigenen Fotos gegrübelt) wird, soll auch die Gegenüberstellung von Kleinbild-Kameras und digitalen Kameras hier ihren gebührenden Raum bekommen. Denn in der Tat erreicht man mit Digitalkameras trotz ihrer äußerst begrenzten Abblendungsmöglichkeiten gegenüber dem 35-mm-Format deutlich weiter reichende Schärfentiefe. Das hängt mit dem meist deutlich kleineren Aufzeichnungsformat und den daraus resultierenden deutlich kleineren Brennweiten zusammen - also mit dem ganz unterschiedlichen Abbildungsmaßstab bei den beiden Aufnahmeverfahren.

Wenn Sie, wie Baumann, nicht gerne hören mögen, dass der Abbildungsmaßstab der zentrale Parameter für die Schärfentiefe ist, benutzen Sie stattdessen das Zusammenspiel von Aufnahmeentfernung und Brennweite - schon haben Sie den gleichen Sachverhalt.

Nehmen wir ein Beispiel. Um beim Kleinbildformat ein 35 mm hohes Keulchen formatfüllend im Hochformat abzubilden, müssen Sie schon einen Abbildungsmaßstab 1 : 1 erreichen. Das dürfte jedes normale Objektiv überfordern, aber mit speziellen Makro-Objektiven (oder mit Zwischenringen) sind derartige Abbildungsmaßstäbe durchaus zu realisieren.

Und nun die gleichen Keulchen vor der Digitalkamera. Weil (beispielsweise) ein 2/3-Zoll-CCD-Sensor nur eine Formatdiagonale von rund 11 mm, also ein Bildformat von etwa 9,15 mm x 6,1 mm hat, brauchen Sie hier zum hochformatfüllenden Abbild lediglich einen Abbildungsmaßstab von (rund) 1 : 4 - hier spiegelt sich das Gößenverhältnis der Formate 11 : 43. Viele CCD-Sensoren sind noch wesentlich kleiner (z.B. der 1/3,2-Zoll-Sensor der Canon Powershot A100), der Abbildungsmaßstab verringert sich also noch zusätzlich.

Und wie wirkt sich das auf die Schärfentiefe aus? Wir könnten uns die Sache jetzt einfach machen, und gleich eine Schärfentiefeformel benutzen, die den Abbildungsmaßstab ß (beta!) in den Mittelpunkt der Berechnung stellt und unter Makrofotografen recht verbreitet ist (nach Bruno Pohl, Von Puppen, Käfern und anderen Fotomodellen. Keltern 1983, S.30):

(3) ST = 2cF * ((ß + 1) / ߲)

Aber wir können auch von den bislang verwendeten Faktoren Brennweite und Entfernung ausgehen, denn der Abbildungsmaßstab M ist nichts anderes als eine Funktion dieser beiden Werte nach der Formel

(4) M = F / (d - F)

wobei F wie stets für die Brennweite und d für die Gegenstandsweite (ersatzweise auch die Motiventfernung ab Film, wie sie auf dem Objektivring angezeigt wird) steht.

Die Gegenstandsweite, die wir nach den Formeln (2) und (3) zur Ermittlung der Schärfentiefe brauchen, können wir uns aus Formel (4) errechnen. Wir formulieren um

(4a) d = (F / M) + F

Um die erwähnten Keulchen mit einem KB-Makroobjektiv wie dem Makro-Planar mit einer Brennweite von 50 mm formatfüllend im Maßstab 1:1 (= 1) abbilden zu können, müssen wir also von einer Gegenstandsweite

d = (F / M) + F = (50 mm / 1) + 50 mm = 100 mm

ausgehen. Bei diesen Werten (und dem für Kleinbild-Film üblichen Unschärfekreis-Durchmesser von 0,03 mm) ergibt sich die folgenden Schärfetiefetabelle (in Blendenstufen von 2.8 bis 22):

Brennweite Blenden- Entfernung Nahpunkt Fernpunkt Schärfentiefe
physikalisch zahl mm mm mm mm

50 2,8 100 99,8 100,2 0,3
50 4 100 99,8 100,2 0,5
50 5,6 100 99,7 100,3 0,7
50 8 100 99,5 100,5 1,0
50 11 100 99,3 100,7 1,4
50 16 100 99,0 101,0 1,9
50 22 100 98,7 101,4 2,7

Rechnerische Unterschiede zwischen der Angabe der Schärfentiefe und der Differenz der angegebenen Nah- und Fernpunkte sind eine Folge der Rundung auf eine Nachkommastelle.

Und nun zur digitalen Kamera. Wir benutzen der Einfachheit halber die Brennweite, die einer Brennweite bei Kleinbild von 50 mm entspricht: 12,7 mm. Der Abbildungsmaßstab ist 1 : 4, also 0,25. Wie groß ist dann die Gegenstandsweite? Nach Formel (4a) errechnen wir

d = (F / M) + F = (12,7 mm / 0,25) + 12,7 mm = 13,2 mm

(Tatsächlich ist bei einer Musteraufnahme der Abstand zwischen Objektiv und Gegenstand so gering ...)

Eine Formathöhe von 6,1 mm bedeutet aber auch, dass Sie mit einer solchen Kamera bei Motiven, die größer sind als 6 cm, überhaupt noch nicht in den Bereich vorstoßen, der gemeinhin als Nah- oder Makrobereich definiert wird: in den Bereich der Abbildungsmaßstäbe von 1 : 10 bis hinunter zu 1 : 1, also zwischen einer zehnfachen Verkleinerung und der maßstäblichen Abbildung. Erst wenn die Objekte und Motive kleiner werden als 6 cm, erreichen Sie (in diesem konkreten Fall) das, was man gemeinhin als Makrobereich bezeichnet.

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Re: Danke, da habe ich wirklich was gelernt!

Harald Andres Schmid, (vor 7771 Tagen) @ Hans-Jürgen

- kein Text -

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Re: OT: Kleine Fotostrecke als Beispiel

Der Juergen, (vor 7771 Tagen) @ Dirk van Uden

Hallo,

Ich bringe mal ein paar Fotos über einen mobilen Blitz-Reflektor-Aufbau, mit dessen Konstellation man überall und jederzeit gut ausgeleuchtete Objekte fotographieren kann. Natürlich ist es jederzeit drin, zu experimentieren und tolle Licht/Schatten-Kompositionen zu kreieren (was bei solchen "bizarren" Lebewesen wie Pilzen sehr gut kommt:-)

1. Links ein Blitz der mittels Kabel am Blitzschuh der Kamera betrieben wird, rechts ein Servoblitz.

[image]

2. Blitz

[image]

3. Ergebnis

[image]

4. Licht/Schatten-Komposition bei einer Gruppe Totentrompeten

[image]

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OT: kleine Fotostrecke

Dirk van Uden, (vor 7770 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine zahlreichen Antworten in diesem Thread. Besonders das mit diese Fotostrecke ist sehr schön. Ich sehe da mir schon wo es hapert.
Vieleicht können auch mal die anderen "Profis" ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Gruss Dirk