Die gratigsporigen Plinthogali

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7735 Tagen)

Hallo zusammen,

Wie versprochen hier einige Bilder dieser Milchlinge

Den Flügelsporigen Milchling muss ich nicht vorstellen, er ist eindeutig: sehr scharf (bei allen anderen variiert die Schärfe), enge Lamellen und oft gegen die Hutmitte etwas gerunzelt.

Lactarius romagnesii Bon (=ruginosus) Dunkler Korallen-Milchling

[image]

Schönste Art mit grossem dunklen Hut, Rand oft grob gekerbt, lange helle, entfernte Lamellen, Stiel hell, Milch (mild bis unangenehm kratzend) zieht als einzige Art Fäden!!

Die Sporen in Melzer

[image]

Lactarius ruginosus Rom. Heller Korallen-Milchling

[image]

Kleinere Art, insgesamt ähnlich dem Flügelsporigen Milchling, mit Runzeln und oft gekerbtem Rand, aber mit viel entfernteren Lamellen, Milch schärflich.

Lactarius subruginosus Blum ex Bon Fleckiger (Korallen-)Milchling

[image]

Diese Art erinnert eher an L. azonites mit dem hellen Stiel, hat aber eben dieselben Sporen wie die vorangehenden! Der Hut ist auch hell und charakteristisch uneben und fleckig, kaum gerunzelt. In der Lit. wird Geruch von Kokos angegeben, habe ich selbst noch nie festgstellt.
Die Arten sind einander schon sehr ähnlich, man muss ja auch eine gewisse Variationsbreite einbeziehen. Alle wachsen im Buchen-Eichenwald, also ist auch mit der Ökologie nicht viel zu machen!

Mit Grüssen an alle, Markus

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Andreas ⌂, (vor 7735 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

vielen Dank für diese Gegenüberstellung.
Den ersten kenne ich aus dem Schönbuch ganz gut, oft noch deutlicher gerippt-gekerbtrandig.
Den helleren von Bild 2 kenne ich nur durch Birgits Fund vor zwei Jahren (waren doch zwei, oder?), selbst habe ich ihn noch nie gefunden.

Am interessantesten ist "Dein" subruginosus für mich, denn solche Pilze hätte (und habe ...) ich unmikroskopiert stets als L. azonites angesprochen. EIn paar Mal am Anfang mikroskopisch überprüft - war immer klar azonites. Daher in den letzten Jahren stets unmikroskopiert übernommen. Das war wohl ein Fehler ....

Gibts außer den Sporenornamenten noch andere Unterschiede zwischen subruginosus und azonites?

beste Grüße,
Andreas

Wie versprochen hier einige Bilder dieser Milchlinge
Den Flügelsporigen Milchling muss ich nicht vorstellen, er ist eindeutig:
sehr scharf (bei allen anderen variiert die Schärfe), enge Lamellen und
oft gegen die Hutmitte etwas gerunzelt.
Lactarius romagnesii Bon (=ruginosus) Dunkler Korallen-Milchling

Schönste Art mit grossem dunklen Hut, Rand oft grob gekerbt, lange helle,
entfernte Lamellen, Stiel hell, Milch (mild bis unangenehm kratzend) zieht
als einzige Art Fäden!!
Die Sporen in Melzer

Lactarius ruginosus Rom. Heller Korallen-Milchling

Kleinere Art, insgesamt ähnlich dem Flügelsporigen Milchling, mit Runzeln und
oft gekerbtem Rand, aber mit viel entfernteren Lamellen, Milch schärflich.
Lactarius subruginosus Blum ex Bon Fleckiger (Korallen-)Milchling

Diese Art erinnert eher an L. azonites mit dem hellen Stiel, hat aber eben
dieselben Sporen wie die vorangehenden! Der Hut ist auch hell und
charakteristisch uneben und fleckig, kaum gerunzelt. In der Lit. wird
Geruch von Kokos angegeben, habe ich selbst noch nie festgstellt.
Die Arten sind einander schon sehr ähnlich, man muss ja auch eine gewisse
Variationsbreite einbeziehen. Alle wachsen im Buchen-Eichenwald, also ist
auch mit der Ökologie nicht viel zu machen!
Mit Grüssen an alle, Markus

