Re: Literatur-Recherche: Gallenröhrling
Liebe Birgit,
danke für Deine Ausführungen und die Literaturrecherche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Angaben der fehlenden Bitterkeit von Gallenröhrlingen überwiegend von Kranken kommen. Wobei ein unerkannter Diabetes etc. hier durchaus eine Rolle spielen könnte.
Genauso gut wäre es aber denkbar, dass ein Pilzsucher mit der Zungenspitze testet und befindet: "nicht bitter". So ist es zumindest mir in meiner Anfängerzeit ergangen und später habe ich keinen Anlass mehr gehabt, Gallis bis zur Hinterzunge zu schieben
Werde das bei Gelegenheit nachholen.
Gleichwohl scheint mir eine individuelle genetische Dispostition nicht unwahrscheinlich zu sein, ähnlich wie beim "Maiglöckchen-Phänomen".
Liebe Grüße
Karin
Liebe Karin, lieber Jürgen,
Ich hab das auch gehört, vielleicht stammte dieses Wissens ja auch aus dem
Tintling. Abgesehen davon, kann auch mein Mann als Diabetiker die
Bitterkeit von Gallenröhrlingen schmecken.
Aber es muss ja nicht alle Diabetiker betreffen, eventuell könnten
Diabetiker, die von einer Neuropathie betroffen wären, Probleme mit dem
Geschmackssinn haben. Neuropathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes
auf Grund schlecht eingestellter Blutzuckerwerte und bewirkt eine
schlechtere Nervenleitfähgkeit. Hauptsächlich betrifft das die Beine mit
einer fortschreitenden Gefühllosigkeit und Schmerzunempfindlichkeit. Wie
und ob sich das auf den geschmackssin auswirken kann, lässt sich sicher
leicht eruieren.
Ansonsten können natürlich gerade Schädigungen der Geschmacksknospen auf der
Zunge (für bitter hauptsächlich die hintere Zunge) und wie von Peter auch
schon angesprochen fortschreitendes Lebensalter den Geschmackssinn
generell abschwächen. Das ist aber eher banal, das hast Du, Jürgen, sicher
schon recherchiert.
liebe Grüße
Birgit