Xerocomus- u. a. Fragen

Thomas Pruß, (vor 7729 Tagen)

Moin zusammen,
Jürgens Vorschlag von gestern („Pilze aus dem Katinger Watt“) Beitrag 83515
folgend, habe ich mir die Stelle an dem ich den X. rubellus gefunden hatte, noch mal angeschaut. Diese Röhrlinge habe ich dann auch noch gefunden:
[image]
Nach viel Hin und Her habe ich mich dann entschiden, dass es der Xerocomus porosporus (Falscher Rotfußröhrling) sein kann. Argumente: Wächst unter Eiche (lt. Bon: „… besonders unter Eichen“), daas Fleisch ist blass und wird braun (das Foto wurde direkt nach dem Durchschneiden gemacht). Lediglich das grünlich-graue Verfärben an Druckstellen konnte ich nicht feststellen. Aber da Bon schreibt „… mit der Neigung… zu verfärben“, schließe ich, dass das nicht zwingend notwendig ist. Ach so: Der Farbton der Hüte haut nicht ganz exakt hin. Die Sonne (jawohl: SONNE!) stand schon ziemlich tief. Im Original war ein ganz schwacher Olivton fest zu stellen.
Also: Xerocomus porosporus

Diese Genossen fand ich gestern auch noch:
[image]
Wuchsort war eine Pferdekoppel auf ganz altem Pferdemist. Ich halte das für einen Faserling.
Was meint ihr?

Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt

Ist vermutlich Ringdüngerling auf Pferdemist

Dedimyk, (vor 7729 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Thomas,

Dein Pilz auf Pferdemist ist vermutlich ein Ringdüngerling Panaeolus ( Anellaria ) semiovatus. Untersuche in diese Richtung

Herzlichen Gruß Detlef

Moin zusammen,
Jürgens Vorschlag von gestern („Pilze aus dem Katinger Watt“)
Beitrag 83515
folgend, habe ich mir die Stelle an dem ich den X. rubellus gefunden hatte,
noch mal angeschaut. Diese Röhrlinge habe ich dann auch noch gefunden:
Nach viel Hin und Her habe ich mich dann entschiden, dass es der Xerocomus
porosporus (Falscher Rotfußröhrling) sein kann. Argumente: Wächst unter
Eiche (lt. Bon: „… besonders unter Eichen“), daas Fleisch ist blass und
wird braun (das Foto wurde direkt nach dem Durchschneiden gemacht).
Lediglich das grünlich-graue Verfärben an Druckstellen konnte ich nicht
feststellen. Aber da Bon schreibt „… mit der Neigung … zu verfärben“,
schließe ich, dass das nicht zwingend notwendig ist. Ach so: Der Farbton
der Hüte haut nicht ganz exakt hin. Die Sonne (jawohl: SONNE!) stand schon
ziemlich tief. Im Original war ein ganz schwacher Olivton fest zu stellen.
Also: Xerocomus porosporus
Diese Genossen fand ich gestern auch noch:
Wuchsort war eine Pferdekoppel auf ganz altem Pferdemist. Ich halte das für
einen Faserling.
Was meint ihr?
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Ist vermutlich Ringdüngerling auf Pferdemist

Thomas Pruß, (vor 7729 Tagen) @ Dedimyk

Moin Detlef,
guter Tipp, danke. Ich war vom Düngerling abgekommen, weil bei diesen Ex. – es waren die einzigen – der Ring selbst ansatzweise fehlte.
Da die Pilze auf dem Weg zu den Xerocomus-Arten liegen, kann ich noch mal nachschauen.
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Ist vermutlich Ringdüngerling auf Pferdemist

Dedimyk, (vor 7728 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Thomas,

der Ring ist z.T. rudimentär bis fast fehlend.Ich habe schon Fk. auf Almweiden gefunden, die scheinbar keinen Ring hatten, bei Betrachtung mit der Lupe hat man mit viel Phantasie noch einen Ringhauch erahnt.
Also schau noch mal genau nach. Ist übrigens sehr wichtig, da der Ringdüngerling zu den Pilzen der DGfM-Verbreitungsuntersuchung von Prof.Bresinsky und Dr.Dörfelt gehört, deren Kartierung besonders überwacht wird,sog. 30 Arten-Projekt (siehe ZMykol69/2 mit Einsendeschluß zwar 31.12.2004, aber trotzdem unbedingt kartieren, wenn klar ).