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7735 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

die Sporen sind schon das Hauptmerkmal im Unterschied zu L.azonites. Und auch das mehr graue, wolkige im Hut und eben gerne etwas verbogen und asymetrisch.
Wenn man L. pterosporus und L. romagnesii mischen würde, käme ziemlich diese Art raus! Ich glaube sowieso, dass in dieser Gruppe noch nicht alles so geklärt ist! Es gibt nämlich noch einen weiteren ungeklärten Milchling in dieser Gruppe: schön braunsamtig, ähnlich romagnesii, aber mit viel gelberen Lamellen und keinen derart gratigen Sporen. Bisher vermute ich einen Doppelgänger oder eine Tieflandvariante von L. picinus!
Wenn ich schon dabei bin, hier ein Bild davon:

[image]

Das ist in einem Fichenforst auf 300 m, normalerweise wächst L. picinus eher in den üblichen montanen Fichtenzonen und hat doch etwas die helleren Lamellen.
Er ist dunkler braun mit auch dunklerem Stiel. Früher nannte ich das L. romagnesii!
Aber es wäre ja langweilig, wenn man nichts mehr zu "hirnen" hätte, der Natur sind halt unsere Probleme mit ihren Produkten ziemlich wurscht....
Mit Grüssen, Markus

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Andreas ⌂, (vor 7735 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

die Sporen sind schon das Hauptmerkmal im Unterschied zu L.azonites. Und auch
das mehr graue, wolkige im Hut und eben gerne etwas verbogen und
asymetrisch.

So sind meine L. azonites aus einem Eichenpark auf Braunem Jura mit bis zu 300 Jahr alten Eichen aber auch. Gerade das wolkige und mehr graue war mir immer ein typisches Merkmal für azonites, auch die eher kleinen und oft unregelmäßigen Fruchtkörper. Die Funde dort sind mehrfach mikroskopisch überprüft worden von verschiedenen Leuten (Haas, Staudt, ich).

Wenn man L. pterosporus und L. romagnesii mischen würde, käme ziemlich diese
Art raus! Ich glaube sowieso, dass in dieser Gruppe noch nicht alles so
geklärt ist! Es gibt nämlich noch einen weiteren ungeklärten Milchling in
dieser Gruppe: schön braunsamtig, ähnlich romagnesii, aber mit viel
gelberen Lamellen und keinen derart gratigen Sporen. Bisher vermute ich
einen Doppelgänger oder eine Tieflandvariante von L. picinus!
Wenn ich schon dabei bin, hier ein Bild davon:
Das ist in einem Fichenforst auf 300 m, normalerweise wächst L. picinus eher
in den üblichen montanen Fichtenzonen und hat doch etwas die helleren
Lamellen.
Er ist dunkler braun mit auch dunklerem Stiel. Früher nannte ich das L.
romagnesii!

Diesen Pilz meine ich auch zu kennen und habe ihn in einem Fichten-Tannenforst (ca. 25-jährig schätze ich) an der Grenze vom Buntsandstein zum Muschelkalk auf 360 m NN gefunden. Vermutlich schon auf Kalk, denn es gab einiges an Schleimköpfen in der Nachbarschaft, unter anderem schöne Reihen von Cortinarius papulosus. Bei der Bestimmung schwankte ich zwischen picinus, dem er sehr ähnlich sah aber der ökologisch nicht wirklich in Betracht kam (Kalk und kollin statt sauer und montan) und fuligineus, der aber ja eigentlich ein Laubbaumbegleiter sein soll. Nun standen da aber hie und da noch eine Birke in diese Aufforstung eingestreut, so dass ich die nicht völlig ausschließen kann. Für fuligineus, von dem ich eh kein vernünftiges Artkonzept habe, schienen mir die Fruchtkörper aber zu dunkel braun, zu samtig und auch zu kräftig.

Kannst Du mir erklären, was L. fuligineus ist? Ich kenne nur Kollektionen aus Skandinavien, von einem recht schmächtigen, habituell etwas an acris aber farblich eher an azonites erinnernden Pilz der dort eher einzeln vorkam in den Mischwäldern mit Weide, Birke, Pappel aber auch Fichte. Eher etwas feuchter stehend und nicht gerade im sehr sauren Millieu.

beste Grüße,
Andreas

Aber es wäre ja langweilig, wenn man nichts mehr zu "hirnen" hätte,
der Natur sind halt unsere Probleme mit ihren Produkten ziemlich
wurscht....
Mit Grüssen, Markus

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Birgit, (vor 7734 Tagen) @ Andreas

Hallo ANdreas, hallo Markus

danke schön für die tollen Bilder.

