Re: Grund zur Unterstützung

Andreas ⌂, (vor 4916 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani und natürlich auch alle anderen Morchelfreunde,

ich hatte eigentlich nicht die Absicht, provokativ zu wirken. Es interessiert mich einfach. Schließlich stehen sich mit dem genetischen Konzept von KELLNER und dem morphologischen von CLOWEZ zwei Ansichten gegenüber, die so grundverschieden sind wie nur möglich. Der eine (KELNNER) erkennt 3 arten an, der andere (CLOWEZ) an die 50 oder so (hab sie nicht genau gezählt).
Und ich habe manhcmal das Gefühl, dass das Argument “molekular ist es so und so” als Totschlagargument verstanden wird. Dabei sind auch molekulare Ergebnisse diskutabel und nicht immer so eindeutig wie sie scheinen mögen.

Eine Möglichkeit wäre ja, dass Ihr (KELLNER) sagt, dass die von CLOWEZ postulierten Arten molekular untersucht wurden und sich als identisch herausgestellt haben. Dann wäre meine nächste Frage: Liegt es denn wirkliuch daran, dass diese "Taxa" identisch sind? Oder wäre es auch möglich, dass nicht die geeignete Region der DNA untersucht wurde? Könnte man mit speziellen Primern vielleicht doch Unterschiede molekular gesehen feststellen? Und wenn ja, wie könnte man diese Unterschiede dann bewerten?
Eine andere wäre, dass die Typen oder zumindest authentische Aufsammlungen dieser CLOWEZ'schen Arten nicht molekular untersucht wurden. Dann kann man sich aber nicht von vorn herein auf drei Taxa festlegen.
Vielleicht habt ihr ja diese CLOWEZ’schen Taxa auch untersucht und seit zum Ergebnis gekommen, dass molekular alles eine Suppe ist, ich kenne die Arbeit von KELLNER dummerweise nicht zum Vergleich ...

Es sind für mich viele Fragen offen in Bezug auf die Morchelarten (-sippen, –varietäten, –formen .....). Und ich wollte einfach nur wissen, wie ihr mit dieser Publikation von CLOWEZ umgegangen seid, bzw. was ihr davon haltet. Sie widerspricht ja Eurem Konzept vollkommen.
Provozieren wollte ich nicht, aber Infragestellungen von molekularen Ergebnissen wirken auf manche vielleicht provokativ ;-)

Unterstützung, gerne. Soll ich Euch ein paar Speise-Morcheln aus den hiesigen Gebieten schicken?
Wichtiger wäre aber, die teils doch deutlich verschieden aussehenden Taxa von CLOWEZ mal unter die (molekulare) Lupe zu nehmen.

Und um keine Misverstäöndnisse aufkommen zu lassen: Ich vertrete weder die Auffassung von CLOWEZ, noch die von KELLNER und Dir. Ich bin nur dabei zu versuchen, mir eine eigene Meinung zu bilden. Daher die (provokative?) Frage und der Wunsch nach Diskussion über die Konzepte.

beste Grüße,
Andreas

Deine Frage ist wohl etwas provokativ - denn was du damit willst, weiss ich
noch nicht.
Ja, ich kenne die Arbeiten von Clovez nicht. Man könnte auch fragen: Was
hältst du von den auf Morcheln bezogenen Arbeiten des Michael Kuo, oder
von denen aus Osteuropa oder der Türkey.
Ich finde an sich alle Arbeiten über Pilze interessant, seien sie noch so
klein.
Wichtiger scheint mir jedoch, dass die laufenden Untersuchungen betr. KOMPLEX
MORCHELN im deutschsprachigen Raum unterstützt werden.
Man führte ja hierzulande eine Menge unterschiedlicher deutscher und sog.
wissenschftlicher Namen. Die Runden hiessen dann einfach Rotunda, die
Kegeligen Conica, die Feldbraunen Umbrina, die Essbaren Esculenta, die
Gewöhnlichen Vulgaris, die Steiferen Rigida usw. mit über 50!
verschiedenen Namen, wird geschrieben; doch wem schreibe ich das?
Und nun stellt man mittels relativ neuen und guten Untersuchungsreihen fest,
dass in Europa z.B. nur gerade drei Arten der Gelben Morcheln existieren.
Hier, bei solch wohl seltenen Gelegenheiten, ist nun eben jede mögliche
Unterstützung angesagt. OK?
Danke und liebe Grüsse nach Jena
Mani

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