Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

AK_CCM, (vor 7713 Tagen)

Hallo zusammen,

gerade bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem von gewaltbereiten Pilzsammlern in den Eifelwäldern die Rede ist, die Waldarbeiter mit Messer bedrohen oder auf andere Pilzsammler Hunde hetzen. Dass die Waldwege zur Pilzsaison zugeparkt werden und man dies anprangert, kann ich nachvollziehen. Ich finde es gut, dass dort jetzt Knöllchen verteilt werden. Aber dass die Pilzsammler das Wild aufschrecken, sodass es zu mehr Wildunfällen kommt, halte ich für eine gewagte Theorie - jeder Nordic Walker macht 10-mal mehr Lärm. Achja: Weil die Tiere jetzt in der Brunftzeit sind, sollen jetzt auch große Teile der Wälder einen Monat lang gesperrt werden.
Dass dieser Förster, der zu einem Pressegespräch in den Wald geladen hat, wieder Mal die Rausdrehen-/Abschneiden-Diskussion anheizt und behauptet, extensives Pilzesammeln schadet dem Wald, darüber sehe ich jetzt einfach hinweg.

Links:
Kölnische Rundschau: Gewalttätige Pilzsammler unterwegs
Kölner Stadt-Anzeiger: Chaotische Verhältnisse im Wald

Was meint ihr zu dem Thema?

Gruß, Andreas

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

phragmobasidie, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

Ich gehe jetzt in den Wald - und meine Uzi lasse ich als Zeichen des guten Willens heute mal zu Hause, obwohl ich damit das Liebesleben insbesondere der Zecken gern schon mal störe.

Mit freundlichen Grüßen
phragmobasidie

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

Andreas ⌂, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

nun kenne ich die Verhältnisse in der Eifel nicht und weiß daher nicht, ob und in wie weit diese Artikel übertrieben sind.

Sollten die Verhältnisse dort aber tatsächlich derartige Ausmaße angenommen haben, dass in einem Tag in einem Waldgebiet (wie groß eigentlich?) 400 Pilzsammler unterwegs sind, dann glaube ich gerne dass das das Wild stark beeinträchtigt und ich finde, dass man eine so starke Belastung des Waldes nicht einfach übergehen kann. Nicht dass ich wüßte wie man das reglementieren kann, aber dass es so nicht geht steht für mich außer Zweifel.

Hört sich für mich recht schockierend an. Nicht wegen der Menge an Pilzen die da dem Wald fehlt, sondern wegen der Begleitschäden die solche Mengen an Pilzsuchern dann doch unwillkürlich anrichten.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

Karl-Heinz ⌂, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,
war ja gestern mit Jürgen zusammen in der Eifel - an fünf Plätzen - allerdings hauptsächlich auf Kalk. Uns ist gestern nicht ein einziger, anderer Pilzsammler begegnet. Die Woche davor waren wir auf Steinis; da sind uns 3 andere Pilzsammler (eine Gruppe die sich "gesittet" verhielt) über den Weg gelaufen.
Wir wissen allerdings nicht was in den Stadtwäldern so "abgeht".
Viele Grüße
Karl-Heinz

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Wahrheit oder Jägerlatein? Viele Grüße von

Matts & Elli, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

- kein Text -

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und noch etwas

Matts & Elli, (vor 7713 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Zusammen,

seit Jahren sammeln wir u.a. stets an den selben Stellen. Ob wir die Pilze nun abschneiden, oder vorsichtig aus dem Boden herrausdrehen, die Pilze kommen wieder - je nach Wetterbedingungen im Jahresverlauf, mal mehr in der Anzahl, mal weniger. Das gilt auch dann, wenn andere Sammler nicht so sorgsam waren.

Aber in den Waldflächen, wo Forstleute mit ihren schwerem Gerätschäften im Wald "gearbeitet" haben, dort ist nur im 1. Folgejahr noch etwas zu finden. Danach ist jahrelang in diesen Waldstücken pilzmäßig fast nichts mehr los.
Da "unser" Wald eine enorme Artenvielfalt birgt, kann man dann fast dass Heulen kriegen.