Den helleren von Bild 2 kenne ich nur durch Birgits Fund vor zwei Jahren
(waren doch zwei, oder?), selbst habe ich ihn noch nie gefunden.

Es waren drei Jahre ;-) und vor zwei Tagen habe ich sie am selben Standort wiedergefunden und obwohl ichs unten schon mal hingeschrieben habe nochmal der Link zu dem Beitrag Beitrag 83405, der wohl leider hier untergegangen ist. Markus, meine bisherigen L. ruginosus-Funde waren nie in der Hutmitte runzelig, sollte dieses Merkmal vorhanden sein? Die Kerbung des Hutrandes war für mich bisher mit den geflügelten SPoren (es fehlt eigentlich noch ein gerippter, der keine flügeligen Sporen hat ;-)) ein Hauptbestimmungsmerkmal für L. ruginosus. Bei meinen bisher zwei gesicherten Kollektionen von demselben Fundort hatten ca. 70% den gerippten Hutrand.

Am interessantesten ist "Dein" subruginosus für mich, denn solche
Pilze hätte (und habe ...) ich unmikroskopiert stets als L. azonites
angesprochen. EIn paar Mal am Anfang mikroskopisch überprüft - war immer
klar azonites. Daher in den letzten Jahren stets unmikroskopiert
übernommen. Das war wohl ein Fehler ....

Tja nach dieser Argumentation wäre mein im anderen Beitrag beschribene Pilz wohl eher Lactarius subruginosus? Wenn die Hutrippung bei L. ruginosus ein Merkmal wäre, das vielleicht nicht immer vorkommt, dann wird die Abgrenzung zu L. ruginosus aber fast unmöglich, oder gibts noch ein anderes sicheres Unterscheidungsmerkmal, das ich übersehen habe? Wolkige Färbung habe ich bei meinen L. ruginosus-Funden eben auch geshen s. nochmal dort Beitrag 83405.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Andreas ⌂, (vor 7734 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit und Markus,

Es waren drei Jahre ;-) und vor zwei Tagen habe ich sie am selben Standort
wiedergefunden und obwohl ichs unten schon mal hingeschrieben habe nochmal
der Link zu dem Beitrag
Beitrag 83405 , der wohl
leider hier untergegangen ist.

Bin gestern erst aus dem Urlaub wiedergekommen und nachdem ich mit "seit ihrem letzten Besuch sind 10000 neue Mitteilungen eingetroffen" begrüßt wurde, habe mich entschieden alles zurückliegende der letzten 10 Tage zu ignorieren ....

Markus, meine bisherigen L. ruginosus-Funde
waren nie in der Hutmitte runzelig, sollte dieses Merkmal vorhanden sein?
Die Kerbung des Hutrandes war für mich bisher mit den geflügelten SPoren
(es fehlt eigentlich noch ein gerippter, der keine flügeligen Sporen hat
;-)) ein Hauptbestimmungsmerkmal für L. ruginosus. Bei meinen bisher zwei
gesicherten Kollektionen von demselben Fundort hatten ca. 70% den
gerippten Hutrand.

Ich kann in Markus' beiden Bildern von ruginosus und subruginosus eigentlich außer der Hutrandausprägung keinerlei Unterschiede entdecken und vermute fast (tschuldige bitte, Markus) dass es dasselbe ist. Kann ich natürlich nur von zwei Bilder her bequem sagen, Markus wird shcon seine Gründe haben und sicherlich auch argumentieren.

Tja nach dieser Argumentation wäre mein im anderen Beitrag beschribene Pilz
wohl eher Lactarius subruginosus? Wenn die Hutrippung bei L. ruginosus ein
Merkmal wäre, das vielleicht nicht immer vorkommt, dann wird die
Abgrenzung zu L. ruginosus aber fast unmöglich, oder gibts noch ein
anderes sicheres Unterscheidungsmerkmal, das ich übersehen habe? Wolkige
Färbung habe ich bei meinen L. ruginosus-Funden eben auch geshen s.
nochmal dort
Beitrag 83405 .

