Re: Netzstieliger Hexenröhrling
der Netzstielige Hexenröhrling ist nicht auf der Positiv-Liste der DGfM, aber
hier sind viele essbare Pilze nicht vertreten:
Bloß weil in einem Pilzbuch ein Pilz als essbar bezeichnet wird, heißt es nicht, dass er nicht (insbesondere auf lange Sicht!) unverträglich sein kann.
Denn wie wird festgestellt, ob ein Pilz essbar ist? Man braucht viele Leute, die ihn essen, und dann schaut man, ob diesen Leuten hinterher nichts passiert. Das ist die einzige Möglichkeit. Denn weil viele Inhaltsstoffe der Pilze unbekannt sind, wie es nach Meinung der Mykologie wohl ist, kann man ja nicht einfach die Pilze auf Vorhandensein von Giftstoffen analysieren.
M. a. W.: Speisepilze (das sind die, die Pilzsachverständige freigeben) sind solche Pilze, die quasi in einem großen Feldversuch - mit allen Pilzsammlern als Versuchskarnickeln - in all den Jahrhunderten/Jahrzehnten nicht unangenehm aufgefallen sind, obwohl sie so häufig verzehrt werden, dass man im gegenteiligen Fall etwas hätte merken müssen. Fällt ein Pilz dann doch mal unangenehm auf, verliert er seinen Speisepilzstatus und im Extremfall seinen Essbarstatus. So ging es zunächst dem Kahlen Krempling, dann dem Netzstieligen Hexenröhrling, neulich dem Grünling. Zur Zeit ist der Safranschirmling dran, irgendwann dann mal der Parasol oder der Anischampignon - wer kann das wissen?