Durch jahrelange Beobachtung unseres bevorzugten Waldes, in dem einige Pilzsammler umherstreifen und leider in den letzten 10 Jahren immer wieder andere Waldteile mit schwerem Gerät bearbeitet wurden, müssen wir dieses als bewiesen ansehen. Auch wenn wir gelegentlich andere Gebiete aufsuchen, so ist stets feststellbar, dass Waldstücke, in denen mit schwerem Gerät gearbeitet wurde, absolute Pilzarmut aufweisen.

Viele Grüße senden
Matts & Elli

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Ist eigentlich logisch Bäume+Mycel!Grüessli Hans

Hans hurter, (vor 7713 Tagen) @ Matts & Elli

- kein Text -

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Re: Leider wohl nicht allen, viel Grüße...

Matts & Elli, (vor 7712 Tagen) @ Hans hurter

- kein Text -

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Ihr sprecht ein wares Wort gelassen aus.........

Hans hurter, (vor 7712 Tagen) @ Matts & Elli

heute Wortgefecht Merkel- Schröder ,wie bei uns Wortgefechte ohne Taten bis wir uns selbst kaputt gemacht haben!Liebe Grüsse Hans

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Re: und noch etwas

pilz-pils, (vor 7712 Tagen) @ Matts & Elli

matts und elli,
deshalb bin ich heute ja so traurig. Voller Hoffnung in mein Waldstück, wo Autofahrer nie hinkommen, aber jeden Herbst die Körbe wochenlang gefüllt werden können. Nadelwald mit Moosboden. Und von weitem höre ich schon die schweren Maschinen........ ein gut 2 Fußballfelder großes Waldstück restlos abgeholzt. Der Boden umgewühlt. Nix mehr mit Moos oder Nadelbäumen. Dieses Waldstück war mein Geheimtip östlich von Hamburg. Da werde ich wohl die nächsten Jahre nix mehr finden.... In den letzen Jahren ist mir so ein Raubbau in "meinen" Wäldern öfter passiert. Wer richtet also die Schäden in der Natur an????
Werner

Hallo Zusammen,
seit Jahren sammeln wir u.a. stets an den selben Stellen. Ob wir die Pilze
nun abschneiden, oder vorsichtig aus dem Boden herrausdrehen, die Pilze
kommen wieder - je nach Wetterbedingungen im Jahresverlauf, mal mehr in
der Anzahl, mal weniger. Das gilt auch dann, wenn andere Sammler nicht so
sorgsam waren.
Aber in den Waldflächen, wo Forstleute mit ihren schwerem Gerätschäften im
Wald "gearbeitet" haben, dort ist nur im 1. Folgejahr noch etwas
zu finden. Danach ist jahrelang in diesen Waldstücken pilzmäßig fast
nichts mehr los.
Da "unser" Wald eine enorme Artenvielfalt birgt, kann man dann fast
dass Heulen kriegen.
Durch jahrelange Beobachtung unseres bevorzugten Waldes, in dem einige
Pilzsammler umherstreifen und leider in den letzten 10 Jahren immer wieder
andere Waldteile mit schwerem Gerät bearbeitet wurden, müssen wir dieses
als bewiesen ansehen. Auch wenn wir gelegentlich andere Gebiete aufsuchen,
so ist stets feststellbar, dass Waldstücke, in denen mit schwerem Gerät
gearbeitet wurde, absolute Pilzarmut aufweisen.
Viele Grüße senden
Matts & Elli