Auch Heilmann-Clausen et al. bilden ruginosus etwas fleckig ab und schreiben das auch in der Beschreibung. Übrigens steht dort auch der Hinweis, dass ruginsous den dunkelsten Sporenstaub der ganzen Gruppe haben soll. Auch bei Lactarien sollte man nicht versäumen, ein Abwurfpräparat zu machen, auch wenn's nicht so wichtig sein mag wie bei Täublingen (oder vielleicht eines Tages doch?!). Diese Autoren erwähnen subruginosus nur in der Diskussion bei pterosporus als dessen Doppelgänger, nur mit Kokosgeruch und etwas niedrigerem SPorenornament. Sie erkennen die Eigenständigkeit nicht an, schreiben aber auch nicht explizit etwas von Synonymie ....
Der Lactarius-Band von BASSO hilft nicht viel weiter, dort ist z.B. L. ruginosus unser heutiger L. romagnesii. Damit ist auch nicht klar, was der dort ausführlich beschriebene L. subruginosus meint. Abgebildet ist ein Pilz der auffallend eng stehende Lamellen hat, der Hut ist der von azonites aber mehr bräunlich als dieser.

Die Originalbeschriebung von subruginosus sagt, dass der Hutrand "glatt (kaum gerippt)" sei, die Oberfläche "leicht längsrunzelig", der Geruch "schwach (in Richtung L. glyciosmus)" und das Sporenpulver "nach ROMAGNESI IIIb" entspricht.
Also nicht unbedingt die Rede von auffallendem Kokosgeruch und auch der Hutrand darf wohl leicht gerippt sein dann und wann.

Fragt sich, welche Variabilität man dem stark entscheidenden Merkmal "Hutrand gerippt - Hutrand glatt" zugestehen darf, wie entscheidend Sporenstaubfarbtöne in dieser Gruppe sind und auch die genaue Farbe der Fleischverfärbung (und Dauer bis zur Verfärbung!) ist meines Erachtens noch nicht genug untersucht. Azonies und subruginosus scheinen sich nur durch die Höhe des Sporenornamentes zu unterscheiden, subruginosus und ruginosus nur durch die Hutrandrippung. Hmmmm.....

beste Grüße,
Andreas

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali

Birgit, (vor 7734 Tagen) @ Andreas

Hallo ANdreas,

Bin gestern erst aus dem Urlaub wiedergekommen und nachdem ich mit "seit
ihrem letzten Besuch sind 10000 neue Mitteilungen eingetroffen"
begrüßt wurde, habe mich entschieden alles zurückliegende der letzten 10
Tage zu ignorieren ....

Das sollte keine Kritik sein, manchmal ists halt ein bißchen frustig, wenn nur wenige und schon gar nicht die, auf dies ankommt ;-) einen Beitrag lesen. ich hatte vorher überlegt ob ich nicht alles in einen Bestimmungshilfe Beitrag packe, da wirds dann eher gelesen ;-).

Ich kann in Markus' beiden Bildern von ruginosus und subruginosus eigentlich
außer der Hutrandausprägung keinerlei Unterschiede entdecken und vermute
fast (tschuldige bitte, Markus) dass es dasselbe ist. Kann ich natürlich
nur von zwei Bilder her bequem sagen, Markus wird shcon seine Gründe haben
und sicherlich auch argumentieren.

So ähnlich hatte ich mir das auch gedacht.

Auch Heilmann-Clausen et al. bilden ruginosus etwas fleckig ab und schreiben
das auch in der Beschreibung. Übrigens steht dort auch der Hinweis, dass
ruginsous den dunkelsten Sporenstaub der ganzen Gruppe haben soll. Auch
bei Lactarien sollte man nicht versäumen, ein Abwurfpräparat zu machen,
auch wenn's nicht so wichtig sein mag wie bei Täublingen (oder vielleicht
eines Tages doch?!). Diese Autoren erwähnen subruginosus nur in der
Diskussion bei pterosporus als dessen Doppelgänger, nur mit Kokosgeruch
und etwas niedrigerem SPorenornament. Sie erkennen die Eigenständigkeit
nicht an, schreiben aber auch nicht explizit etwas von Synonymie ....

Ja das hatte ich mir ja auch gestern schon durchgelesen, aber Markus kann uns ja viellicht noch mehr dazu erklären. Was sagst du eigentlich zu meinen neu gefunden ruginosi, ANdreas? Einen Sporenabwurf hab ich leider nicht gemacht, sie sind jetzt schon getrocknet, auch die drei Exemplare vom anderen Standort, neulich ist mir ein SCheidenstreifling vergammelt, also hab ich sie lieber schnell auf den Dörrex gelegt. Markus, wie oft hast du eigentlich L. ruginosus bisher gefunden? Mich würde einfach interessieren, wie häufig dieser Milchling eigentlich ist?