Herzlichen Gruß

Detlef

Moin Detlef,
guter Tipp, danke. Ich war vom Düngerling abgekommen, weil bei diesen Ex. –
es waren die einzigen – der Ring selbst ansatzweise fehlte.
Da die Pilze auf dem Weg zu den Xerocomus-Arten liegen, kann ich noch mal
nachschauen.
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt

Ringdüngerling

Thomas Pruß, (vor 7728 Tagen) @ Dedimyk

Moin Detlef,
ich habe mir die Pilzchen gestern abend noch mal angeschaut, denn die sind gerade sehr wuchsfreudig. Nach Abwägung aller Merkmale sind das Glockendüngerlinge. Da ich aber selbst mit Lupe keinen Ring ausmachen konnte – nicht mal die Andeutung einer Ahnung – und weil die Pilze auch nicht sehr groß sind (Bon gibt ja für P. semiovatus bis zu 15 cm Stiellänge an; meine sind höchstens 5 bis 7 cm groß), werde ich sie als Schmierige Düngerlinge (P. phalaenarum) archivieren, selbst wenn Bon angibt, dass diese Art von manchen Autoren als Kümmerform von P. semiovatus angesehen wird.
Wenn die Pilze in diesem 30-Arten-Projekt erfasste werden, soll ich dann Exsikkate herstellen, oder reicht eine Archivierung als Foto und mit Fundortangaben aus?
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt

Re: Ringdüngerling

Axel Schilling ⌂, (vor 7728 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,
Deine Fotos sehen mir nicht nach Ringdüngerlingen aus. Ich sehe sie als Psathyrellen an, wie Du ja zuerst auch vermutet hast.

Gruß
Axel

p.s. wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, kannst Du mir auch ein Exsikkat schicken. Dann wissen wir's genau.

Moin Detlef,
ich habe mir die Pilzchen gestern abend noch mal angeschaut, denn die sind
gerade sehr wuchsfreudig. Nach Abwägung aller Merkmale sind das
Glockendüngerlinge. Da ich aber selbst mit Lupe keinen Ring ausmachen
konnte – nicht mal die Andeutung einer Ahnung – und weil die Pilze auch
nicht sehr groß sind (Bon gibt ja für P. semiovatus bis zu 15 cm
Stiellänge an; meine sind höchstens 5 bis 7 cm groß), werde ich sie als
Schmierige Düngerlinge (P. phalaenarum) archivieren, selbst wenn Bon
angibt, dass diese Art von manchen Autoren als Kümmerform von P.
semiovatus angesehen wird.
Wenn die Pilze in diesem 30-Arten-Projekt erfasste werden, soll ich dann
Exsikkate herstellen, oder reicht eine Archivierung als Foto und mit
Fundortangaben aus?
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Ringdüngerling

Thomas Pruß, (vor 7728 Tagen) @ Axel Schilling

Moin Axel,
ich schau heute abend noch mal nach. Wenn die noch da stehen, melde ich mich wg. Adresse per E-Mail bei dir. Danke für dein Angebot!
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt

NEIIIIN!!!

Jürgen, (vor 7729 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

schön, dass du nochmal nachgeschaut hast - aber bitte NIE WIEDER die Stielbasis abschneiden!!! Wenn du durch die diversen Beiträge der letzten Tage geklickt hättest, hättest du sehen müssen, dass die für die Bestimmung von Filzröhrlingen äußerst wichtig ist. Wenn du die Pilze noch hast, prüfe bitte nach, ob das Fleisch am Stielgrund orange bzw. feuerrot gefleckt ist. Schon im oberen Stiel ist das Fleisch für X. porosporus zu gelb, die Hutfarbe ist am Rand zu freudig gelbbraun. Mir sieht das stark nach X. communis (siehe auch hier) aus, der im BON nicht aufgeführt ist.

Grüße, Jürgen

Jürgens Vorschlag von gestern (�Pilze aus dem Katinger Watt�)
Beitrag 83515
folgend, habe ich mir die Stelle an dem ich den X. rubellus gefunden hatte,
noch mal angeschaut. Diese Röhrlinge habe ich dann auch noch gefunden:
Nach viel Hin und Her habe ich mich dann entschiden, dass es der Xerocomus
porosporus (Falscher Rotfußröhrling) sein kann. Argumente: Wächst unter
Eiche (lt. Bon: �� besonders unter Eichen�), daas Fleisch ist blass und
wird braun (das Foto wurde direkt nach dem Durchschneiden gemacht).
Lediglich das grünlich-graue Verfärben an Druckstellen konnte ich nicht
feststellen. Aber da Bon schreibt �� mit der Neigung � zu verfärben�,
schließe ich, dass das nicht zwingend notwendig ist. Ach so: Der Farbton
der Hüte haut nicht ganz exakt hin. Die Sonne (jawohl: SONNE!) stand schon
ziemlich tief. Im Original war ein ganz schwacher Olivton fest zu stellen.
Also: Xerocomus porosporus
Diese Genossen fand ich gestern auch noch:
Wuchsort war eine Pferdekoppel auf ganz altem Pferdemist. Ich halte das für
einen Faserling.
Was meint ihr?
Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
ein View

Re: NEIIIIN!!!