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

Thomas Pruß, (vor 7712 Tagen) @ AK_CCM

Moin Andreas,
was geht denn da ab? Ich komme selbst aus der Eifel, aber solche Verhältnisse habe ich noch nie erlebt. Ich kann mir nur vorstellen, dass die Kölner Zeitungen, da ganz gewaltig „auf die Kacke gehauen hat“. Seriös klingt das für mich nicht!
Auch in RLP und NRW ist das Betreten des Waldes ganz klar geregelt in den Landeswaldgesetzen. Demnach ist es tatsächlich nicht erlaubt, die Wege zu verlassen. Nur: Die wenigsten Waldbesucher wissen das. Also gibt es eine ganz klare gesetzliche Regelung, über die der Förster verfügt. Wer sich nicht dran hält, begeht Ordnungswidrigkeiten, und das kann teuer werden…
Was die Beunruhigung des Wildes angeht: Die Aussage des Försters ist nicht von der Hand zu weisen – gerade zur Zeit der Hirschbrunft. Zwar macht ein Nordic-Walker bestimmt mehr Krach als ein Pilzesucher, aber genau hier liegt die Krux: Das Wild hat sich an diesen Lärm gewöhnt, und „weiߓ auch, das Jogger die Wege kaum verlassen. Dadurch kann es diesen Störungen auch problemlos ausweichen.
Pilzsammler, die sich dagegen einzeln und leise durchs Geäst schieben, werden aber vom Wild als bedrohlicher wahrgenommen, da es nicht zuordnen kann, von wo die evtl. Bedrohung her kommt. Wer lautlos über ein Moospolster schlurt, dabei noch gegen den Wind, kann sich – wenn auch unbeabsichtigt – problemlos an Wild „anschleichen“. Wenn es dann den Sammler erst im letzten Moment gewahr wird, geht es hochflüchtig ab – kopflos! Die meisten Waldtiere „winden“ und „lauschen“ besser als sie „äugen“ (können besser riechen und hären als gucken)
Bei Drückjagden z. B. schleichen sich die Treiber auch nicht lautlos durch die Dickungen, sondern unterhalten sich dabei, klopfen mal mit Stöcken gegen Bäume und erzeugen auf diese Weise Geräusche, die das Wild eindeutig ordnen kann. Es flüchtet dann nicht wild in die Gegend, sondern wechselt recht langsam aber stetig seine Einstände.
Grüßlis
Thomas

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

42, (vor 7712 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

Auch in RLP und NRW ist das Betreten des Waldes ganz klar geregelt in den
Landeswaldgesetzen. Demnach ist es tatsächlich nicht erlaubt, die Wege zu
verlassen. Nur: Die wenigsten Waldbesucher wissen das.

Uuups, das hätte ich auch nicht gewußt (und mir auch nicht vorstellen
können)! Hast Du einen Link auf diese Gesetze?

Bei uns in Bayern sind doch Forst und Flur für die Bevölkerung frei
zugänglich (sinngemäß)? Allerdings weiß ich jetzt nicht, wo das steht - wer
kann helfen?

Beste Grüße
Thomas Wallner

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Re: Bayerische Verfassung

42, (vor 7712 Tagen) @ 42

Bei uns in Bayern sind doch Forst und Flur für die Bevölkerung frei
zugänglich (sinngemäß)? Allerdings weiß ich jetzt nicht, wo das steht - wer
kann helfen?

Hab's eben selbst gefunden - steht in der Bay. Verfassung:

"3. Abschnitt
Die Landwirtschaft
Artikel 163 Gund [sic!] und Boden als Bauernland
(1) Grund und Boden sind frei. Der Bauer ist nicht an die Scholle gebunden.
(2) Der in der land- und forstwirtschaftlichen Kultur stehende Grund und Boden
aller Besitzgrößen dient der Gesamtheit des Volkes."

Link (pdf):
http://www.bayern.landtag.de/pdf_internet/Bayerische_Verfassung(1).pdf

Gruß
Thomas Wallner

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Re: Pilzwahnsinn in den Eifelwäldern?

Matts & Elli, (vor 7712 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

Du schreibst (u. a.):

Auch in RLP und NRW ist das Betreten des Waldes ganz klar geregelt in den
Landeswaldgesetzen. Demnach ist es tatsächlich nicht erlaubt, die Wege zu
verlassen. Nur: Die wenigsten Waldbesucher wissen das. Also gibt es eine
ganz klare gesetzliche Regelung, über die der Förster verfügt. Wer sich
nicht dran hält, begeht Ordnungswidrigkeiten, und das kann teuer werden

Habe ich dass jetzt richtig verstanden: In den gesamten Wäldern z.B. in NRW ist das Verlassen der Waldwege verboten? Wenn tatsächlich wahr, wo könnte ich das nachlesen? Das käme ja fast einem Verbot des Pilzesammelns dort gleich.