Der Lactarius-Band von BASSO hilft nicht viel weiter, dort ist z.B. L.
ruginosus unser heutiger L. romagnesii. Damit ist auch nicht klar, was der
dort ausführlich beschriebene L. subruginosus meint. Abgebildet ist ein
Pilz der auffallend eng stehende Lamellen hat, der Hut ist der von
azonites aber mehr bräunlich als dieser.

Das klingt auch nicht so einleuchtend.

Die Originalbeschriebung von subruginosus sagt, dass der Hutrand "glatt
(kaum gerippt)" sei, die Oberfläche "leicht längsrunzelig",
der Geruch "schwach (in Richtung L. glyciosmus)" und das
Sporenpulver "nach ROMAGNESI IIIb" entspricht.
Also nicht unbedingt die Rede von auffallendem Kokosgeruch und auch der
Hutrand darf wohl leicht gerippt sein dann und wann.
Fragt sich, welche Variabilität man dem stark entscheidenden Merkmal
"Hutrand gerippt - Hutrand glatt" zugestehen darf, wie
entscheidend Sporenstaubfarbtöne in dieser Gruppe sind und auch die genaue
Farbe der Fleischverfärbung (und Dauer bis zur Verfärbung!) ist meines
Erachtens noch nicht genug untersucht. Azonies und subruginosus scheinen
sich nur durch die Höhe des Sporenornamentes zu unterscheiden,
subruginosus und ruginosus nur durch die Hutrandrippung. Hmmmm.....

Ja das ist bestimmt alles wichtig, du hast recht. Ich hab allerdings noch den EIndruck, daß die Intensität der Milchverfärbung im Alter unterschiedlich ist und auch ob die Milch auf den Lamellen oder auf dem Fleisch eintrocknet. AUf dem Fleisch ist die Farbe bei L. ruginosus blasser, ich hab da eigentlich ein Bild dazu, aber ich bekomms grad nicht auf den Server.

Liebe Grüße

Birgit

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zu ruginosus/ subruginosus

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7734 Tagen) @ Birgit

Hallo Andreas und Birgit,

danke für die Anmerkungen. Andreas hat sicher recht, es ist gut möglich, dass schlussendlich eine Zusammenlegung erfolgen könnte. Wenn nur der gekerbte Rand ausschlaggebend ist, sicher. Das Problem ist folgendes: früher was selbst romagnesii (ex ruginosus) etwas kaum bekanntes; dabei ist er zumindest bei uns nicht selten. Dann tauchte dieser subruginosus von Bon auf, den ich des öftern fand. Schliesslich wurde dann möglicherwiese genau diese Art zu ruginosus, weil der bisherige ruginosus ungültig beschrieben (oder ähnliches) wurde. Kurz kann man etwas so vermuten: ähnelt der Pilz einem L. pterosporus, ist es L. ruginosus, wenn mehr L. azonites, dann wäre es subruginosus. Die Runzeligkeit ist sicher nicht zu stark zu gewichten. Der sonst typisch gerunzelte L. pterosporus hat dieses Merkmal in den letzten Jahren immer mehr verloren.
Bei L. fuliginosus (ein netzigsporiger Plinthogali)ist ja ähnlich heikel: ist es nun einfach ein sehr dunkler L. azonites? Ich finde diese Art meist unter einzelstehenden Eichen oder an Waldrändern, eigentlich selten im Wald. Immmer relativ gross und mit dem Hut ähnlich gefärbtem Stiel.

Ich denke, wir müssen diese Milchlinge weiter beobachten.

Mit Grüssen, Markus

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Re: zu ruginosus/ subruginosus

Andreas ⌂, (vor 7734 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Wilhelm,

Bei L. fuliginosus (ein netzigsporiger Plinthogali)ist ja ähnlich heikel: ist es nun einfach ein sehr dunkler L. azonites? Ich finde diese Art meist
unter einzelstehenden Eichen oder an Waldrändern, eigentlich selten im
Wald. Immmer relativ gross und mit dem Hut ähnlich gefärbtem Stiel.

Ich habe den fuliginosus, den ich in Skandinavien gezeigt gekriegt und auch selbst gefunden habe, in Deutschland noch nie gesehen.

Ich denke, wir müssen diese Milchlinge weiter beobachten.

Das ist wohl wahr!

beste Grüsse,
Andreas

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Re: Die gratigsporigen Plinthogali- Danke

Rudi, (vor 7735 Tagen) @ Markus Wilhelm

für diese aktuellen Bilder!. Sehr gute Aufnahmen und Zusammenstellung!

Nochmal danke!
Rudi