Re: Pilze vom Essandsjøveien (Tydal, Norwegen)
Hallo Andreas,
1. Laccaria bicolor ist in meinen Büchern mit bis zu 5 cm Hutdurchmesser
angegeben und auch der Fundort spricht mehr für Laccaria proxima.
Ich habe Laccaria bicolor ungelogen schon mit 12 cm Durchmesser gefunden. Im aus dem Schwedischen übersetzten Pilzbuch "Pilze" von RYMAN/HOLMASEN (Thalacker-Verlag) steht 10-50(100) mm.
Die malven- oderr amethystfarbenen Lamellen sprechen für mich gegen proxima, ebenso der Stiel, der bei proxima dunkler und gröber längsfaserig sein müßte, meist auch etwas gedreht ist.
4. also eine Fichten-Rotkappe (ist nicht in meinen Büchern drin *grrr*)
5. ich hatte auch erst Aleuria aurantia erwogen, doch erstens erscheinen mir
die Ränder als zu dick, die Farbe als zu sehr rot (ist wegen leichtem
Gegenlicht etwas heller ausgefallen) und zum anderen sind die Ränder
heller.
Die Frage, die meine Bücher allerdings nicht beantworten, ist, ob Sarcoscypha
coccinea überhaupt auf Fichtenzweigen wächst. Die lagen dort überall herum
und halte es nicht für ausgeschlossen, daß beim Ausbau des
Holzwirtschaftsweges diese dort mit Schottersteinen überschüttet wurden.
Du hast recht, es sieht etwas ungewöhnlich aus und gerade in Skandinavien ist die operculate Asco-Flora reichhaltiger als bei uns. Es könnte auch etwas in Richtung Melastiza sein. Hier muss das Mikroskop Klarheit schaffen, wie die Sporen aussehen und ob irgendwelche Randhaare/-zellen vorhanden sind.
6. es handelt sich auch deswegen nicht um einen Porling, weil auch Lamellen
zu sehen sind!
Das ist meiner Ansicht nach eine senkrecht herablaufende Porenschicht, wie es bei Antrodia serialis auch häufig zu sehen ist, aber keine Lamellen.
7. Andreas, Femsjona peziziformis müßte eigentlich ausscheiden, weil der
Fruchtkörper nicht becherartig aussieht und der eigentlich mehr an
Weißtanne vorkommt, während das Holz entweder Fichte oder Kiefer ist.
Weißtanne kommt dort nicht vor, nur etwa 5 Kilometer weiter westlich.
War auch nur ein Vorschlag. Femsjonia kommt übrigens genauso häufig an Buche vor, Einzelfunde auch an Fichte, Lärche, Kiefer, Eiche und Weide.
8. Keulenfuß-Trichterling hätte ich erkannt, die gibt es auch in der
Lüneburger Heide bei Bad Bevensen. Bei der Größe von max. 4 cm müßten die
eigentlich noch ein wenig mehr nach oben gewölbt sein. Die Lamellen stehen
mir bei diesem Pilz ein wenig zu weit auseinander und sind rein weiß. Die
Cremefarbenwirkung im unteren Lamellenbereich kommt lediglich dadurch
zustande, daß die Stielfarbe durchgehend gleich ist und im unteren
Lamellenbereich noch durchscheint. Ein bißchen dicker werden bei diesem
Pilz die Stiele nach unten hin schon, aber eine richtige Keule, so wie ich
das von zuhause kenne, hatten diese Pilze nicht.
Alles richtig, ich denke trotzdem dass es ein Keulenfuß-Trichterling ist. Die Kreiselform und gerade auch die Lamellen sprechen für mich eigentlich dafür. Sollte er es nicht sein, was ich ja nicht ganz ausschließen möchte, so ist es jedenfalls sicher ein Trichterling.
10. Ich habe noch einmal eine Ausschnittsvergrößerung beigefügt. Es ist
richtig, daß dort schmutzigweiße Lamellen zu sehen sind.
Die Stiele sind meiner Meinung nach typische Rüblings-Stiele.
beste Grüße,
Andreas