Bezüglich Störung des Wildes, wenn Pilzsucher durch die Waldflächen streifen, hast Du meiner Meinung nach in etwa recht; wobei zu bedenken wäre, dass die Pilzsucher in der Regel langsam durch den Wald ziehen und das Wild nicht hetzen. Sind jedoch viele Leute, und dann noch verstreut unterwegs, dann könnte dieses für die Tiere sicherlich zum Problem werden.

Es freut sich auf Deine Antwort und sendet viele Grüße
Elli

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Forstgesetze

Thomas Pruß, (vor 7712 Tagen) @ hoennetaler

Moin Jürgen,
Forstgesetze sind Landesgesetze und unterscheiden sich von Land zu Land. In dem SH-Waldgesetz, das im letzten Jahr geändert wurde, stand noch, dass man die Wege nicht verlassen darf. Jetzt, mit dem neuen Gesetz, darf man fast überall hingehen, auch außerhalb der Wege. Klar, wenn ein einzelner Sammler oder zwei durchs Unterholz strüppen, und so lange man nicht „wilde Sau“ spielt, wird kein Förster was sagen. Man kann sich ja auch als Sammler kaum ausschließlich auf den Wegen aufhalten.
Mehr morgen, muss jetzt zum Zug!
Grüßlis
Thomas

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Re: und noch etwas (Ablenkungsmanöver?)

Bernhard Schülke, (vor 7707 Tagen) @ Matts & Elli

Hallo Ihr beiden,

im Wald meines Heimatortes Schöneck war ich letztes Jahr. Es sah dort aus wie im Krieg. Soweit ich weiß, hat dort Hessen-Forst, ein "neuzeitliches" hessisches Forstwirschaftsunternehmen, gewütet und verwüstet.

Zum Kölner Zeitungsartikel (ich beziehe mich stets auf den Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger): Vielleicht plagt diesem Förster sein schlechtes Gewissen, dass er ´mal (projektiv) Dampf ablassen muß.

Ich lasse gerade einen Artikel gegenlesen, den ich vielleicht in der nächsten Ausgabe unserer "Vereinsnachrichten... " bringen werden. Lest bitte selbst:

"Bemerkung zu dem Zeitungsartikelzitat: Kriminelle (gewerbsmäßige) Pilzsammlerei ist natürlich verfolgenswert. Auch hat der Förster mit seiner Kritik an überzogenen Verhaltensweisen natürlich recht, wenn sie denn so zutreffen.

In dem Artikel sehe ich aber auch die Gefahr eines großen Ablenkungsmanövers. Man muß einfach wissen, dass beim wirtschaftlichen Handeln der Forstbetriebe die Zerstörung des Waldes bewußt in Kauf genommen wird. Die schwersten Arbeitsmaschinen führen zu einer immensen Bodenverdichtung und Waldzerstörung ohnesgleichen. Um derartige Schäden zu verursachen, müssen sich normale Speisepilzsammler (mein gesamter persönlicher Bekanntenkreis) schon sehr, sehr mächtig ins Zeug legen (Ironie!). Und mit althergebrachten Gerätschaften und Methoden lassen sich keine üppigen Gewinne erzielen: Die im Staatsforst Darmstadt betriebenen personalwirtschaftlichen Pferdegespanne sind im Vergleich zu teuer. Ich bin gespannt, wie lange dieser Förster noch durchhält.

