Hallo, Harald Andres,
entschuldige, dass ich erst jetzt Zeit für eine Antwort finde.
das heisst, es ist generell besser, das Ursprungsbild in einer grösseren
Auflösung, so 1.2 Mb zu schiessen? (das Rauschen wird zwar noch sein, aber
die Details vielleicht besser komprimiert?)
Oder wird das noch schlimmer, weil der Unterschied zwischen Originalgrösse
und komprimiertem Ziel-Bild noch grösser ist?
Ich habe keine empirisch verwertbare Erfahrung damit, wie sich die Formatvergrößerung bei der Aufnahme bei gleichbleibendem Rauschen und anschließender stärkerer Verkleinerung auswirkt. Das müsstest Du vielleicht einmal ausprobieren. Mit Sicherheit spielt auch die Software (bzw. der von ihr verwendete Algorithmus) eine Rolle, die Du zum Umrechnen des Bildes verwendest. Windows stellt von Hause aus einen solchen Anpassungsalgorithmus zur Verfügung, der aber relativ schlecht ist. Ob Dein Programm an dieser Stelle faul aufsetzt oder mit etwas Eigenem, Optimiertem glänzt, kann ich nicht sagen. Ich fotografiere grundsätzlich mit der Maximalauflösung und mache in meiner Hard-/Softwarekonstellation (Nikon Coolpix 8700 / Corel PhotoPaint) die Erfahrung, dass mittleres Rauschen beim Verkleinern auch geglättet wird. Wenn das letzte Quäntchen Schärfe verzichtbar ist, kann man das Bild auch (VOR dem Verkleinern) geringfügig glätten oder unscharf maskieren. Es gibt auch spezielle Werkzeuge, die das Rauschen entfernen können sollen (z.B. Helicon Filter. Siehe: http://www.pctipp.ch/downloads/dl/30048.asp). Ich fand die Ergebnisse nicht wirklich ent- bzw. be-rauschend.
das heisst, nehmen wir mal an, ich fotografiere in höherer Auflösung, und
wähle wieder 709 x 472 Pixel als Zielformat.
Da werde ich als Arbeitsgang in Fotoshop: Bild - Bildgrösse wählen, die
Abmessungen eingeben, und dann schlägt ja Fotoshop eine dazu passende
Kb-Zahl vor, die ich dann mit dem Schieberegler ändern kann.
Ist dieser Vorschlag bei höherer Auflösung des Originalbildes automatisch
höher, und die Qualität besser, wenn man sich darauf einlässt (oder z.B.
den automatischen Vorschlag von 300 lediglich auf etwa 150 kB drückt),
oder passiert das Gegenteil, dass das Bild versaut wird, weil der
Unterschied Originalkomprimierung-Zielkomprimierung noch grösser ist?
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Fotoshop nur aus der Ferne kenne. Aber wenn ich Dich recht verstehe, kann man dort zugleich mit neuen Zielabmessungen auch eine Zielgröße in kB vorgeben. Die Kompressionsqualität wird also von hinten, vom Ergebnis her eingestellt. Der Vorschlag wird, wenn Fotoshop eine mittlere Kompression als Standard vorgibt, bei einem Ausgangsbild mit größeren Abmessungen natürlich auch eine höhere (und zwar nicht nur linear, sondern, da zwei Dimensionen zu berücksichtigen sind, entschieden höhere) kB-Zahl anbieten. Wenn das Zielformat und die Zielgröße in kB die gleichen sein sollen, führt jedenfalls ein größeres Ausgangsformat nicht zwingend zu besseren Ergebnissen, weil dafür halt die Kompressionsrate entsprechend höher sein muss. Aber das größere Ausgangsformat bietet einem eventuell die Chance, einen Ausschnitt zu wählen.
Noch eines: das Originalbild wird, wenn es als JPG (und nicht als RAW- oder TIF-Datum) gespeichert wird, von der Kamera komprimiert. Der Kompressionsfaktor lässt sich bei den meisten Kameras innerhalb einiger Stufen einstellen. Da Speicher keine Geldfrage mehr ist, rate ich generell zu hohen Qualitäten, also geringen Kompressionsraten. Wenn es um letzte Qualität geht, benutze ich sogar bevorzugt RAW oder (wegen des einfacheren Handlings) sogar TIF als Speicherformat.
Wenn zu wenig Licht da ist oder der Sensor zu Bildrauschen neigt, nützt das aber auch nix.
Herzliche Grüße
Hans-Jürgen