Thomas Pruß, (vor 7729 Tagen) @ Jürgen

Moin Jürgen,
oha, entsetztes Aufstöhnen ;-) Aber du hast Recht: Das Messer zücken ist eine Unart in solchen Fällen. Peinlich, peinlich…
Ich werde noch mal nachschauen, aber langsam gehen mir die Pilze aus…
X. communis kommt nach deinen Bildern auch hin.
Morgen weiß ich mehr.
Grüßlis
Thomas

schön, dass du nochmal nachgeschaut hast - aber bitte NIE WIEDER die
Stielbasis abschneiden!!! Wenn du durch die diversen Beiträge der letzten
Tage geklickt hättest, hättest du sehen müssen, dass die für die
Bestimmung von Filzröhrlingen äußerst wichtig ist. Wenn du die Pilze noch
hast, prüfe bitte nach, ob das Fleisch am Stielgrund orange bzw. feuerrot
gefleckt ist. Schon im oberen Stiel ist das Fleisch für X. porosporus
zu gelb, die Hutfarbe ist am Rand zu freudig gelbbraun. Mir sieht das
stark nach X. communis (siehe auch hier ) aus, der im BON nicht
aufgeführt ist.
Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt

@ Jürgen: Xerocomus, nächster Versuch

Thomas Pruß, (vor 7728 Tagen) @ Jürgen

Moin Jürgen,

noch’n paar Aufnahmen, gestern geschossen. Ich sag’ jetzt gar nix mehr – du bist am Zug ;-) Dieser Pilz ist aus der Kollektion, aus der ich die anderen auch habe.

Ganzer Pilz:
[image]

Hut:
[image]

Schnittbild:
[image]

Das Blauen setzte nach ca. 2 Minuten ein, aber nur an diesen Stellen, d. h. es breitete sich nicht weiter aus:
[image]

Wie bei den letzten Malen wuchs in direkter Nachbarschaft der „rubellus“ mit einigen Jungexemplaren.

Grüßlis
Thomas

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: @ Jürgen: Xerocomus, nächster Versuch

Jürgen, (vor 7727 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

ich kann nicht genau beurteilen, wie sich deine Fundstelle und der Fundzusammenhang dort gestaltet. Aber dieser - naja, etwas ramponierte - Fruchtkörper dürfte nicht zu derselben Art gehören wie die vorigen (die ohne Stielbasis), die ich als X. communis angesprochen hatte. Die weinrote Fleischfarbe (kaum gelb oder orange) im Stiel, die dumpf braune Stielbasis, das weiße Basalmyzel, das schwache Blauen, der rote Stiel und die rissige Huthaut deuten insgesamt bei diesem Ex. auf X. chrysenteron ss. str.. Ich hatte solche Kollektionen auch schon an grasigen Stellen unter Eiche, die sich nicht anders identifizieren ließen.

In dem Fall müsste man sich aber wirklich mal anschauen, ob sich die Filzröhrlinge bei dir auch entsprechend in den Sporenmaßen unterscheiden. Jedenfalls sieht es so aus, als ob X. communis, X.rubellus und X. chrysenteron dort in Standortgemeinschaft wachsen (und es würde mich nicht wundern, wenn auch noch X. porosporus oder B. pulverulentus hinzukämen).

Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt
ein View

Re: @ Jürgen: Xerocomus, nächster Versuch

Thomas Pruß, (vor 7723 Tagen) @ Jürgen

Moin Jürgen,
sorry für die späte Antwort, aber dein Posting ist in der Flut von E-Mails, die am Wochenende reinkam, glatt abgesoffen ;-)
Also: Fundort ist eine grasige Stelle, direkt neben einem asphaltierten Weg, gut gedüngt durch die zahlreichen Hunde in der Nachbarschaft. Der Boden ist sandig (Geestrücken), durchsetzt mit Split vom Weg. An Bäumen wachsen in unmittelbarer Nachbarschaft Eichen und Birken.

Ich hätte jedenfalls nie gedacht, die verschiedenen Xerocomus-Arten so dicht beieinander zu finden. Leider ist dort jetzt Totentanz: Ein Nachbar hat mit seinem Aufsitzmäher dort alles platt gemacht. Ich warte auf den 2. Schwung, und dann werde ich mal fleißig Exsikkate anfertigen.
Der „ramponierte“ FK war übrigens zu diesem Zeitpunkt der einzige, den man noch anfassen konnte, ohne dass er wegen rasanter Überbevölkerung mit Maden zerfiel.
Grüßlis
Thomas