Was Hessen-Forst insgesamt angeht, muß man anerkennen, dass dieser Laden sehr gute Marketing-Fachleute hat (kein Kompliment). Es wird subtil gelogen, so dass es kaum auffällt: Ich meine explizit den Gebrauch des Wortes "nachhaltig". Für mich ist dieser Begriff positiv, weil ökologisch besetzt. Hessen-Forst vergewaltigt dieses Wort hingegen. Man spricht von Nachhaltigkeit, meint aber bestenfalls Wirtschaftlichkeit. Nachhaltig oder Nachhaltigkeit klingt halt viel, viel schöner. Meine Beschwer konkret dargestellt: In der Frankfurter Rundschau schrieb Hessen-Forst vor ein paar Monaten, man betriebe die Holzwirschaft nachhaltig und würde nur die alten Bäume fällen, die zwischen 80 und 140 Jahre alte sind. Die Bäume würden nur sukzessive in Raten gefällt, auf (vollständige) Waldabholzungen würde man vollständig verzichten. Was ist bloß faul an diesen Sätzen?

Egal, wie die "modernsten" sehr schweren Arbeitsmaschinen eingesetzt werden, diese Art der Forstwirtschaft ist zerstörerisch - auch wenn nur ein Teil der Bäume gefällt wird. Ein alter Baum ist 200 Jahre alt oder älter. Stellen Sie sich bitte vor, man würde einen Mann im besten Mannesalter, so um die 25 Jahre alt, als Opa bezeichnen; Sie würden sicherlich zu recht sagen, wer so etwas sagt, tickt nicht ganz richtig. Verstehen Sie jetzt, warum ich Hessen-Forst so heftig angreife? Denken Sie bitte an die Hohltauben, die richtig große Höhlen in alten Bäumen zum Brüten brauchen, denken Sie bitte an die Mykorrhizapilzarten, wie zum Beispiel den Mohrenkopf, die auf wirklich alte Bäume als Symbiosepartner spezialisiert und auf diese deshalb angewiesen sind. All diese Arten werden durch vollständiges "nachhaltiges" Wirtschaften a lá Hessen-Forst vollständig ausgerottet. Und das soll nachhaltiges Wirtschaften sein? Ich meine, dass Gegenteil trifft zu. Hessen-Forst hat meiner Ansicht nach aufgrund des höchst manipulativen Sprachstils noch nicht einmal eine goldene Zitrone verdient. Die Forstwirtschaft soll sich hier bitte heftigst an der eigenen Nase anfassen. Für mich bleibt trotz der berechigten (?) Kritik des Försters ein bitterer Beigeschmack.

Der Artikel ist auch in Teilen unwahr, schlampig recherchiert oder gar nicht recherchiert. Man schreibt über ein generelles Pilzsammelverbot in der Schweiz. Das gibt es nicht! Es gibt dort sehr wohl ein absolutes Sammelverbot für bestimmte Wochen im Jahr. [nicht im Entwurf enthaltene Anmerkung: Die schweizer Pilzfreunde im Forum mögen mir das bestätigen]

Mein Fazit zu dem Artikel: Er bringt eine allgemeine Naturverfremdung zum Ausdruck. Der bildzeitungsmäßige Stil ist vollkommen überzogen. Der Gier einiger gewerblicher Pilzsammler ist die reißerische Gier des Journalisten nach Anerkennung ergegenzusetzen. Damit diskreditiert sich der Artikel aus meiner Sicht, leider."

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Re: Bayerische Verfassung

raeuberkneissl, (vor 7707 Tagen) @ 42

Hab's eben selbst gefunden - steht in der Bay. Verfassung: "3. Abschnitt
Die Landwirtschaft
Artikel 163 Gund [sic!] und Boden als Bauernland
(1) Grund und Boden sind frei. Der Bauer ist nicht an die Scholle gebunden.
(2) Der in der land- und forstwirtschaftlichen Kultur stehende Grund und
Boden
aller Besitzgrößen dient der Gesamtheit des Volkes."
Link (pdf): http://www.bayern.landtag.de/pdf_internet/Bayerische_Verfassung
(1).pdf
Gruß
Thomas Wallner

Passender finde ich noch den Artikel 141. Den habe ich mir noch aus der Schulzeit gemerkt; von wegen Genuß von Naturschönheiten und so. ;-)
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(3) Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. Staat und Gemeinden sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen und Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen.
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Ciao
Norbert